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Babac

Master

Date of registration: Feb 5th 2007

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1

Monday, December 26th 2011, 12:41pm

der Kunst wahres Wesen

Ein glücklicher Gedanke brachte mich auf die Spur nach dem tieferen Verständnis der Kunst zu suchen. Wenn wir von dem Ordnen der jeweiligen Kunstwerke, die wiederum jeweiligen Epochen entstammen, absehen, und von der gewöhnlichen Terminologie derselben einmal ablassen würden, und stattdessen wagemutig dem kühnen Gedanken folgen würden, dass selbst heutige ausgeübte Kunst, im Grunde genommen, zu der Vergangenheit ebenso dazugehört, wie eine noch ältere Kunst, wäre sinnvoll hier die Frage zu stellen dann, wie wesentlich die Zeit eine entscheidende Rolle in der Auffassung der Kunst spielt, aus dem Blickwinkel betrachtet, wenn die Seele selbst, zeitlos ist? Aber gerade hier, mein Schatz, ermangeln mir die Kräfte, der Kunst wahres Wesen zu fassen, wenn sie in mir schwebt als eine lockende Ahnung, und ich dann sie zu greifen bemüht bin, den nächsten Schritt mache, und dann einsehe, dass ich nicht wie gedacht an eine Klarheit gelange, sondern mich vielmehr in einem Labyrinthe wiederfinde. Wenn die Ahnung aber mit mir spielt, Jagen und Verstecken, und ich sie weder fangen noch finden kann, dann glaube ich, mein Schatz, über diesen Weg mich ihrer Wahrheit mehr zu nähern, als wenn ich tiefgründig vor ihren Rätseln hinbrüte. Daraus ziehe ich folgendes, dass ihr Wesen, nach meinen vergeblichen Versuchen sie zu ergreifen, und ihrem ständigen Fliehen vor mir, irgendwo naiv und kindisch sein muss.

rivus

Professional

Date of registration: Nov 17th 2008

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Location: Branitz

Occupation: Nachtschwärmer

2

Tuesday, December 27th 2011, 8:54am

hi babac,
danke für dein nähern an ein wesen, dass sich nie gänzlich fassen lassen wird. immer noch wohnt ein geheimnis in den dingen, in menschen, „im welten“ unsrer leben; und so ist es mir persönlich fast lieber, denn nicht alles sollte seziert werden: solange es noch einen letzten zauber gibt, solange ein zipfel rätsel uns noch wach hält, leben wir. so mag auch kunst seinen beitrag dazu abgeben, doch gibt es so vielfältige weltaneignungen durch kunst, die sehr weit vom naiven weg sind. dennoch glaube auch ich, dass der ursprünglichste aller antriebe von kunst, dass betrachten, anfassen, begreifen von welt mit allen sinnen, besonders aber mit den augensinnen, eine großer wesenszug von kunst ist. die wahrnehmung von welt mit den augen der kunst setzt ein unvoreingenommenes sehen voraus, es befördert es zumindestens. ich begegne persönlich sogenannten naiven malereien immer mit großem respekt.

gern assoziiert

Babac

Master

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3

Wednesday, December 28th 2011, 8:59am

guten morgen lieber rivus,

es ließe sich über ein solches thema, wie auch über so manch' anderes, besser mündlich diskutieren, als schriftlich. in dem die ahnung über das wesen der kunst in mir verkehrte, und alles wissen über die kunst sich in meinem geiste durch dieselbe aufhob, verfiel ich dem gedanken, dass das was wir über die kunst wissen, geradezu wenig ist; vorallem das nicht wissen, wie sie wirklich ist. ich sehe sie gleich, wie einen menschen mit tausend masken, dem man die masken zwar ansieht, aber nicht sein wahres gesicht dahinter. oder mein gedanke, den ich im text niedergeschrieben habe, dass man selbst, wenn das kind abwesend ist, über bestimme anzeichen, oder merkmale, die auf ein kindisches verhalten hinschließen, ein kind entlarven könne.
man stelle sich hierzu einen wald vor. und an bestimmten bäumen ist ein zettel dran, auf dem steht: ~ fang' mich ~. man würde anhand dieses fundes, denken, dass es sich nur um ein verspieltes kind handeln kann. man kann sich keinen bösen menschen denken, oder einen weisen alten mann oder...oder...
und so oder so ähnlich ging's auch in mir vor: jene ahungen sind wie die zettelchen an den bäumen, die mich in die irre führten. und der urheber dieser war auch nicht zu finden. aber all das, was ich vorfand, war mir dennoch genug, um etwas damit anzufangen.

gruß und grüße,
babac

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