Ein glücklicher Gedanke brachte mich auf die Spur nach dem tieferen Verständnis der Kunst zu suchen. Wenn wir von dem Ordnen der jeweiligen Kunstwerke, die wiederum jeweiligen Epochen entstammen, absehen, und von der gewöhnlichen Terminologie derselben einmal ablassen würden, und stattdessen wagemutig dem kühnen Gedanken folgen würden, dass selbst heutige ausgeübte Kunst, im Grunde genommen, zu der Vergangenheit ebenso dazugehört, wie eine noch ältere Kunst, wäre sinnvoll hier die Frage zu stellen dann, wie wesentlich die Zeit eine entscheidende Rolle in der Auffassung der Kunst spielt, aus dem Blickwinkel betrachtet, wenn die Seele selbst, zeitlos ist? Aber gerade hier, mein Schatz, ermangeln mir die Kräfte, der Kunst wahres Wesen zu fassen, wenn sie in mir schwebt als eine lockende Ahnung, und ich dann sie zu greifen bemüht bin, den nächsten Schritt mache, und dann einsehe, dass ich nicht wie gedacht an eine Klarheit gelange, sondern mich vielmehr in einem Labyrinthe wiederfinde. Wenn die Ahnung aber mit mir spielt, Jagen und Verstecken, und ich sie weder fangen noch finden kann, dann glaube ich, mein Schatz, über diesen Weg mich ihrer Wahrheit mehr zu nähern, als wenn ich tiefgründig vor ihren Rätseln hinbrüte. Daraus ziehe ich folgendes, dass ihr Wesen, nach meinen vergeblichen Versuchen sie zu ergreifen, und ihrem ständigen Fliehen vor mir, irgendwo naiv und kindisch sein muss.