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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

Date of registration: Jun 3rd 2005

Posts: 2,712 wcf.user.activityPoints: 15,230

Location: Wien

1

Wednesday, December 7th 2011, 7:30pm

die kleider die wir tragen

sirenen verschlingen die winkel der nacht
und der ständige regen macht mich schauern
auf dauer bleibt uns wohl nichts
als die nassen kleider am leib
ich friere
nicht so sehr wie ich sollte
ich wollte mich um dich legen
dich vor dem regen beschützen
wir nützen die gunst dieser kalten stunde
im grunde nicht
und das ständige tröpfeln des regens bricht sich
im blauen licht des nahenden rettungswagens
dein blut fließt schmutzig und dünn
in den lehmigen straßengraben
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

meinich

Trainee

Date of registration: Nov 28th 2011

Posts: 48 wcf.user.activityPoints: 310

2

Wednesday, December 7th 2011, 8:33pm

servus erik;

mir gefallen deine zeilen gut. du hast interessante reime in die zeilen eingeflochten die sich durchs ganze gedicht ziehen.
auch erzeugen die zeilen eine interessante spannung die überraschend in einem verkehrsunfall münden, in denen die betroffenen sich scheinbar auch nicht bewegen können und ihren gedanken und gefühlen ausgeliefert sind. durch gut gesetzte zeilenbrüche führst du mich als leser gekonnt in die irre um mich um so überraschender mit einer wendung zu treffen. man merkt, dass du daran gearbeitet hast, das ergebnis finde ich gelungen. auch der doppeldeutige titel gefällt mir.

gruß meinich

Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

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Location: Bayern

3

Wednesday, December 7th 2011, 9:04pm

Hallo Erik,

ja man erkennt die Handschrift eines versierten Schreibers, nur mag sich mir der tiefere Sinn dieser "Unfallschilderung" nicht so recht erschließen.
Der zentrale Satz ist für mich,

"wir nützen die gunst dieser kalten stunde
im grunde nicht."

Da frage ich doch etwas irritiert, welche Gunst einem so ein tragisch trister Moment wohl schenken kann.
Das Einzige was mir einfällt wäre, im Angesicht des möglichen Todes sich noch einmal nahe sein zu wollen, was ja durch

"ich wollte mich um dich legen
dich vor dem regen beschützen"

zwar angedeutet, aber durch den Begriff "Gunst" verwässert wird. Ich fände "Chance" hier jedenfalls treffender, falls überhaupt eine gegeben ist.

Konstruktiv würde ich die dramatische Ausmalung der Szene reduzieren, denn die Sachlage spricht für sich selbst.

LG
Perry

franz

einfach nur franz

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4

Thursday, December 8th 2011, 4:07pm

Hey Erik,

mir ergeht es da nicht anders als Perry, denn auch mir kommt deine Unfallschilderung zu sehr ausgeschmückt des Weges.
Den Titel finde ich echt super, hätte aber, als ich durch besagten angezogen hier mal überflogen habe, nie und nimmer mit solcherlei gerechnet.
Nicht sehr konstruktiv und vielleicht auch leicht dahergesagt, aber ich würde hier versuchen den ganzen Unfallhergang zu minimieren, um nicht zu sagen rauszunehmen und mich rein auf das "Gefühl" in deinem Text zu konzentrieren. Dass das alles nicht ohne BIlder (deinen Unfall) gehen kann ist klar, aber mir persönlich nimmt er mir derb die Sicht auf die Vielschichtigkeit im Text, die ich zur Zeit leider vermisse.

Mit Gruß, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

5

Thursday, December 8th 2011, 4:14pm

ah, hallo die leute;

mhm. ich verstehe eure einwände;
(hallo meinich danke für deine rückmeldung und schön, das es dir gefallen hat)
also wenn das eure einziger kritikpunkt ist, dann kann ich den eigentlich sehr leicht rausnehmen, denke ich, ich wechsle einfach ein paar worte durch allgemeinere aus; ich melde mich übrigens jetz erst so spät auf perrys einwände, weil ich darüber nachgedacht habe, ob der text verloren geht, wenn ich dramatik rausnehme, aber ich denke eigentlich nicht, er wird sogar kontroverser;
die chance halte ich übrigens für ein hässliches unwort, perry (aber das ist einfach mein persönlicher geschmack), ich habe die gunst absichtlich positiv konnotiert verwendet und mit der kalten stunde in die waage gestellt; bin aber für andere wortvorschläge offen, wenn es nicht unbedingt die chance ist)

so wäre dann die neue version;

sirenen verschlingen die winkel der nacht
und der ständige regen macht mich schauern
auf dauer bleibt uns wohl nichts
als die nassen kleider am leib
ich friere
nicht so sehr wie ich sollte
ich wollte mich um dich legen
dich vor dem regen beschützen
wir nützen die gunst dieser kalten stunde
im grunde nicht
und das ständige tröpfeln des regens bricht sich
im blauen licht des nahenden wagens
wasser fließt schmutzig und dünn
in den lehmigen straßengraben

besser?
die sirenen auch noch raus?
den straßengraben zu graben oder auch ganz raus?
oder genügt es so?
lg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

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