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Hazel

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Date of registration: Sep 14th 2003

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1

Saturday, December 3rd 2011, 11:01pm

Gedichtewettbewerb: Station 2 - Höhenluft

Hach, da ist sie ja wieder, meine liebe Bande,

nach den langen Kreuzberger Nächten steigen wir nun endlich verkartert und im Halbschlaf in unseren ersehnten Flieger. Ja, ihr habt richtig gehört, die Tickets sind tatsächlich wieder aufgetaucht und wir haben einen zeitraubenden Flug vor uns. Denn es geht nach.. Ich muss erst nachsehen.. Also auf jeden Fall könnt ihr dort nicht mehr eure Nächte durchzechen und drei Tage von Zigaretten leben, das habe ich behalten. Vom Berliner Mutterbusen geht es jetzt nämlich direkt nach.. ach, ich find sie einfach wieder nicht.. Naja, die Tickets sind schon mal wieder aufgetaucht, dann schaffen sie das auch ein zweites Mal. Ha, da sind sie schon: Qamdo.

Falls euch Qamdo nichts sagt, habt keine Angst. Euer Reiseleiter... kannte es vor der Buchung auch nicht. Da landet ja auch nur unser eiserner Vogel und wir streichen anschließend durch das ganze Autonome Gebiet Tibet. Da staunt ihr was? Nichts mehr mit icke und Merkelhüften, es geht auf das Dach der Welt, meine Lieben. Einmal ehrfürchtig Luft holen, bitte! Hier könnt ihr richtig in euch gehen und über eure unzähligen Sünden nachdenken. Eine Möglichkeit für jeden von euch, sich über seine wahren Ziele und Träume klar zu werden. In der weiten, wüstenartige Steppe werden euch nur noch ein paar wortkarge Antilopen über den Weg springen, die euch kurz die Zunge zeigen, um schnell wieder Reißaus zu nehmen. Von den hohen Bergen des Himalaya bekommt ihr nur die Antworten, die ihr hineinruft, wieder zurück. Trotzdem glauben manche, in genau dieser Stille und Ruhe die bedeutensten Antworten zu erfahren, also zieht los und findet euer Glück. Ich bin ja schon mal da gewesen.. in Quamado oder wie das heißt, ich bin völlig ausgeglichen und warte am Flughafen.

Ewig will ich da aber nicht herumlungern, die Bierreserven sehen auch nicht auf mich vorbereitet aus. Für eure Selbstfindung, oder was auch immer ihr dort draußen vorhabt, habt ihr insofern wieder genau drei Tage Zeit. Und bitte verschont mich diesesmal mit euren Reimen, die belasten meinen schwummrigen Schädel so sehr. Ich weiß, ich weiß, war ja alles nett gemeint, aber diesmal bitte ohne Endreime, okay? Danke! Dafür würde ich gerne von allen ein Gedicht sehen. Die Prosatexte waren zwar gut, aber nehmt es mir nicht übel: Wer liest den schon so viel? :D

Abgabe: Wieder per PN an mich. (Das bleibt immer gleich. Diesen Hinweis lasse ich in Zukunft weg)
Themengebiet: Autonomes Gebiet Tibet.
Formale Bedingungen: Ein ungereimtes Gedicht.
Abgabetermin: Bis spätestens Dienstag, 06.12.11 um 23:59Uhr (Berliner Ortszeit bleibt)

Während dem ganzen Wettbewerb gilt: Falls irgendjemand doch noch nachkommen will, weil er einen guten Einfall hat oder ihm eine Reisestation sehr gut gefällt, kann er gerne völlig frei einen Text an mich schicken und quereinsteigen. Wir freuen uns immer über neue Gesichter.

Also hinaus mit euch, grast auf den Steppen, baut Sandburgen und kommt mit strahlenden Gesichtern zurück :-)
Euer besonnener Reiseleiter
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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2

Tuesday, December 6th 2011, 12:10am

quamdo

sein nicht mein
geist hört seele
klänge in höhe

von luft befeuchtet
schließen lippen
öffnen wieder
bestaunen berge

landschaften halten
die atemwege
zu dörfern

offen die zeit
so unvergessen
bleibt ein blick
von gestern jetzt
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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3

Tuesday, December 6th 2011, 12:11am

Tod in Tibet

weiße Wüste
in deinen Bergen möchte ich sterben
in deinen Himmel möchte ich sehen
und erblinden, verdursten, erfrieren
unter deinen peitschenden Winden fallen
und mich nie mehr erheben
Land über den Wolken
dein Feind ist der meine
Antipode der Stille
schallende Schüsse in der Nacht
weiße Wüste
du bist das Ewig
zu meinem Jetzt
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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4

Tuesday, December 6th 2011, 11:55am

welt der güte und des lichts

umliegende gipfel erstrahlen
im sonnenstrahl
unzählige bunte gebetswimpel
flattern im wind
allerorts glimmende stäbchen
schwer, süßlich ihr duft
tibeter ihre gebetsmühlen
emsig drehend
mantras murmelnd, die kleine stupa

herzerweiternd, die idylle
tibet zu schön um gewalt auszuüben
mein blick geöffnet hin dem
buddhismus
sein streben nach ausgleich
der philosophie zur verbundheit
aller lebensformen
ein gleichgewicht zwischen materiellen
und spirituellen interesse einhaltend

so sitze ich hier tief in mich gekehrt
in wahrer natur
und erkenne dass jedes wesen
potential zur vollkommenheit hat
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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5

Tuesday, December 6th 2011, 7:55pm

Ein Dorf

von irgendwoher schallt
das Heulen einer Braut,
verläuft sich in der Ebene.
Tibet, deine Frauen
hört niemand durch die Wolken.

in irgendeinem Zug
sitzt Vergessenheit und fährt
nach Peking weiter.
tage-, nächtelang.
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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6

Tuesday, December 6th 2011, 7:55pm

Zuhause

Weil es finster ist,
spitzt man die Ohren.
Das Knistern des Weihrauchs,
das rhythmische Pochen der Trommeln
das Schlurfen der Schatten
zwischen den Kerzenspitzen.

Draußen, die Wüste,
eingerahmt in eisige Zacken.
Aber hier, Dunkelheit

Plötzlich ein Zwitschern
hinter den Säulen.
Nicht am Eingang,
nicht vor den Statuen,
irgendwo in der Mitte,
ein Spatz, eingefangen.

Zwischen morschen Balken,
Wie ein Pendel, zieht er seine Bahn.
Er sucht den Ausgang nicht,
hier, im Dach, ist er zuhause.

Wie ein Pendel, immerzu,
und nur wenn ein Besucher
seinen Flug durchkreuzt,
hält er kurz inne.
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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7

Tuesday, December 6th 2011, 10:45pm

Das Ende der Reise

Das Innere wird hell
Es führt mich zu Menschen mit Zauber
Sie tasten sich vor wie Gedichte
und finden den Andern wie eine Tür
So kann ich Gestern, Morgen, Wolken greifen
und meine Tage auf das Dach der Welt hieven

Alles wird tiefer, auch das Gebet.
Alles wird ewiger Drachen, kein Brunnen versiegt.
Es sind die göttlichen Blumen, die leuchten.
Es ist das Land, das die freiesten Knechte gebiert.
Und sie überwinden nicht nur einmal den Tod.

Drei Tage waren‘s und
das bewusstere Leben gehörte mir.
Ich spähe den kristallenen Flüssen nach
und bemeistere den unbezwingbaren Gipfel
wo es doch Zeit ist
zu packen und zu gehen
trag ich, den toten Sherpa
angekettet im eisigsten Wind.
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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