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Erik R. Andara

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Location: Wien

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Wednesday, November 16th 2011, 8:26pm

jus ad bellum

Orange Koronen leuchten durch das nackte Geäst. Im Säuseln des Windes liegen die ersten Versprechen des Winters. Die ersten kalten Küsse auf Wangen und Stirn. Die Abfalleimer quellen über. Verlieren den Unrat, den sie nicht halten können an graubereifte Wiesen. Abend. Noch nicht spät aber ziemlich dunkel. Die Natrium Hochdrucklampen leuchten warm, wärmen aber in keinster Weise. Der Springbrunnen im Park wurde bereits vor einiger Zeit abgeschaltet. Ist zu dieser Jahreszeit und bei dieser Beleuchtung nur ein betoniertes Loch im Zentrum der Anlage. Vielleicht eineinhalb Meter tief und vier Mal so breit im Durchmesser. In der Mitte der Aushebung, auf einem Sockel steht ein nahezu nackter Knabe. Mit einem Lendentuch um die Hüften, einem Fisch unter dem Arm und eine Muschel vor seine gespitzten Lippen haltend. Steinern blickt er in die feuchtkalte Landschaft. Das Horn zum winterlich schweigsamen Hallali erhoben. Zu seinen Füßen hausen Ratten. Nisten in einem unscheinbaren Unterschlupf aus bunten Papierschnipseln, die sie den ganzen Sommer über in mühsamer Kleinarbeit zusammengetragen haben. Vorsorglich, um sich im Winter vor der Kälte schützen zu können. Fast ein Dutzend der kleinen Leiber kauert auf engstem Raum und wärmt sich gegenseitig. Familie. Sippe. Gemeinschaft. Die großen Krähen fallen langsam ins Land. Noch sind es zu wenige um wirklich gefährlich werden zu können. Die Vorhut. Aber bald werden es viele sein und sie werden versuchen, den Landstrich an sich zu reißen. Die übervollen Abfalleimer und den Reichtum an Nahrung, den diese versprechen. Das eigene, nackte Leben, das für die großen schwarzen Vögel nicht mehr ist, als warmes Fleisch und Blut in kalten Zeiten. Essen heißt Überleben. Die Rattenfamilie schläft heute lange in den Abend hinein. Ruht sich aus, bevor die Schlacht beginnt. Der Krieg, der nicht gewonnen werden kann. Der Krieg, der jährlich wiederkehrt.
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

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