hallo, Tamea
mir gefällt dein Text. du baust Spannung auf und hältst sie bis zum Ende. du lieferst ein nachvollziehbares, sich allmählich aufbauendes Bild, und dennoch gibt es den Schlüssel dazu erst in der letzten Zeile, die sprachlich sowie von der Idee her in meinen Augen das beste am ganzen Gedicht ist.
ein, zwei kleine Schwächen hat der Text aber, finde ich, die sich jedoch leicht entschärfen ließen. zum einen die Uneinigkeit der Zeitstufen von Z1 und dem Rest des Gedichts. von der Story her ist es klar - es geht wohl um den Morgen danach (von was, sei hier mal dahin gestellt) - aber es liest sich trotzdem schwierig. du könntest beispielsweise versuchen, mit ein paar zusätzlichen Worten das Zeitverhältnis aufzuklären und auch mit Interpunktion:
dicht und undurchdringlich schien die dunkelheit.
danach ist der mantel beschmutzt
das kleid zerrissen
...
statt
beschmutzt will ich dir
schmutzig vorschlagen. ich finde, das fügt sich besser in den Gesamtzusammenhang und klingt nicht so "weltfremd" wie
beschmutzt, das kaum noch in Gebrauch ist.
das
zart in Z4 ist meiner Meinung nach zu viel des Guten und gibt dem Text einen eher unpassenden puppenhaften rosa Anstrich, der kaum zu dem ja sehr realen Leid passt, das du hier beschreibst. vieleicht kann man es streichen.
spuren auf haut
da es hier um die Haut der beschriebenen Person geht und nicht um irgendeine, solltest du den Artikel setzen (
der haut).
den Gedanken, dass die Morgendämmerung auch dann führen kann, wenn sie vielleicht noch nicht sichtbar ist, finde ich beruhigend. so ähnlich, wie das immer irgendwann gewisse Ende des Regens.
gern gelesen, gefällt mir!
Gruß
Chepre