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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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1

Wednesday, November 9th 2011, 6:50pm

beige Jeans und die Brüste von Inge

Ein Gespenstertisch. Lustig. Gespenstisch.
Weißes Tischtuch. Weiße Schale. Darin etwas Müsli, eine geschnittene Banane und viel Milch. Heiß und dampfend. Eine weiße Tasse. Darin Kaffee. Schwarz. Dampft ebenfalls. Die Morgenzeitung am Tisch. Weiß, bedruckt mit schwarzen Buchstaben. Nur Text, eine fette, schwarze Schlagzeile. Keine Fotos. Die Kücheneinrichtung: Weiß. Die Fliesen an der Wand: Weiß. Das Linoleum am Boden: Hellgrau mit kleinen schwarzen und blassroten Tupfen. Ich trage einen weißen, ausgefransten Morgenmantel. Die Filzlatschen in denen ich stecke sind braun. Gespenstisch. Der Aschenbecher: weiße Keramik. Aber der Filter meiner Zigarette ist braun. Ich drücke sie aus und löffle dann mein Müsli. Unvorsichtig. Kleckere alles voll. Stört keinen. Sieht man ohnehin nicht.
Vorhin habe ich onaniert. In meiner weißen Bettwäsche liegend in ein weißes Taschentuch abgespritzt. Habe dabei an nichts Besonderes gedacht. Mal an Inge, dann wieder an Claudia. Kurz bevor ich kam an Elisabeth mit den Brüsten von Inge. Dann habe ich meine Vorhänge aufgezogen und gelangweilt in den Nebel gestarrt, der auf der Gasse wabert. Meinen ungesunden, blassen Teint im Spiegel betrachtet. Die Ringe unter den Augen bläulich. Augenfarbe: Grün. Haarfarbe: Schwarz. Und ein rötlich eingewachsenes Haar am Kinn.
Duschen, Zähneputzen, Rasieren. Vorsicht mit dem eingewachsenen Haar. Die weiße Duschtasse. Darauf meine käsigen Füße. Bunt schillernde Seifenbläschen auf der Brust und ein Schwall lauwarmes Wasser, fließt über die Stirn, über den Nacken, den Rücken, dann den Hintern und die Rückseite meiner Oberschenkel hinab. Mein heller Duschvorhang mit leichtbläulichen Delphinen darauf. Ewiglich springend. Schnauze an Floße, an Schnauze, an Floße. Reihauf und reihab.
Frische Boxershorts: Schwarz. Socken: Schwarz. Beige Jeans, ein weißes T-Shirt und darüber ein khakifarbenes Hemd. Olivfarbene Jacke. Schwarze Slipper. Die Schlüssel am Kästchen neben der Tür. Mein Handy mit frisch geladenem Akku steckt noch am Netzteil zuerst. Dann in meiner Hemdtasche. Ein kurzer Blick in den Spiegel. Kämmen nicht nötig, meine Haare sind kurz.
Ich gehe ins Schlafzimmer. Betrachte nochmal den Nebel. Betrachte den hellbraunen Filzboden. Mein Bett. Lüpfe nochmal die Decke und denke darüber nach. Dann ist es Zeit. Ich gehe.
Im Aufzug meine Nachbarn. Tommi, ihr Sohn.
„Guten Morgen.“, sage ich. Dumpf unter dem Laken.
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

2

Friday, November 11th 2011, 12:48pm

Huhu Erik,

Quoted

Ein Gespenstertisch. Lustig. Gespenstisch.
Weißes Tischtuch. Weiße Schale

du weißt schon wie sch sch schwierig sich dieser Text zu Anfang lesen lässt? Ich habs gestern abend unter der Bettdecke gelesen und ich glaube, es klang als ob ich schnarche. :D
Gespenstisch krieg ich nach dem Gespenstertisch überhaupt nicht zügig gelesen. Dann noch das Tischtuch und dieSchale.
Nun ja. :huh:
Sprachlich ist dieser Text gut ausgearbeitet. Inhaltlich ist er echt voll gestopft. Ich kann zwar dem Kulissenaufbau folgen, weiße Schale, schwarzer Kaffee, Tageszeitung, die Kücheneinrichtung usw., aber ich präge es mir nicht ein. Dafür ist es einfach zu viel.

Schlussendlich habe ich diese Geschichte gelesen, nehme daraus aber nichts mit, weil sie für mich nichts weiter ist als eine Beschreibung. Irgendwie eine total uninteressante Beschreibung noch dazu.
O.K. jetzt hast du für mich Pappschilder aufgestellt und lässt mich als Leser vor jeden einzelnen rennen. Ich werf sie beim durchlesen alle um und frage mich, was will mir Erik denn bloß damit sagen? :D

Quoted

Die Filzlatschen in denen ich stecke sind braun. Gespenstisch.

:D :D

L.G. von mir
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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3

Friday, November 11th 2011, 2:54pm

du hast recht, ich habe gerade versucht, den anfang laut zu lesen und mich ungefähr ein dutzend mal verheddert!

nun, der rest ist natürlich teilweise auch aus unserem letzten gespräch entstanden; ich habe mir überlegt, was wohl passiert, wenn man die art des erzählens nicht in der anazhl der worte und der bilder reduziert, sondern auf eine bestimmte ebene (welche das auch immer sein mag); es würde dafür sorgen (so zumindest meine theorie), dass man klarer wird und einem trotzdem noch eine große anzahl an werkzeugen zur verfügung stehen würde; soweit so gut; beim schreiben selber bin ich dann bald drauf gekommen (ich habe hier als mittel meiner reduktion eine farblich-visuelle aufnahme angestrebt, wie dir evtl. aufgefallen ist), dass das mit der reduktion in diesen belangen einfacher gesagt als getan ist; wenn ich tatsählich nur weiß und damit assoziierbare begriffe verwende, dann passiert folgendes: ich reibe dem leser von anfang an mitten in meine absichten wie der clown den zuseher in die torte und ich verleihe dem ganzen einen so stark repetitiven charakter, dass die ganze geschichtsfärbung (no pun intended) verhindert, dass der autor sich wirklich frei durch die erzählstruktur bewegen kann; also habe ich begonnen zu variieren, die reduktion um eine spur zurückgeschraubt, versucht das spekrum etwas zu erweitern und dass weiß-nüchterne erzählen (habe ich auch in der satzstruktur versucht mit den aufzählungen und der reduzierten länge) um ein paar farbkleckse zu bereichern, um eben nicht zu sehr auf eine seite abzusacken aber trotzdem noch mit meiner theorie zu hantieren; und ich glaube, dass durch ebendiese verwässerung bei dir dieses angekramte gefühl entstanden sein könnte, es war nicht weiß, aber auch nicht braun, es war einfach nur eine unzahl an nüchternen betrachtungen deren roter faden einfach immer wieder durch andere sachen unterbrochen wurde und dich deswegen nicht mitnahm; natürlich gebe ich diesen versuch nicht so leicht auf und denke es ist vielleicht nur eine sache des tunings; ich spiele da jetzt noch ein bißchen ´mit rum;
also danke erstmal fürs lesen und rückmelden und unterstehe dich, zu meinen gschichten zu schnarchen (und es mir dann auch noch unter die nase zu reiben :D ) und fahr das nächste mal gefälligst UM die pappaufsteller RUM, sonst fällste nämlich durch die geisterbahn-prüfung und darfst nicht mehr rein ;)

was wollte ich mit der geschichte sagen? das gleiche wie der protagonist am schluß: "Buh" (nämlich)

ne, schmäh ohne:danke fürs lesen und kommentiern!

lg
erik
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