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Jule

Master

Date of registration: Jun 1st 2008

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Location: Marburg

Occupation: Student

1

Thursday, November 3rd 2011, 7:02pm

Marburg 2

Laub liegt auf dem Boden wie vollgeschriebene Blätter mit schlechten Gedichten über den Sommer. Die Bäume strecken ihre Finger zur Sonne. Heute sieht der Himmel so überfüllt aus.
Ich beobachte die Studenten, die auf den Tischen sitzen und ihre Beine über dem Boden baumeln lassen als säßen sie auf einem Wassersteg.
Dann träume ich von den Häusern in der Innenstadt. Vom Buchladen mit den Torbögen wie auf einem Kinderbild. Aus den Schaufenstern in den Bögen schauen isländische Grashügel. Doch drinnen ist es behaglich warm. Ich träume von den blauen Pflastersteinen zwischen den Bars, Second Hand Shops und Kruschläden, in deren Rillen sich das Licht verfängt. Die Innenstadt, denke ich, ist wie ein schiefer Stapel bunter Bauklötze. Ich träume von den Häusern, die den Sommer noch behalten haben. Die auf den Hügeln sitzen wie Kinder, denen der Winter egal ist.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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2

Thursday, November 3rd 2011, 8:56pm

ich mag die idee, die dem einfhrungssatz zugrunde liet; auch wenn sie mir etwas anders ausgearbeitet noch besser zusagen würde; ein bisschen mehr verbandelt mit dem rest des textes und das schöne bild ein bisschen mehr zur gänze ausgelebt (überhaupt schwebt der text ein bißchen daher und zerreißt beim lesen ineinzelne schwaden); aber dafür sind so impressionstexte ja schließlich da, denke ich mal, um die eine oder andere idee einkreisen zu können und etwas greifbarer zu machen, bevor man sie als fertig-gebrannten ziegel ins nächste mauerwerk - ins nächste gebäude einsetzt (oder auch nie wieder aufgreift, sondern sie nur einmal verschriftlicht sehen wollte/sah);
auch der schlußsatz ist gelungen; das dazwischen plätschert vor sich hin - mag gut sein oder auch nicht, kann man nur wirklich sagen, wenn es schlußendlich eingebettet ist; so mag ich nur die stellen aufzählen, die mir aufgefallen sind;
negativ aufgefallen ist mir das buchladen/kinderbild teil; das ist mir dann zu unnachvollziehbar als bild;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

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Location: Jena

Occupation: Student

3

Friday, November 4th 2011, 12:13am

Hi Jule
Marburg muss ja echt was haben, so viel wie darüber geschrieben wird. Von den bisher gelesenen lockt mich dein Text am meisten dort hin. Der überfüllte Himmel hat für mich zwar irgendwie was einengendes und sogar bedrohliches (falls im Himmel kein Platz mehr für mich ist) andererseits empfinde ich diesbezüglich auch irgendwie etwas weiches - wenn da die "Wolkenkissen " dicker sind. Ich mag solche emotionalen Ambivalenzen bzw. Ambiguitäten da diese letztendlich wohl das sind, was das Leben ausmacht - der "Motor" des Lebens (Zerfall, der wiederum Neuaufbau bedingt - Urknall usw.).
Insbesondere die letzten beiden Sätze finde ich sehr schön und sehr gelungen. Da schwingt so n schmeichelnder Hauch von Weltschmerz mit.
Der mittlere Teil des Gedichtes gibt mir etwas weniger, aber das ist OK. Das Ziel des Schreibens sollte ohnehin wahrscheinlich nicht sein immer zu gefallen, sonst würde Lyrik bzw. Prosa zu Pop - dann könnte ich mir als Leser quasi gleich ne Soap anschauen.
Also hau weiter rein
Tobl
creation destroys - destruction creates

Jule

Master

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Location: Marburg

Occupation: Student

4

Friday, November 4th 2011, 4:16pm

Hallo erik

Freut mich, dass dir Idee soweit gefällt.

"auch wenn sie mir etwas anders ausgearbeitet noch besser zusagen würde; ein bisschen mehr verbandelt mit dem rest des textes und das schöne bild ein bisschen mehr zur gänze ausgelebt (überhaupt schwebt der text ein bißchen daher und zerreißt beim lesen ineinzelne schwaden)"

Was würde dir denn konkret vorschweben?
Das mit dem impressionistisch ist so ne Sache.. momentan schreibe ich einfach solche Eindrücke auf. Vielleicht sind sie unfertig, ja. Aber sie sollen/müssen vorerst auch nicht so ausgebaut sein. Ich lasse sie gern so als offene, lyrische Texte bestehen.
Vielleicht baue ich sie irgendwann nochmal in einen größeren Zusammenhang ein.


Hallo Tobl

Ja, Marburg hat was! :) Es mag auch daran liegen, dass ich da seit neuestem Zuhause bin und über sein Zuhause schreibt man ja hin und wieder schon mal was. ;)

"Das Ziel des Schreibens sollte ohnehin wahrscheinlich nicht sein immer zu gefallen"

Genau.

Danke für deine Gedanken.

lg

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