Friday, May 25th 2012, 8:48am UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

1

Friday, August 12th 2011, 7:55pm

Namenloser Fick - wo bist du?

Video killed the radio star?
War wohl nichts mit postmodern, mit Neokommunismus, Pseudokritik,
Sie holt sich was sie nicht braucht -
Und das ist es schon.
Es muss nicht kompliziert sein, aber die Einfachheit neigt dazu.

Internet killed the romance,
Wo ist all die Liebe,
Fortschreitender Fortschritt
Vernichtet das Fortkommen.

Ich sehne mich nach den Zeiten,
Als wir noch die Telefonnummern tauschten
Und nicht die unsrer Sozial- und Rentenversicherung -
Verschlossene Öffentlichkeit
trifft schüchternen Mumm.

Wo führt das hin?
Entschuldigt mich nun,
Meine Scheibmaschine hat keine lange Akkulaufzeit.
"When the going gets weird the weird gets pro."

Raul

Master

Date of registration: Oct 10th 2010

Posts: 686 wcf.user.activityPoints: 4,135

2

Friday, August 12th 2011, 8:22pm

Hallo Kruspe,

dieser Text wirkt pseudointellektuell, überfrachtet und entzieht dem Leser durch Statements jegliche Interpretationsräume. Ich mag eigentlich politisch motivierte Lyrik. Bei diesem Text sehe ich allerdings nur den Willen, begrifflich zu provozieren, Altebekanntes runterzuleiern, um sich am Ende eines schlechten Werkes vom Acker zu machen. Sorry, aber allein die Überschrift hat rein gar nichts mit dem Text zu tun, bringt vielleicht vorübergehend klicks, ist aber an Flachheit kaum mehr zu überbieten.

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

3

Friday, August 12th 2011, 8:59pm

Danke für die Kritik vorab,

Aber den Titel habe ich bewusst gewählt, da er sehr viel mit dem Text zu tun hat. Es ist interessant zu wissen, wie der Text auf andere wirkt, da er auf mich keineswegs überfrachtet wirkt, altbekannt oder provokativ. Das soll er auch nicht sein! Klicks sind nicht alles - und darauf bin ich auch nicht aus.

Zu dem Rest deiner Kritik kann ich nichts sagen, da es auf persönlicher Meinung beruht, und die ist nunmal, achtung jetzt kommt der Clou, persönlich und subjektiv. Aber gut mal etwas zu hören!
"When the going gets weird the weird gets pro."

Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

Posts: 1,452 wcf.user.activityPoints: 9,420

Location: Bayern

4

Saturday, August 13th 2011, 12:51am

Hallo Kruspe,

also so einfach kannst du dich nicht vom Acker machen, von wegen "persönlich und subjektiv."
Wer einen Text in die Öffentlichkeit setzt, muss sich schon mit den Lesarten anderer auseinandersetzen, sonst bräuchte er nicht in einem Lyrikforum posten.
Ich teile Rauls Einschätzung durchaus, dass hier nur "Altebekanntes pseudointellektuell runtergeleiert wird."
Entäuschend ist vor allem, dass für mich "persönlich und subjektiv", keinerlei lyrische Ansätze in diesem Text zu erkennen sind (eine Alliteration macht noch keinen Sommer).
Um hier nicht alles in die Tonne zu klopfen, gestehe ich dem Text einen gewissen nostaligisch iroischen Unterton zu, der allerdings besser herausgearbeitet werden könnte.
Ich hoffe, du bist soweit Kritik empfänglich, dass wir konstruktiv weiter diskutieren können.
LG
Perry

Nevis

Trainee

Date of registration: Dec 4th 2009

Posts: 33 wcf.user.activityPoints: 200

Location: Schwarzwald

5

Saturday, August 13th 2011, 3:54am

"Namenloser Fick - wo bist du?"



Oh Gott - wenn ich das schon lese.



Diese "Tabuverletzung" durch ordinäre Sprache ist alt und abgeschmackt.



Anbiedernd.



Vermeintlich "cool".



Peinlich ...

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

6

Sunday, August 14th 2011, 2:52pm

Wenn ich keine Kritik verlangen würde, würde ich es nicht veröffentlichen (wobei ich da eingestehen muss, dass es auch andre Motivationen gibt...die ich jedoch nicht teile). Daher schonmal dankeschön für die Meinungen, wie auch bei Raul zuvor.

Um auf perrys Kritik einzugehen:
Erstmal die zum Text. Wenn du ihn vielleicht noch einmal liest findest du auch andere Stilmittel als nur eine Alliteration, wobei für mich Lyrik nicht nur durch Reime oder Stilmittel festgelegt wird, genauso wenig wie Essen durch den Nachtisch.
Vielen Dank für den Kommentar zu dem Unterton, wobei Ironie ebenfalls ein Stilmittel ist und somit dein voriger Satz etwas an Glaubwürdigkeit einbüßen muss...
Das Altgebackene, wie du/ihr es bezeichnet, würde ich gerne genauer erklärt haben - was seht ihr in dem Text?
Die unterschwellige Unterstellung/Beleidigung (so kommt es jedenfalls rüber - "Wer einen Text in die Öffentlichkeit setzt, muss sich schon mit den Lesarten anderer auseinandersetzen", sollte es nicht so gemeint sein, entschuldigung. Aber ich hoffe du siehst, worauf ich hinaus möchte...) ignoriere ich mal zugunsten eines hoffentlich weiteren Gesprächverlaufs, der die Dinge möglicherweise etwas klären könnte, und widme mich den persönlichen Dingen:
"also so einfach kannst du dich nicht vom Acker machen, von wegen "persönlich und subjektiv.""
Und was soll ich sonst sagen? "Nein, deine Meinung ist falsch" ? Es ist seine Meinung, und daran kann und will ich nichts ändern... sonst gäb es ja keine Gespräche mehr, bei denen man Einsicht in die Blickweise anderer gewinnt und somit seine eigene überdenken kann.

An nevis:
Ja. Das war sehr konstruktiv und hilfreich.
Und wie schon zu Raul davor: Der Titel dient NICHT einer Tabuverletzung, sondern hängt mit dem Text zusammen. Alternativ hätte ich es (falls du lieber künstlerische Freiheit andrer einschränken möchtest) "Impression eines Romantikers" (ja damit meine ich die Zeit und auch die landläufige Übersetzung von Romantik, sozusagen ein Wortspiel, wenn du es willst) nennen können.
Es ist vor allen Dingen so unglaublich beglückend, wie du dich auf den Text beziehst und dich überhaupt nicht auf einen einzelnen Aspekt versteifst - ich ziehe imaginär meinen ebenso imaginären Hut.
"When the going gets weird the weird gets pro."

Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

Posts: 1,452 wcf.user.activityPoints: 9,420

Location: Bayern

7

Sunday, August 14th 2011, 5:24pm

Hallo Kruspe,

schön, dass du weiterdiskutieren möchtest, auch wenn deine Antwort wenig zu einer Anäherung beiträgt.

Ironie ist eine Ausdrucksart und nicht genrespezifisch, wie die von mir angesorochenen "lyrischen" Stilmittel. ;)

Altbacken ist etwas anderes als "Altbekanntes", also bitte etwas genauer Lesen, wenn wir nicht aneinander vorbeireden wollen.
Altbekannt deshalb, weil mit dem Zitieren von Bekanntem wie

"Video killed the radio star?" bzw. Schlagworten wie

"postmodern, Neokommunismus, Pseudokritik"

allein nichts beim Leser ankommt, als pseudointellektuelles Gerede.

Dazu tragen dann auch philosophische Nullnummern wie

"Es muss nicht kompliziert sein, aber die Einfachheit neigt dazu." oder

"Fortschreitender Fortschritt
Vernichtet das Fortkommen."

Dein Hinweis, du hättest den Text auch "Impression eines Romantikers" nennen können,
bringt mich schließlich zu der Ansicht, dass wir wohl keine gemeinsame Diskussionsbasis finden werden.

Abschließend möchte ich nur noch feststellen, dass ich dich mit dem Satz

"also so einfach kannst du dich nicht vom Acker machen, von wegen "persönlich und subjektiv."

nicht persönlich angreifen wollte, sondern nur eine etwas ausführlichere
Begründung für die Ablehnung der Kritik Rauls einfordern wollte.

LG
Perry

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

8

Sunday, August 14th 2011, 5:57pm

Hey Perry, mal wieder,

Auch wenn dir im Folgenden viele Zeilen angreifend oder vielleicht nervtötend oder ähnlich auffallend vorkommen (dazu zählt auch "auf die Schippe nehmend"), so tut es mir Leid, das ist nicht meine Absicht und ich hoffe du wirst deswegen nicht denken, ich lehne deine Kritik ab oder könne sie nicht vertragen oder wolle einfach nur kontra sein.


"Altbacken ist etwas anderes als "Altbekanntes"" -> Deswegen altGEbacken und nicht altbacken. Was schwebte dir denn so als Annäherung vor? Picknick?

"Ironie ist eine Ausdrucksart und nicht genrespezifisch, wie die von mir angesorochenen "lyrischen" Stilmittel."
Ein Auto ist ein Fortbewegungsmittel. Ein Motorrad aber auch. Und der Smiley dahinter, der wirkt, als würde es dir hier nicht um Meinungsaustausch sondern Rechthaberei und Überlegenheit gehen, ist mir sehr sehr unsympathisch. Heute habe ich kein Foto für ihn.

" weil mit dem Zitieren von Bekanntem wie
"Video killed the radio star?""
Also wenn Zitate alt sind, sind sie schlecht. Check.

"bzw. Schlagworten wie
"postmodern, Neokommunismus, Pseudokritik""
Oh mein Gott! Ist es dir überhaupt möglich, Zeitung zu lesen? Da wimmelt es ja nur so von Schlagworten und sogar den bösen Nachfolgern - Schlagzeilen! Wenn du mich fragst sind die letzten sowieso nur Mitläufer...so wie Groupies.

"Dazu tragen dann auch philosophische Nullnummern wie
"Fortschreitender Fortschritt
Vernichtet das Fortkommen.""
Es tut mir Leid, aber demnach hast du weder den Text noch die einzelnen Zeilen verstanden.

"Dein Hinweis, du hättest den Text auch "Impression eines Romantikers" nennen können,
bringt mich schließlich zu der Ansicht, dass wir wohl keine gemeinsame Diskussionsbasis finden werden."
Aufgrund der Tatsache dass...
a) du es anders siehst?
b) du nicht weißt was ich damit meine?
c) du keine Lust mehr hast?
d) Fleischbällchen?

"nicht persönlich angreifen wollte, sondern nur eine etwas ausführlichere
Begründung für die Ablehnung der Kritik Rauls einfordern wollte."
Wo habe ich die Kritik abgelehnt?
"When the going gets weird the weird gets pro."

Daniel H.

Trainee

Date of registration: Jan 27th 2011

Posts: 66 wcf.user.activityPoints: 405

9

Sunday, August 14th 2011, 7:08pm

Hallo Kruspe,

Ich finde deinen Text nun nicht so miserabel, habe aber auch einige Kritikpunkte gefunden. Im Gegensatz zu Raul und Perry möchte ich - vorerst - nicht von "pseudointellektuell" sprechen, sondern etwas hermetischen Passagen, die einem natürlich erst einmal pseudointellektuell vorkommen, da sie kaum vertieft oder klar untermauert sind. Deshalb habe ich auch einige Verständnisfragen.
War wohl nichts mit postmodern, mit Neokommunismus, Pseudokritik,
Sie holt sich was sie nicht braucht -
Und das ist es schon.
Das hier ist wohl die an "Exzellenz" einbüßenste Stelle durch oben genannte Aussparungen. Also, warum war das wohl nichts mit postmodern, was sollte es denn deines Erachtens nach werden, wie hängen die drei Begrifflichkeiten zusammen, was sagt uns das über die Situation der Gesellschaft und Politik? Und: warum holt sie, die Pseudokritik, sich was sie nicht braucht (mal davon abgesehen, dass hier versäumt wird, "Pseudokritik" eindeutig für den nächsten Satz als Subjekt zu markieren, sonst nämlich Plural)? Was rechtfertigt hier die immense Pauschalität und Exzentrik?

Ich hoffe du verstehst die Fragen nicht schon als zwischenzeilig beantwortet; das sind sie trotz aufmerksamen Lesens nicht (und mit diesen Begrifflichkeiten bin ich auch nicht zimperlich als angehender Philosophiestudent).

Internet killed the romance,
Wo ist all die Liebe,
Fortschreitender Fortschritt
Vernichtet das Fortkommen.
Die Liebe ist wohl mehr im Umgang mit solchen Dingen wie Internet angesiedelt, als in den Dingen oder Umständen selbst. Internet kann weder Liebe noch Romantik töten, das muss der Mensch selbst wissen, erleben und entsprechend auf seinem Konto verbuchen. Genauso ist es mit dem Fortschritt. Mir scheint, dieser verklärende Kulturpessimismus funktioniert eben nur über Ideen, übergeht die Menschen, die ja nicht Knecht eines verruchten System sind, sondern von denen her das System immer gedacht werden muss. Kurz: Fortschrittskritik kommt hier etwas albern rüber und du könntest ja noch ein paar persönliche Gedankengänge hinzu steuern, damit das insgesamt besser wirkt.

Ich sehne mich nach den Zeiten,
Als wir noch die Telefonnummern tauschten
Auch in diesen Zeiten hing das ganz vom Umgang, vom Menschen selbst ab. Wenn hier eine konservative Absicht vorherrscht, habe ich also bereits alles dazu gesagt. Wenn es dir um eine mildere Nostalgie geht, ist das zwar etwas anderes, wird aber im Kontext sehr erdrückt und mit Vorbehalten überladen. Ich weiß auch nicht, warum du am Anfang das Attribut "postmodern" mit abstufst, ich lese immer nur ein Unbehagen gegenüber der Moderne. Die Postmoderne hat doch gerade (philosophisch jedenfalls) mit der Dekonstruktion und Kritik der Moderne zu tun, mit dem Transzendieren aus Entfremdungsprozessen uvm. Ist das so negativ und pseudokritisch? Was denkst oder machst du besser?

Quoted

Wo führt das hin?
Entschuldigt mich nun,
Meine Scheibmaschine hat keine lange Akkulaufzeit.
Ich entschuldige dich nicht. Schau nach, wo das hinführt, alles andere macht solche Texte unglaubwürdig und flach. So viel Akkulaufzeit musst du _dir selbst_ schon geben. Die Technik kann nichts dafür und pure Nostalgie reicht hier beileibe nicht aus, um dein Verschwinden in ein positives Licht zu rücken. Du machst es dir mit dem Schluss recht einfach und das ist leider für den Leser eine große Enttäuschung. EDIT: Außerdem steht der Schluss in krassem Widerspruch zum Titel. Wo bist _du_?

Also, mit ein paar interessanten Ausschmückungen wäre für mich einiges begradigt, der Text ist keineswegs per se fragwürdig und Stuss.

Liebe Grüße!
»Das Leben ist kein Argument; unter den Bedingungen des Lebens könnte der Irrtum sein.«
― Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

Posts: 1,452 wcf.user.activityPoints: 9,420

Location: Bayern

10

Sunday, August 14th 2011, 8:51pm

Hallo Kruspe,

na da haben wir wohl beide unsere Zeit verschwendest.
Gruß Perry

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

11

Sunday, August 14th 2011, 10:59pm

Hey Daniel H.,

Auch an dich vielen Dank zuerst für deine sehr detaillierte Kritik/Meinung. (Und da du die schöne Zitatfunktion benutzt wirds ja auch mal an der Zeit...Funktionen sei dank.)

Quoted

Das hier ist wohl die an "Exzellenz" einbüßenste Stelle durch oben genannte Aussparungen. Also, warum war das wohl nichts mit postmodern, was sollte es denn deines Erachtens nach werden, wie hängen die drei Begrifflichkeiten zusammen, was sagt uns das über die Situation der Gesellschaft und Politik? Und: warum holt sie, die Pseudokritik, sich was sie nicht braucht (mal davon abgesehen, dass hier versäumt wird, "Pseudokritik" eindeutig für den nächsten Satz als Subjekt zu markieren, sonst nämlich Plural)? Was rechtfertigt hier die immense Pauschalität und Exzentrik?
Zuerst einmal für das Verständnis soll es die Sicht eines "Nostalgikers", wie du es nanntest, darstellen, das sich nicht mit der eigenen decken muss - ebenso wenig wie das lyrische Ich in konventionellen Texten, das auch eine Eigenironie erzeugen kann.
Wie du als Philosophiestudent sicherlich weißt, fällt die Moderne in genau diesem Bereich mit der Aufklärung zusammen. Der Begriff muss denke ich nicht weiter erklärt werden. Wir befinden uns also praktisch in dem Postenlightenment und den damit zusammenhängenden Strömungen und Bewegungen. Was werden sollte ist ungewiss, man kann nur sagen was ist, und dieses hat uns geprägt - prägt uns also in dem Prozess selbst. Was das für die Gesellschaft bedeutet ist selbsterklärend (Weiterer Bezug: "Auch in diesen Zeiten hing das ganz vom Umgang, vom Menschen selbst ab.").
Pseudokritik ist vom Menschen geschaffen (ja, wie soll es auch sonst sein...) und wird von diesem benutzt, ohne eigentlich gebraucht zu werden, trotzdem feiert sie ihren immens überladenen Fortbestand.

Quoted

Die Liebe ist wohl mehr im Umgang mit solchen Dingen wie Internet angesiedelt, als in den Dingen oder Umständen selbst.
Internet kann weder Liebe noch Romantik töten, das muss der Mensch selbst wissen, erleben und entsprechend auf seinem Konto verbuchen.
Da muss ich dir leider sehr stark widersprechen - Liebe gibt es nicht nur im oder durch das Internet (wenn auch 12jährige Pubertierende dazu neigen, dies heutzutage zu widerlegen) und wird sehr wohl in Dingen und Umständen gespiegelt oder sogar durch diese erzeugt.
Das als Grundlage nehmend (mitsamt der Information dass ich Klammern viel zu häufig benutze und dass das Internet den Prozess des Kennenlernens oder Beschnupperns, wie du willst, drastisch umstellt) liegt es nicht einzig am Menschen - sie sind eher ein Opfer der Umstände.

Quoted

Fortschrittskritik kommt hier etwas albern rüber und du könntest ja noch ein paar persönliche Gedankengänge hinzu steuern, damit das insgesamt besser wirkt.
Wo bleibt da das Interessante: Eigene Gedanken? Ich möchte zum Denken anregen und keine Gedankengänge vorgeben.


Quoted

Die Postmoderne hat doch gerade (philosophisch jedenfalls) mit der Dekonstruktion und Kritik der Moderne zu tun, mit dem Transzendieren aus Entfremdungsprozessen uvm. Ist das so negativ und pseudokritisch? Was denkst oder machst du besser?
Das wurde ja bereits oben angeschnitten. Verstehe manche Passagen des Textes aus Sicht des lyrischen Ichs, wie am Ende aufgeklärt wird, als eine Ironie auf sich selbst.

Quoted

EDIT: Außerdem steht der Schluss in krassem Widerspruch zum Titel. Wo bist _du_?
Wie bereits erwähnt... Der/Die Unbekannte, die man trifft - DAS Motiv schlechthin (und nur ein Motiv), womit wir zu der in vorigen Kommentaren angesprochenen Romantik schweifen. Der Zusammenhang dürfte klar sein (falls nicht, kannst du ja wieder nachfragen, dafür gibt es ja die Kommentarfunktion... Ich wollte zu Beginn nur nicht selbst den Text erklären, da meiner Meinung nach durch eine Analyse on jeglichen Texten der Reiz dahinter verloren geht).
Die Akkulaufzeit ist ebenfalls eine Anspielung, Stichwort z.b. wäre Smartphone.

Vielen Dank für dein Interesse nochmal und mit freundlichen Grüßen, zu vielen Klammern und einem viel zu ernsten Stil
Kruspe
"When the going gets weird the weird gets pro."

Daniel H.

Trainee

Date of registration: Jan 27th 2011

Posts: 66 wcf.user.activityPoints: 405

12

Monday, August 15th 2011, 1:03am

Hallo Kruspe,

Quoted

Zuerst einmal für das Verständnis soll es die Sicht eines "Nostalgikers", wie du es nanntest, darstellen, das sich nicht mit der eigenen decken muss - ebenso wenig wie das lyrische Ich in konventionellen Texten, das auch eine Eigenironie erzeugen kann.

Das stimmt, tut mir leid. Ich habe dich hier unbedachter Weise mit dem lyrischen Ich vermengt. Das Potenzial für Eigenironie habe ich eventuell aus dem Sichtfeld verloren. Sie kommt für mich aber, wenn sie denn vorhanden ist, nicht deutlich rüber. Es wirkt eher wie ein Text, der mal raus musste, weil er sich dem lyrischen Ich ernsthaft aufdrängte, es einem aber nur Passagen offenlegt, die nicht so zugänglich bzw. auch nicht sehr sinnvoll sind. Bei wesentlicher Eigenironie hätte ich zum Beispiel erwartet, dass der Text eine Spur pseudokritischer verfasst wäre - das lyrische Ich bemüht sich stattdessen zwanghaft um Exzentrik.

Quoted

Wir befinden uns also praktisch in dem Postenlightenment und den damit zusammenhängenden Strömungen und Bewegungen.
Das sehe ich anders. Die Aufklärung ist eine stets unabgeschlossene Epoche, und genau das macht sie auch aus. Wer das nicht begreift, hat sich damit nur in schulischen Geschichtsbüchern beschäftigt. Die Postmoderne ist etwas anderes als die Zeit nach der Aufklärung, gerade sie pflegt einen intensiven Bezug zu ihr (Popper, Foucault). Die Postmoderne ist auch etwas anderes als eine Zeit nach der Moderne (trotz des Präfix "Post-" und auch wenn es in Wikipedia falsch steht), sie ist gegenwartsbezogen, bewegt sich in der Moderne selbst und bezeichnet einfach eine kritische Denkrichtung. Welche Strömungen und Bewegungen meinst du denn?

Quoted

Pseudokritik ist vom Menschen geschaffen (ja, wie soll es auch sonst sein...) und wird von diesem benutzt, ohne eigentlich gebraucht zu werden, trotzdem feiert sie ihren immens überladenen Fortbestand.
Also was wäre denn nun konkret Pseudokritik? Vielleicht kommen wir ja noch auf einen Punkt, den wir beispielhaft behandeln können. Du musst der wertenden Konnotation schon Rechnung tragen, sonst gefällt mir das Wort hier überhaupt nicht.

Quoted

Das als Grundlage nehmend [...] liegt es nicht einzig am Menschen - sie sind eher ein Opfer der Umstände.
Weil das Internet den Prozess des Kennenlernens drastisch umstellt? Was macht die Menschen dadurch zu Opfer? Sie haben es nur mit anderen Umständen zu tun. Keine Art dieses Prozesses bzw. keine Form von Liebe hat irgendwelche objektiven Vorzüge. Solange die Umstellung des Prozesses keine Erpressung oder sonst etwas bedeutet, und das tut es nicht (im Gegenteil!), sind Menschen wenn überhaupt ein Opfer ihrer selbst, ihrem Umgang mit den Umständen. Der kann Liebe zulassen oder eben nicht - wie sie dann aussieht, ist nunmal Sache der Liebenden selbst.

Quoted

Wo bleibt da das Interessante: Eigene Gedanken? Ich möchte zum Denken anregen und keine Gedankengänge vorgeben.
Oh, ich nehme mir da gerne Zeit für, wie du siehst. Ich wollte dich nicht um Vorgaben bitten, sondern um "noch ein paar persönliche Gedankengänge", wenn ich mich mal selbst zitieren darf. :whistling:

Liebe Grüße!
»Das Leben ist kein Argument; unter den Bedingungen des Lebens könnte der Irrtum sein.«
― Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

13

Monday, August 15th 2011, 8:12pm

Hey Daniel,

Da ich den Kommentar zum 4ten mal schreibe, hab bitte etwas Rücksicht auf eventuell kurze Sätze.

Quoted

Das Potenzial für Eigenironie habe ich eventuell aus dem Sichtfeld verloren. Sie kommt für mich aber, wenn sie denn vorhanden ist, nicht deutlich rüber.
Es sollte durch den Schluss am Ende aufgeklärt werden - ich wollte die Stimmung davor absichtlich so herausheben.

Quoted

Die Aufklärung ist eine stets unabgeschlossene Epoche, und genau das macht sie auch aus.
Jede Epoche ist unabgeschlossen, sie findet ihre Fortläufer in darauffolgenden (wenn vielleicht auch nicht in der nächsten) wieder, sonst wären wir heute nicht da, wo wir sind.

Quoted

Die Postmoderne ist auch etwas anderes als eine Zeit nach der Moderne (trotz des Präfix "Post-" und auch wenn es in Wikipedia falsch steht), sie ist gegenwartsbezogen, bewegt sich in der Moderne selbst und bezeichnet einfach eine kritische Denkrichtung.
Da Wikipediaartikel frei sind und somit auch von Poolitzeridioten verfasst werden können, denke ich steht das gar nicht erst zur Debatte.
Betonung sollte zu Beginn auf "auch" liegen, denn das ist sie sicherlich. Die Postmoderne begann nicht mit Beginn der Moderne, aber ich denke du als "angehender Philosophiestudent" (wobei mir das immernoch rätselhaft ist) wirst mit mir als "angehendem Psychologiestudenten" sicherlich nicht konform gehen. Sie ist ebenfalls nicht nur "eine kritische Denkrichtung". Wenn du das so schreibst, solltest du es, um solche Unklarheiten zu vermeiden, lieber anders ausdrücken. Im Übrigen gilt die Moderne als abgeschlossen und ist somit, selbst wenn die Postmoderne sich darin befinden sollte, nicht mehr gegenwartsbezogen als auch andere Epochen mit ihren Ausläufern.

Quoted

Also was wäre denn nun konkret Pseudokritik?
Pseudokritik bezeichnet eine kritische Haltung, die durch fehlende Empirie auffällt und sich vor allem auf einzelne Bereiche beschränkt, ohne diese im Kontext zu betrachten. Meist liegt sie fernab aller Realität und wird somit so konstruktiv wie ein Backstein.

Quoted

Weil das Internet den Prozess des Kennenlernens drastisch umstellt? Was macht die Menschen dadurch zu Opfer?
Auch wenn Strömungen vom Menschen geschaffen werden, so müssen sich viele trotzdem diesen anpassen und werden dadurch zu besagten Opfern - Beispiel: Umweltschutz und miteinhergehende Steuererhöhungen.

Quoted

Keine Art dieses Prozesses bzw. keine Form von Liebe hat irgendwelche objektiven Vorzüge.
Wer sprach denn auch von Objektivität?

Quoted

ihrem Umgang mit den Umständen
Ein zu Unrecht Verurteilter kann nichts anderes tun, als sich in sein Schicksal einzufügen, sollte die Revision abgelehnt werden. Insofern ist der Punkt sehr unklar.

Quoted

Ich wollte dich nicht um Vorgaben bitten, sondern um "noch ein paar persönliche Gedankengänge"
...die dann Vorgaben wären, denn was ich schreibe und du liest beeinflusst dich unweigerlich und somit gebe ich Vorgaben an, da du vielleicht sonst nicht den gleichen Einblick hättest wie ich und andere interpretationen möglich wären.

Gruß und Kuss
dein Kruspilus
"When the going gets weird the weird gets pro."

Daniel H.

Trainee

Date of registration: Jan 27th 2011

Posts: 66 wcf.user.activityPoints: 405

14

Tuesday, August 16th 2011, 9:44pm

Jede Epoche ist unabgeschlossen, sie findet ihre Fortläufer in darauffolgenden (wenn vielleicht auch nicht in der nächsten) wieder, sonst wären wir heute nicht da, wo wir sind.
Als ob ich Fortläufer o.ä. gemeint hätte. Jede Epoche ist bis auf die gegenwärtige als Original "abgeschlossen", sonst wäre der Begriff nutzlos. Und ob wir unser Heute eher Nachwirkungen als "Neuwirkungen" zu verdanken haben, bezweifle ich auch.

Die Postmoderne begann nicht mit Beginn der Moderne
Harry Potter auch nicht, Postmoderne auch nicht. Naja, wäre die Postmoderne dagegen epochal, wäre das ein Argument. Das ist falsch, und das habe ich auch schon im letzten Beitrag gesagt, also sind solche Sätze, die das stumpf implizieren, eher unangenehm. Die Postmoderne ist die beständige Überarbeitung der Moderne, produziert Modernes, bleibt Modernes. Sie ist nicht deren Überwindung oder neue Haut. Der Namensgeber und Entwerfer, Jean-François Lyotard, sah das eben so.

Pseudokritik bezeichnet eine kritische Haltung, die durch fehlende Empirie auffällt und sich vor allem auf einzelne Bereiche beschränkt, ohne diese im Kontext zu betrachten.
Dann gibt es nicht viel Pseudokritik. Ich finde jedenfalls, dass sich die meisten Menschen mit kritischen Haltungen zu wenig Empirie zumuten, aber den Kontext übersteigern, als sei nur das personeninvariante System bzw. irgendwie alles über den Kontext kritikwürdig.

so müssen sich viele trotzdem [strömungen] anpassen und werden dadurch zu besagten Opfern
Das müssen sie nicht. Aber sie müssen eine neue Erfahrung eingehen und auf sie reagieren. Und welche Früchte das trägt, liegt am gewählten Umgang. Welche Nebenwirkungen wie etwa Steuererhöhungen dazugehören, geht wieder am Wesentlichen vorbei und ist eine andere Frage.

...die dann Vorgaben wären, denn was ich schreibe und du liest beeinflusst dich unweigerlich
Wir wollen ja mal nicht psychologisieren, auch wenn das qua Vermutung interessant für dich ist.

Liebe Grüße!
»Das Leben ist kein Argument; unter den Bedingungen des Lebens könnte der Irrtum sein.«
― Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Kruspe

Intermediate

Date of registration: Dec 28th 2007

Posts: 70 wcf.user.activityPoints: 465

15

Wednesday, August 17th 2011, 4:45pm

Hallo Daniel again and again and again and again,

Somit sind wir an dem Punkt angekommen, an dem sich die Meinungen unterscheiden. Du hast auf meine Aussagen mit Dingen geantwortet, die ich im Textverlauf zuvor bereits anders beantwortet hatte. Daher denke ich wird dieses Gespräch, die Antwort auf dein letztes Zitat als Beispiel, eher sinnlos geworden - so wie Misswahlen, Deutschland sucht den Superstar oder alkoholfreies Bier.
"When the going gets weird the weird gets pro."

Similar threads

wcf.user.socialbookmarks.titel