"Sommertagelang" kommt mir wie ein verzweifelter Versuch vor, den es zu retten galt. Leider ohne Erfolg.
Wodurch kommt es dir denn so vor? Ein bisschen mehr Details wären schon interessant.
Ich finde das "Sommertagelang" sehr gut, vor allem, weil es sich nicht nur in der vorhandenen Reihenfolge lesen lässt (Die Erde schwitzt, dann durchbricht ein Gewitter aus Regenlicht Wolken), sondern auch vertauscht: Die Erde schwitzt ein Gewitter aus, gleichzeitig durchbricht Regenlicht Wolken. Es zeigt einem auf, wie man es gerade lesen will, ob man in der Stimmung für ein schwiziges Gewitter ist, oder in der Stimmung für ein erfrischendes Regenlicht, das durchscheint, das das Schwitzen (mit Regen) und das Gewitter (mit Licht) aufhebt. Meines Erachtens nach galt da nichts zu retten, weil es keine Rettung nötig gehabt hätte. Außerdem ist wohl alles nur ein "Versuch", das Wort ist also irreführend
"Gretchenfrage" gefällt mir soweit auch sehr gut. Der Bilderreichtum ist sprachlich sehr gelungen, sehr interessant umgesetzt.
"matt" gefällt mir persönlich nur so mäßig. Ich habe nichts gegen die verwendeten Bilder, sie sind okay, ich finde es nur etwas monoton insgesamt. Die Mattheit ergibt sich eher aus sich selbst, also nicht aus einem zusammengesetzten Reiz, alles trägt diese Mattheit bereits in sich.
"Schirmherr" gefällt mir persönlich gar nicht so sehr, es ist für mich zu belehrend, bilderlos, nutzenorientiert. Ich will aber nicht sagen "trivial", es gefällt mir einfach auf anderer Ebene nicht.
»Das Leben ist kein Argument; unter den Bedingungen des Lebens könnte der Irrtum sein.«
― Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft