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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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1

Wednesday, June 8th 2011, 7:36pm

schemenhaft

da ist ein fleck in meinem zimmer
er thront in dem eck und immer
wenn ich ihn anseh sieht er weg
und immer wenn ich hingeh ist es
nur noch ein fleck im dunklen eck
doch spätabends vor dem zu bett gehn
bleib ich regelmässig vor dem fleck stehn
und knie nieder und singe lieder
und bete und bitte
und werfe meine unwürdigen glieder
vor dem fleck in den dreck
zugleich hin und wieder
geschieht es dann
der fleck im eck wird zu gottes lamm
und jesus sieht gütig auf mich herab
das sind die glücklichsten momente
die ich noch hab
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

findefuchs

Intermediate

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2

Thursday, June 9th 2011, 7:00am

Hallo,

der Text wirkt sehr intensiv und transportiert folgendes Bild zu mir als Leserin:

Wenn ein Hurricane der erschütterndsten Verzweiflung, die ein Mesch für möglich hielt, seine Seele zerzaust hat, dann entsteht in der darauffolgenden Leere - so wie im Text beschrieben - die Idee eines zynischen Wahns, im naiv-lächerlich, erbarmungswürdigen Kleid scheinbarer Harmlosigkeit, dann passiert eine schreckliche Umkehr, hin zu vorher undenkbar Absurdem, ein entwürdigendes, verzeifeltes Klammern, selbst an den flüchtigen Schatten einer Hoffnung.

Sehr gerne gelesen.

finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

Chepre

Moderator

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3

Thursday, June 9th 2011, 12:01pm

Moin, Erik

ich find den Text auch nicht schlecht. würde ich jetzt noch nicht unter den absoluten Höhepunkten deines Schaffens verbuchen :huh: , aber das Ende macht stutzig und der lange Vorspann von Hin-und-Her passt eigentlich auch sehr gut. ich hab hier das Bild vor Augen von einem, der etwas so schlimmes getan hat, dass er sich nicht mehr vor die Tür traut, aus Angst, er könnte im Blick aller Menschen sein Urteil sehen. weil er nicht bereit ist, sich mit seinem Gewissen zu konfrontieren, erfindet er sich in seiner Wohnung einen Jesus, der einem ja idealerweise alles vergibt.

mit der Melodie des Textes bin ich mir noch nicht so einig. ich habe so ein Kribbeln in den Fingern, da glattbügeln gehen zu wollen, aber wenn ich da erstmal anfange, ist der Text hinterher ein völlig anderer. von daher lassen wir das mal, was =)

was mich am meisten stört - diese Reime. Eck-Fleck-weg-Dreck...erinnert mich sehr an ein Gedicht, dass ich in der Grundschule mal zu Fasching vorgetragen habe. :thumbup: aber das muss ja nun nicht dein Problem sein, was :D

Gruß
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Raul

Master

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4

Thursday, June 9th 2011, 4:40pm

Hallo Erik,

im ersten Moment dachte ich, dass du diesen Text zu sehr in eine Form gepresst hast. Es war mir zu viel auf den Effekt -eck, -fleck, zugetextet. Bei mehrmaligem Lesen gefiel er mir immer besser. Wenn du noch aus gechieht geschieht machst, hast du mich auf deiner Seite. Dann gefällt er mir endgültig.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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5

Saturday, June 11th 2011, 10:55pm

ja, der reimklang ist bewußt simpel; auch wenn ich ihn durch alternierungen und einschiebungen etwas mehr dynamik zu geben hoffte;
der rhythmus alterniert ebenso, um dem lyrich etwas dynamik zu geben;
danke fr das darstellen deiner sichtweise, findefuchs;
der fehler ist ausgebessert, raul;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
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