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Undine

Trainee

Date of registration: Aug 1st 2010

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Location: Im Norden

1

Tuesday, January 11th 2011, 12:04am

rauch (arbeitstitel)

der dir waben
an deine wunden holt

er lockt dich
blüte für blüte

als summte er
leise zwischen den kelchen

er legt seine flügel
in dein licht

ihm stichst du
in die brust

vergissmeinnicht


es ist ein entwurf. probleme habe ich mit dem titel, strophe 4 und dem schlussvers. wahrscheinlich fehlt noch mindestens eine strophe. außerdem fürchte ich, der text wirkt vielleicht unfreiwillig komisch, weil die metaphorik nicht mehr zu gebrauchen ist. was meint ihr? ich wäre für jede rückmeldung dankbar.

gruß

undine

findefuchs

Intermediate

Date of registration: Dec 14th 2010

Posts: 109 wcf.user.activityPoints: 580

2

Tuesday, January 11th 2011, 9:30am

Hallo Undine,

komisch wirkt der Text nicht und auch gegen die Metaphorik habe ich nicht unbedingt etwas einzuwenden. Ich mag Biene Maja noch immer! Allerdings liest er sich wie eine Anklage, wie trotziges "schlechtes-Gewissen-machen-wollen" und erhobenem "warte nur ab-Zeigefinger", nach bestrafen-wollen dieses "Schuftes", der die helfende Hand beißt. Dadurch könnte der Text in den Kitscheimer kippen, aber: Das lässt sich ändern. Daher folgender Vorschlag:

Als Titel würde ich "Honig" nehmen, das "vergissmeinnicht" ganz weglassen, weil Du dem Text damit jegliche Verdichtung wegnimmst. Strophe 5 komplett streichen. Dafür eventuell in "und lege seine flügel um dein licht, während er deinen stachel spürt", umändern und weiter nichts hinzufügen.

Das war's dazu von mir.

Gruß

finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

Kjub

Trainee

Date of registration: Jul 30th 2010

Posts: 23 wcf.user.activityPoints: 140

3

Tuesday, January 11th 2011, 10:40am

Hallo finde, Undine,

Schubs mich mal jemand von der Leitung ... Wie finde liest, macht es für mich auch Sinn. Ich lese aber andersherum, dass "er" oder "der" das "du" versorgt und es lockt, und dafür diesen Stich zum Schluss bekommt: Diese Wendung fällt für mich echt vom Himmel, da frag ich mich, wo die herkommt, was das soll. Was die Motivation für diesen Stich ist.
-> Inhaltlich ist "er" doch die helfende Hand, die gestochen wird!

Quoted

der dir waben/ an deine wunden holt ... ihm stichst du/ in die brust


Quoted

und lege seine flügel um dein licht, während er deinen stachel spürt


Daran gefällt mir auf den ersten Blick, dass dieser Stachel nicht sticht. Der Stachel ist als latente Gefahr vorhanden, aber diese irritierende Wendung zum Stechen fehlt, die ich erstens als zu starken inhaltlichen Bruch empfinde und zweitens stört mich, dass der die Deutungsmöglichkeiten arg reduziert. Aber so hätte man den Reiz der Gefahr, ohne dass man so etwas wie einen finalen Dreh bemühen müsste. Das wäre dezenter und passte auch eher zur Thematik, denke ich, also wenn man das Gedicht auf menschliche Beziehungen transferierte.

Quoted

als summte er


Konjunktiv Präsens summe mE.

Ich hoffe das ist jetzt nicht allzu durcheinander.

Herzliche Grüße! =)

findefuchs

Intermediate

Date of registration: Dec 14th 2010

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4

Tuesday, January 11th 2011, 12:45pm

Hi,
@Kjub: Wenn ich richtig lese, dann ist doch dieser "der" das LyrI., welches ein, als recht undankbar empfundenes LyrD. "versorgt" - und dafür bekommt "der" dann auch noch den Stich in die Brust von LyrD., als "Lohn", statt Dank. So jedenfalls habe ich es verstanden. Dieses edle! LyrI. breitet sogar im Sterben noch schützende Schwingen über das garstige LyrD., oder? Das geht doch runter wie Öl!!

(Lipidsenker)-Gruß

finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

Kjub

Trainee

Date of registration: Jul 30th 2010

Posts: 23 wcf.user.activityPoints: 140

5

Tuesday, January 11th 2011, 4:33pm

Ja okay, dann sind wir doch auf einer Linie. Da habe ich deinen ersten Komm wohl falsch verstanden.
Die ganze Szenerie hat schon was, obwohl sie mir mit etwas weniger Pathos besser gefallen würde -> s.o.
Grüße
Kjub

Chepre

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

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Location: Gießen

Occupation: Student

6

Tuesday, January 11th 2011, 10:47pm

hallo, Undine

ich bin noch etwas unschlüssig, wie ich deinen Text lesen soll. geht es um zwei Bienen? ist das lyrische Du eine Biene, das lyrische Ich die Blume? richtig - nun, wo ich das so schreibe, klingt es unfreiwillig seltsam. aber in deinem Text nicht. nun ja, ich werd früher oder später meine Lesart wohl schon noch finden. gegen Ende, bei der Stichzeile, denke ich auch an die Sonne, die stechen kann.
entgegen der Meinungen meiner Vorposter würde ich dir vorschlagen wollen, den Text nicht mehr groß umzuschreiben. ich finde, er wirkt so, wie er jetzt ist, sehr gut. das einzige, was mir einfallen würde - evtl. um ein paar Pronomina verschlanken, vielleicht so:

der dir waben
an deine wunden holt

lockt dich
blüte für blüte

summt
zwischen den kelchen

legt
seine flügel
in dein licht

ihm stichst du
in die brust

vergissmeinnicht

=) ja, das wäre so mein Vorschlag.

Gruß
Chepre
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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