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Rain

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1

Wednesday, November 17th 2010, 8:16pm

Belästigung

War es ein Lächeln, das auf dein Gesicht du maltest,
als fragend ich in deine Augen sah?
War es ein Nicken, das ich heute flehend ahnte,
als sorgsam ich die Frage dir gebar?

War es ein Zaudern, das mein Herz zu spüren glaubte,
als, reglos fast, die Hand in meiner lag?
War es ein Wimpernschlag, den eben ich dir raubte,
als meine Ungeduld den Atem dir fast nahm?

Mein rasches Fordern, Heischen, Fiebern, Drängen,
beharrlich sanft ertrugst du dieses Spiel,
--- um mir am Ende dieser Fragestunde
zu sagen, dass sie gar nicht dir gefiel.
Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise. Ringelnatz

Marot

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2

Sunday, November 21st 2010, 10:55am

gar nicht mir gefallen, sagen kann man das nicht, nur umzustellen alle sätze für den reim, da geht man der sprache auf den leim :D

Ganz ehrlich, das Thema gefällt mir. Der alte Geschlechterkampf, das Ringen um Symphatie und die kaltschnäuzige Ablehung durch die Frau die eher zufällig als logisch daher kommt. Hübscht und nett zu lesen, aber die Sprache.
Ich komme mir vor wie 1775, als hätte der junge Goethe gerade den Sturm und Drang für sich endeckte nach dem er sich eine Nacht mit einer Priestertocher vergnügte. Hätte er damals seinen Text eingestellt hier im Forum und wäre es nicht eine völlig neue Sprach und Bildmotivik gewesen, sondern sagen wir mal es hätte die Sprache von Gryphius immitiert. Ich hätte dem guten Johann gesagt: Wach auf Junge wir sind im 18 Jahrhundert, das hier sind moderne Zeiten, die Franzosen sind kurz davor ihren König zu köpfen, die Industialisierung bricht schleichnd herein und selbst in unseren Landen neigt sich der Absolutismus langsam dem Ende. Hast du das nicht mitbekommen? Willst du deine Sparche der neuen Zeit nicht anpassen? Wenn ich deinen Text lesen, sehe ich historisxhe Bidler, die zwar schön sind und auch nicht so schlecht gemacht, aber die keienrlei Verlinkung zur Gegenwart haben. Und das führt dazu, dass ich sie nicht glaube. Sie erscheinen mir nicht autentisch, weil sie nicht in unsere Zeit passen. Wo sind zum Beispeiel die modischen Zopfrisuren :D
Also das hätte ich Goethe gepostet ;)
Gruß marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Rain

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3

Sunday, November 21st 2010, 1:34pm

Dankt und lacht herzlich über deinen lieben Kommentar, Marot.
Und es freut mich, dass ich sprachlich die Zeit traf, die ich treffen wollte. Auch wenn das "gar nicht dir gefiel". :)

Nur, jetzt bekomme ich ein Problem.
Auch in meiner realen Welt hält man mich für ein verbales Fossil, weil ich diese Art zu artikulieren einfach schön (und manchmal wichtig) finde. So wie ich Telemanns Tafelmusik mehr schätze als die heutige, so ergötze ich mich an Goethes oder Rilkes Lyrik mehr als an zeitgenössischen Gedichten.
Eva Strittmatter, leider ist sie sehr krank, mag ich von den Heutigen noch am ehesten.
„ Solange Glut ist, kann auch Feuer sein“.

Und so sitze ich da wohl in einer Falle, büße an Glaubwürdigkeit ein, lasse nach heutigen Kriterien Authentizität und Gegenwartsbezug vermissen und frage mich natürlich, ob ich mit meinem Sprachverständnis überhaupt in dieses moderne Gedichteforum hinein passe.

Mal sehen, ob er sich weiter traut. :S

L.G. Rain
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Marot

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4

Sunday, November 21st 2010, 1:53pm

Weißt du was, in dem Fall, vergiss was ich gesagt habe. Wenn du so schreibst, weil es dir freude bereitet und nicht weil du versuchst besonders lyrisch zu sien, wenn du so schreibst, weil du auf deinem eigen Strich und wenns sein muss gegen den Strich der Anderen wandelst, wenn du so schreibst, weil es eben deine Art des Ausdrucks ist, dann ist es wirklich so was von scheiß egal, was ich zu Goethe zu sagen habe :D

Gruß marot :)
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Rain

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5

Sunday, November 21st 2010, 2:10pm

Nein Marot, dein Kommentar war mir schon wichtig. Manchmal schießen wir über das Ziel hinaus und da ist ein Korrektiv doch wertvoll.
Vielleicht hilft aber noch der Hinweis, dass ich es unter „Satire“ stellte und nicht unter „Liebe und Leidenschaft“. :)
L.G. Rain
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