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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Thursday, March 25th 2010, 12:35pm

nicht mehr

los gebunden meine träume
laufen aus vergessen leer
nur die wellen schlagen immer
noch die farben vor sich her

lass sie bleiben
halt sie treiben
kleiner farbenklecks im meer
gib ihm wärme
wenn er strandet
lass ihn sein
und gar nicht mehr
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Strohpuppe

Moderator

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Location: Gießen

Occupation: Student

2

Thursday, March 25th 2010, 5:44pm

hallo du

in meinen Augen ein ähnlicher Fall wie blau getüncht. starker Einstieg, gegen Ende leider etwas nachgelassen in "Schlagkraft" und Dichte. Strophe 1 kommt sehr pointiert und klar, quadratisch-praktisch-gut und doch auf eine leise Art verstörend. ich lese mir in Z2 unwillkürlich hinter jedes Wort ein Ausrufezeichen ;), so gibt das eine tolle Lesart. gefällt mir sehr. auch, dass die Wellen schlagen - eine tolle Wortwahl (auch wenn sie vielleicht nur aus der treiben-Wiederholung in S2 geboren war ^^ )
S2 scheint mir "atmosphärisch" gar nicht zu S1 zu passen. vielleicht legen meine Ausrufezeichen aber auch einfach die gänzlich falsche Ausgangsatmosphäre vor. jedenfalls komm ich spätestens in Z3 und 4, die für mich wie aus einem lächelnden Kindergedicht Kreuzreim JambusJambus eingeflogen klingen, aus dem Gleichgewicht. die letzten zwei Zeilen gefallen mir aber wieder sehr gut auf die gleiche Weise, wie mir S1 gefällt. deshalb mein vorsichtiger Vorschlag:

los gebunden meine träume
laufen aus vergessen leer
nur die wellen schlagen immer
noch die farben vor sich her
wenn sie stranden
lass sie sein
und gar nicht mehr

Gruß
Maria
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

franz

einfach nur franz

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3

Friday, March 26th 2010, 2:07pm

Hey Alexa,

ich schließe mich dem schon gesagten mal einfach an. Auch ich finde ich erste Strophe echt recht gut. Thema und Umsetzung echt nicht von schlechten Eltern. Sehr schön gelungen finde ich den zweiten Vers der ersten Strophe, denn er lässt sehr schöne Interpretationen zu und fügt sich eben so beinahe nahtlos in alle mit ein.
Die zweite Strophe kommt mir dann aber auch zu weit abseits der ersten rüber. Die schon zur Sprache gebrachten Verse drei und vier kommen mit der fast sprunghaften Weise der zweiten Strophe ziemlich Kindergedicht-like rüber. Muss ja an sich nicht schlecht sein, passt m.E aber nicht zum ersten Teil der schon eher ruhig daherkommt. Den Farbenklecks kann man dir sicher nicht ausreden, abe vielleicht kann man dich ja zu einem Quartett bewegen? Rein vom Versmaß her wäre dies kein Problem, denn du scheinst das der ersten Strophe sauber übernommen und einfach geteilt zu haben.

...>>los gebunden meine träume
...laufen aus vergessen leer
...nur die wellen schlagen immer
...noch die farben vor sich her

lass sie bleiben halt sie treiben
kleiner farbenklecks im meer
gib ihm wärme wenn er strandet
lass ihn sein und gar nicht mehr<<

optisch würde ich hier abgrenzen und vielleicht wie oben versuchen etwas Ruhe in die zweite Strophe zu bekommen, denn dies lag offensichtlich in deiner Intention als du aus dem Quartett ein Septett gemacht hast. Letztlich sei hier noch auf den letzten Vers der zweiten Strophe hingewiesen, den diesen finde ich wie auch den zweiten Vers der ersten Strophe in Idee, Bild und Interpretationsviuelfalt sehr gut!
Nicht schlecht was man hier von dir zu lesen bekam!

Alles Gute & so, von mir

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

4

Monday, March 29th 2010, 8:27pm

Hallo Strohpuppe :)

Quoted

quadratisch-praktisch-gut

:D

Quoted

ich lese mir in Z2 unwillkürlich hinter jedes Wort ein Ausrufezeichen , so gibt das eine tolle Lesart.

Ja, wenn du es so lesen möchtest, dann tu das ruhig

Quoted

dass die Wellen schlagen - eine tolle Wortwahl (auch wenn sie vielleicht nur aus der treiben-Wiederholung in S2 geboren war

ne, ne- nicht wegen der Wiederholung. Das schlagen bezieht sich hier eher auf ein ewiges sein- ein immerwährendes schlagen. Sowas wie ein Herzschlag.

Quoted

S2 scheint mir "atmosphärisch" gar nicht zu S1 zu passen

Hm,

Quoted

Z3 und 4, die für mich wie aus einem lächelnden Kindergedicht Kreuzreim JambusJambus eingeflogen klingen

Für dich scheint das kindliche hier negativ zu sein. Ich habe hier versucht eine Art kindliche Unsicherheit einfließen zu lassen. Durch die gegenspielenden Wörtern: lass – bleiben/ halt- treiben
dachte ich, würde das deutlich. War wohl ein Schuss in den Ofen. :)

Hi Franz,

Quoted

Den Farbenklecks kann man dir sicher nicht ausreden,

du kennst mich diesbezüglich schon, was? 8) Ne, du hast Recht, den lass ich mir nicht ausreden, zumal er zu dem schon oben erwähnten kindlichen Gemüt passt.

Quoted

versuchen etwas Ruhe in die zweite Strophe zu bekommen, denn dies lag offensichtlich in deiner Intention als du aus dem Quartett ein Septett gemacht hast

nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich eine Strophe auseinandernehme, dann möchte ich Unruhe in den Text bringen. Hier dann eben Unsicherheit.
Ob ich den zweiten Teil wieder zurück in eine gegliederte Strophe packe, weiß ich noch nicht. Ich überlege jetzt schon ne Weile, konnte mich bisher aber noch nicht dazu entschließen. Mal sehn.

Vielen Dank für eure Rückmeldungen und
liebe Grüße
Alexa
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Ich hier

franz

einfach nur franz

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5

Tuesday, March 30th 2010, 4:01am

Hey Alexa,

wenn ich deine zweite Strophe jetzt überlese, komm ich wohl auch bei deiner Intention an, dem Text etwas zack zu verleihen.
Ich denke man könnte ihn aus genau diesem Aspekt heraus aber ebenso ruhiger lesen, da die Länge der Strophe
an sich zunimmt. Naja, wo du recht hast, hast du in diesem Fall wohl recht! y)
Auch jetzt ein immernoch echt guter Text!

Lieben Gruß & so, franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


autumncat

Professional

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6

Thursday, April 1st 2010, 5:38pm

Hallo Alexa,



dein Text gefällt mir sehr gut.
Auseinandernehmen muss man ihn nicht mehr, das haben dankenswerterweise die Vorschreiber schon getan.
Muss auch nicht sein, denn es ist alles drin, was eine verlorene Liebe und deren Folgen beinhaltet.
Schön deine Wortwahl, sehr lyrisch in Strophe 1, das bestätige ich dir auch gerne.

Insgesamt ein feiner poetischer Text zu dem immer wieder lohnenswerten Thema.

Lieben Gruß,
ac
Verzeichnis der Katzenspuren

Es gibt nicht viel, das ich bereue; das aber ungemein.

Alexa

Blickdicht(erin)

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7

Thursday, April 1st 2010, 5:53pm

Danke autumncat

freut mich, wenn es dir gefällt :)

L.G. Alexa
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Ich hier

Raul

Master

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8

Saturday, July 30th 2011, 12:02pm

Quoted

nicht mehr

los gebunden meine träume
laufen aus vergessen leer
nur die wellen schlagen immer
noch die farben vor sich her

lass sie bleiben
halt sie treiben
kleiner farbenklecks im meer
gib ihm wärme
wenn er strandet
lass ihn sein
und gar nicht mehr


Hallo Alexa,

ich hole mal diesen Text hoch, weil ich diesen Text auf der einen Seite teilweise sprachlich faszinierend finde, auf der anderen Seite aber auch schwer verständlich. Vers 1 und 2 der zweiten Strophe sind klasse, aber der dritte Vers der zweiten Strophe will mich nicht. Das liegt vielleicht daran, dass ich selbst manchmal Probleme damit habe, mich einem sprachfertigen Zweizeiler zu ergeben, um mich dann bei der nächsten Zeile in eine inhaltliche Sackgasse bugsiert zu haben. Die Lust an der Sprache kann für den Gesamttext dann zur Belastung werden. Die erste Strophe finde ich absolut gut. Aber in der von mir angemerkten Stelle zum Übergang zur dritten Zeile nimmst du mit dem Farbklecks noch einmal ein Motiv der ersten Strophe auf, leitest noch einen Subjektwechsel ein und lässt das schöne Ding dann für meinen Geschmack etwas unrhythmisch ausklingen. Der letzte Vers will mich dann gar nicht mehr, weil ich einen gestrandeten Traum als angekommen interpretiere. Im Wechsel vom Meer zum Ufer, so interpretiere ich das, liegt doch gerade ein Bleiben des Traumes und nicht ein weiteres Wegfließen. Genau in diesem Augenblick bleibt doch der Traum stehen, strandet und bleibt an einem Ort für immer als Farbklecks sichtbar. Würde der kleine Farbklecks weiter fließen, wäre er für immer verloren, würde sich zwangsläufig verwässern. Vielleicht interpretiere ich das zu simpel, und du meinst hier eigentlich eine Sehnsucht, die strandet und sich dadurch auflöst, weil sie Wirklichkeit geworden ist. Aber dann passt mir das "gar nicht mehr" nicht. Und die Verstofflichung des Traumes in einen Farbklecks würde dann auch nicht passen, weil sich bei dir am Ende ja alles mit guten Wünschen auflöst. Das Schaukelbild der Wellen löst bei mir die Vorstellung eines Kommen und Gehen zwischen Meer und Ufer aus. Der Wunsch, ihn (den Farbenklecks - als Bündel von Träumen) ankommen zu sehen und ihn dann zu lassen, ist in der Auflösung zum Schluss für mich schwer verständlich. Ich befürchte, das Problem geht mit dem Wechsel von Träumen zu Farbenklecks einher. In dieser Verstofflichung, die ein bewusstes Sichtbarwerden der Träume voraussetzt, wirkt das Ganze zum Schluss wie eine wippende Flaschenpost, die sich aber nicht auflösen kann. Daher ist die Schlusszeile für meinen Geschmack unglücklich gewählt. In der Bedeutungsdoppelung durch Überschrift und Schlusszeile erhält der Text eine Klammer, die nicht zupacken kann. Die letzten Ausläufer oder Wogen der vergessenen Träume in einen Farbklecks als Zeichen der allmählichen Marginalisierung umzuwandeln, ist mit dem lebendigen Sprachrhythmus in Vers 1 und 2 der zweiten Strophe nicht in Einklang zu bringen. Nach dem Vergessen in Strophe 1 erhält das komplexe Traumbild zu viel Raum. Für mich ist der Text deshalb so interessant, weil er mir zeigt, dass die Sprachpferde schnell mit einem durchgehen können und das Gesamtbild darunter leidet. Daher gern gelesen, denn ich weiß selbst häufig nicht, wie man das Dilemma zwischen Sprachkunst und Inhalt lösen kann. Ich sitze oft vor Texten, habe ein Bild vor mir, schreibe dann einen tollen Zweizeiler und weiß dann nicht mehr weiter. Das kennt wohl jeder hier auf die eine oder andere Weise.

LG

Raul

Alexa

Blickdicht(erin)

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9

Saturday, July 30th 2011, 1:35pm

Hi Raul,

Quoted

weil ich einen gestrandeten Traum als angekommen interpretiere. Im Wechsel vom Meer zum Ufer, so interpretiere ich das, liegt doch gerade ein Bleiben des Traumes und nicht ein weiteres Wegfließen. Genau in diesem Augenblick bleibt doch der Traum stehen, strandet und bleibt an einem Ort für immer als Farbklecks sichtbar.


dieses– nicht mehr- ist hier für mich ein Wort aus der Mengenlehre. Nicht mehr – (und - nicht weniger).
Lass ihn einfach nur sein. Gar nicht mehr.
So wars gemeint und ich fand das Wortspiel da gerade passend. :)

Dass du ansonsten etwas Verständnisschwierigkeiten mit diesem Text hast, ist schade, aber du bist ja nicht der Einzige, der da ab dem zweiten Absatz etwas Probleme hat.

Quoted

Für mich ist der Text deshalb so interessant, weil er mir zeigt, dass die Sprachpferde schnell mit einem durchgehen können und das Gesamtbild darunter leidet.

Na ja, dann hatte er ja zumindest etwas Gutes. :)

Quoted

Ich sitze oft vor Texten, habe ein Bild vor mir, schreibe dann einen tollen Zweizeiler und weiß dann nicht mehr weiter.

Ja, das merkt man auch oft bei deinen Texten. :whistling:
Dann hilft nur, Zweizeiler liegenlassen und warten bis die zündende Idee kommt, ansonsten Tonne auf und weg damit.

Danke und Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
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Ich hier

Raul

Master

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10

Saturday, July 30th 2011, 2:19pm

Quoted

Ja, das merkt man auch oft bei deinen Texten. :whistling:


Genau deswegen lasse ich sie dann raus, bevor ich sie hier aufschreibe. :P

Das mit der Mengenlehre verstehe ich jetzt nicht ganz, aber ich denke, du beziehst das auf Überschrift und Schlussatz. Das wird dann aber im Text leider für mich nicht deutlich.

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11

Saturday, July 30th 2011, 9:29pm

alexa, ich verbeuge mich zutiefst vor dir. das ist einfach so, wie es sein sollte. wie es sein muss, damit es wirkt. es klingt einfach vor sich hin und nimmt einen irgendwohin mit, wo man vorher noch nicht war.
ich bin ohne worte.

anmerkung:
irgendwie klingt das dramatisch-ktischig. aber verdammt, es is nun mal so.
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

12

Monday, August 1st 2011, 12:21pm

alexa, ich verbeuge mich zutiefst vor dir

lass den Unfug, Marie L.


Danke!
:)

L.G. Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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