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Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

1

Monday, March 15th 2010, 12:22am

blau getüncht

Wie Liebe, verloren,
verbrennt der leere Blick die Zeit,
verästelt sich zu Einsamkeit,
inmitten meiner Hände
ist nichts mehr. als nur ein Blatt,
das kalt geworden ist und stumm.

Doch als die Tränen sichtbar werden,
mein ein Zittern ich zu spüren,
dass durch die Tropfen steigt.
und für Momente schweigt
die Traurigkeit,
auf einer kleinen Kuppe nur
verspiegelt sich der Augenblick
und doch, als ruhe dort der ganze Himmel
in einem blau getünchten Zelt.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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2

Tuesday, March 16th 2010, 12:11pm

Hallo Alexa,

ich mag den Text, aber es ist mir ein bisschen "zuviel". Da ich den Text aber nur als Ganzes aufgenommen habe und ich ihn auch nicht in seine Einzelteile zerbröselt möchte, weil sonst der Zauber verloren geht, wüsste ich nicht wirklich, was ich weg nehmen würde.
Was mich aber auf jeden Fall stört ist die Zeile "vermag ein Zittern ich zu spüren,"; das klingt so alt und schwer. Die Formulierung stellt sich bei mir irgendwie quer.
Und bei "die Traurigkeit, der Tod, auf einer kleinen Kuppe nur " würde mir die Traurigkeit, die nicht ganz so konkret ist, reichen und ich würde den Tod fast wegstreichen wollen.
dass durch die Tropfen steigt
und für Momente schweigt
--> und dieser Reim wirkt so abgehackt, das finde ich Schade. Der Raim in Strophe 1 bei Zeile 2 und 3 ist viel fließender, unabsichtiger.
Und über das "Doch" am Anfang der zweiten Strophe bin ich mir noch uneinig. Auf der einen Seite wirkt es wie ein Durchbruch, eine Stelle, an der sich der Blickwinkel verändert - was auch passt. Aber andererseits steht die zweite Strophe dadurch so sehr für sich, dass man die erste fast vergisst.

Besonders mag ich das kalte und stumme Blatt und das Ende des Textes. Im gesamten aber ein wunderschöner Bildverlauf, in dem man schweigend versinkt.

Ich hoffe, Du nimmst mir meine kleinen Änderungsvorschläge nicht übel. Bei dem Text bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich da was kritisieren will - aber trotzdem stolper ich eben an der ein oder anderen Stelle.

Lieben Gruß
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Strohpuppe

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3

Tuesday, March 16th 2010, 12:38pm

hallo, die Dame

maries erstem Satz kann ich mich anschließen. auch ich mag deinen Text, denn er hat wieder diese alexaeigene leichtfüßige, und doch am Grunde schwere und tiefe Bildwahl. sie geht aber ein wenig unter in den "knotigen" Formulierungen, die du in S2 verwendest.
beim Andenken von Änderungsvorschlägen muss ich leider, wie marie auch, auf halber Strecke kapitulieren. eine Idee wäre, den Text nach Traurigkeit abbrechen zu lassen. dann wäre aber das komplette blau getünchte Zelt weg, und das wäre sehr schade. eine weitere Idee war, den Teil zwischen Traurigkeit und ...als ruhe dort der ganze Himmel... wegzustreichen und das Himmelsbild syntaktisch anzubinden, aber dann fehlt wieder ein wesentliches Stück des Inhalts.
ich wundere mich ehrlich gesagt :), wie dein Text es schafft, obwohl dur nur in 4 von allen Zeilen wirklich greifbare Bilder schaffst, als rundes, einigermaßen solides Werk daherzukommen. Wie hast du das gemacht? :D
also lasse ich es jedenfalls mal mit dem Textverbiegen und mache dir nur ein paar kleine Vorschläge, um den Leserhythmus zu glätten.

Wie Liebe, verloren,
verbrennt der leere Blick die Zeit,
verästelt sich zu Einsamkeit,
inmitten meiner Hände
ist nichts mehr. als nur ein Blatt,
das kalt geworden ist und stumm.

Doch als die Tränen sichtbar werden,
lässt ein Zittern sich erspüren,
dass durch die Tropfen steigt.
und für Momente schweigt
die Traurigkeit, der Tod,
auf einer kleinen Kuppe nur
verspiegelt sich der Augenblick
und doch, als ruhe dort der ganze Himmel
in einem blau getünchten Zelt.

mit S2 V3 und 4 hadere ich ein bisschen. V3 bräuchte meiner Meinung nach zwei Silben mehr, für sowas wie das durch die Tropfen glitzernd steigt. weil ich deinen Text dann aber bildsprachlich aus dem Gleichgewicht gebracht hätte, habe ich versucht, V4 einen ähnlich heraus gebrochenen Charakter zu geben, wie ihn V3 in meinen Ohren hat. daher der Punkt und das weggestrichene und.

ein Text also, der sehr emotional daher kommt und vielleicht gerade deshalb keine allzu großen Änderungen mehr erfahren sollte, auch wenn er an der einen oder anderen Stelle etwas unharmonisch formuliert ist.

Gruß
Maria
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Alexa

Blickdicht(erin)

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4

Thursday, March 18th 2010, 6:56pm

Hallo, Marie, Hallo, Maria,

eure Anmerkungen hier sind sich ziemlich ähnlich und ich versuche mal sie für mich zu sortieren.
@Marie,

Quoted

und ich würde den Tod fast wegstreichen wollen.

ich habe es mal ohne den Tod versucht, ich finde aber, dann fehlt mir da etwas tragendes, schweres.

Quoted

Was mich aber auf jeden Fall stört ist die Zeile "vermag ein Zittern ich zu spüren,";

Das „vermag“ hab ich mal geändert, auch wenn ich finde, dass der Text eigentlich im gesamten etwas "alt“ :D daherkommt und es daher schon gepasst hätte. Aber nun gut, - man sieht als Autor ja oft … du weißt schon.

Quoted

dass durch die Tropfen steigt
und für Momente schweigt --> und dieser Reim wirkt so abgehackt

Der von dir als störend empfundene Reim ist nicht so toll, das stimmt. Ich hatte diese Stelle vorher ohne den verspiegelten Augenblick und etwas anders:
dass durch die Tropfen steigt
und für Momente neigt
sich Traurigkeit und Tod
auf einer kleinen Kuppe nur
und doch als ruhe dort der ganze Himmel
in einem blau getünchten Zelt

ich weiß nicht, ob das wirklich besser war, mir fehlte da noch was und so bin ich auf den verspiegelten Augenblick gestoßen.

Quoted

Und über das "Doch" am Anfang der zweiten Strophe bin ich mir noch uneinig

Das hat auch mich lange beschäftigt. Ich hab da einfach keine für mich passende Lösung gefunden. Ich hatte den gesamten Text schon wieder umgeworfen, um das zu ändern, ihn letztendlich aber doch im fast Original eingestellt, weil ich einfach erst mal Abstand haben wollte. Vll. fällt mir da mal irgendwann noch was besseres ein.

Quoted

Ich hoffe, Du nimmst mir meine kleinen Änderungsvorschläge nicht übel.

wenn ich keine Änderungsvorschläge möchte, dann behalte ich meine Texte in der Schublade, da sind sie vor dir sicher :D .
Ne, Quatsch, sobald ich meine Texte öffentlich mache, freu ich mich doch über jede noch so kleine Kritik. Wie ich sie für den Text umsetze, entscheide ich dann ja immer noch selbst.

Quoted

Im gesamten aber ein wunderschöner Bildverlauf, in dem man schweigend versinkt.


Danke :)

@Maria,

Quoted

eine weitere Idee war, den Teil zwischen Traurigkeit und ...als ruhe dort der ganze Himmel... wegzustreichen und das Himmelsbild syntaktisch anzubinden

wie du vll. schon in meiner Antwort an Marie sehen kannst, war meine erste Fassung etwas anders, denn auch ich hatte da mit der Stelle zwischen Traurigkeit und Himmel etwas Probleme. Ich kann also deine Gedanken dazu nachvollziehen. Die Kuppe und der verspiegelte Augenblick fügten sich da für mich aber inhaltlich recht gut in die Assoziation gewölbter Himmel, der sich in einer Träne spiegelt.
Sicher bin ich aber immer noch nicht.

Quoted


ich wundere mich ehrlich gesagt , wie dein Text es schafft, obwohl dur nur in 4 von allen Zeilen wirklich greifbare Bilder schaffst, als rundes, einigermaßen solides Werk daherzukommen. Wie hast du das gemacht?

Keine Ahnung. Wahrscheinlich ein Glückstreffer. 8)

Deine Änderungsvorschläge habe ich stellenweise übernommen. -Lässt ein Zittern sich erspüren- ist mir allerdings zu allgemein. Ich wollte schon bei mir bleiben.
Die Sache mit den Punkten und dann klein weiter schreiben, hab ich jetzt auch mal übernommen, obwohl das für mich völlig neu ist, aber es hat was. Deine Anmerkung zu Z3 in S2. Ich dachte mir, dass es sich da gut macht, wenn den Zeilen einige Silben fehlen würden, weil sich dann, zumindest bei mir, die Stimme etwas senkt.

Quoted

daher der Punkt und das weggestrichene und.

Ohne - und- käme mir diese Zeile zu abgehackt daher. ich lass es erst mal stehen.

vielen dank euch beiden für die sehr hilfreichen Kritiken :)

L.G. Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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5

Friday, March 19th 2010, 12:03pm

Quoted

Der von dir als störend empfundene Reim ist nicht so toll, das stimmt. Ich hatte diese Stelle vorher ohne den verspiegelten Augenblick und etwas anders:
dass durch die Tropfen steigt
und für Momente neigt
sich Traurigkeit und Tod
auf einer kleinen Kuppe nur
und doch als ruhe dort der ganze Himmel
in einem blau getünchten Zelt

ich weiß nicht, ob das wirklich besser war, mir fehlte da noch was und so bin ich auf den verspiegelten Augenblick gestoßen.


Also da finde ich die jetzige Version wesentlich schöner. Besonders weil die Traurigkeit/der Tod für einen Moment schweigt. Das ist für mich ein emotionaleres Bild als das Neigen auf die Kuppe, das mir irgendwie fremd wirkt.

Und da ich für den Anfang der zweiten Zeile auch keinen besseren Anfang weiß, ist der einzige Änderungsvorschlag, auf den ich sicher beharre, das Streichen des Todes. Denn der möchte mir immer noch nicht ganz in den Text passen und dazu führen, dass es "überfüllt" wirkt.
Dennoch ist es dein Text, und so, wie er jetzt da steht, ist er auch wunderschön.

Lieben Gruß
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Helmut Newton

Alexa

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6

Sunday, March 21st 2010, 12:01pm

Hallo, Marie

womöglich hast du Recht und der Tod überfrachtet den Text wirklich zu sehr.

Ich vertrau dir und deinem Sprachgefühl jetzt einfach mal und nehme den Tod raus. Mal sehen, wie der Text dann in einigen Tagen ohne dieses Wort auf mich wirkt.

Vielen Dank für die erneute Rückmeldung.

L.G. Alexa
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