hallo, Hermine064
womit dein Text punkten kann, ist die schöne Tiefe, die du ausbreitest. die Nachtszenerie, die du schreibst, wird ausführlich ausgeleuchtet und rundet sich so ab.
was aber stört: gleichzeitig nimmst du dem Bild die Kraft, zu atmen und sich zu "blähen" wie der Nebel, den ich hier intuitiv dazu lese. ich finde, du hast es etwas übertrieben. halbe Länge hätte deinem Text gereicht. ich versuche mich mal an einer vorsichtigen Kürzung:
Die Sehnsucht treibt am Himmel
wie zerrissene Wolken.
von den Bäumen baumelt die Zeit
höhnisch grinsend - Triumph feiernd.
Auf der staubigen Strasse
spaziert müde die Einsamkeit
und klammert sich an eine Sense.
eine Krähe flattert kreischend hinterher.
(Aus einem Fluss aus Mondtränen
tauchen die Toten auf.)
Es ist vorbei. Die Zeit ist vergangen,
die Hoffnung gestorben.
Der müde Spaziergänger feiert
den Sieg.
wie gesagt, ist nur ein Vorschlag. gleichzeitig habe ich auch die Interpunktion nach meinem Gutdünken verändert. z.B. fand ich die Gedankenstriche, die du an verschiedenen Stellen drin hattest, äußerst unpraktisch. Sie bremsten nur den Leser aus, ohne inhaltlich signifikantes zu leisten.
ich bin nicht sicher, finde aber fast, dass man die Toten und den Mondfluss ganz weglassen könnte. deshalb klammere ich es mal ein.
für die Zukunft: weniger ist manchmal mehr.

lieber auf nur zwei, drei Sachen konzentrieren und die sauber ausarbeiten. und die Leerzeilen würde ich rauseditieren, das stört doch sehr beim Lesen.
die von den Bäumen baumelnde Zeit finde ich übrigens sehr schön!
Gruß
Strohpuppe