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1

Monday, January 25th 2010, 2:30pm

so was

der nachbar von nebenan ist tot
und ganz davon abgesehen
daß er geraucht hat wie ein schlot

hat er im liegen sitzen stehen
allerlei hochprozentigem zugesprochen
- zumeist auf das eigene wohlergehen

das blieb auf dauer nicht ungerochen
und was ist daraus geworden?
er hat eine neue flasche angebrochen

doch daran ist er nicht gestorben
nicht an den zigaretten
den rest seiner tage verdorben

hat ihm ein pkw
..............(ohne schneeketten)
lG

versbrecher

bababadalgharaghtakamminarronnkonnbronntonnerronntuonnthuuntrovarrhounawnskawntoohoohoordenenthurnuk

Alexa

Blickdicht(erin)

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2

Tuesday, January 26th 2010, 9:57am

Na sowas, der Versbrecher in Reimen :)

Hallo

Inhaltlich etwas makaber, find ich. Aber nun ja. Du setzt hier zwar Reime ein, solltest aber in solchen Fällen vll. auch den Rhythmus im Auge behalten, denn sonst kommt der Gleichklang der Reimworte gar nicht zur Geltung.

der nachbar von nebenan ist tot xXxxXxXxX
und ganz davon abgesehen
daß er geraucht hat wie ein schlot xXxXxXxX

in der ersten Zeile z.B. müsstest du ein einsilbiges Wort für Nachbar einsetzen, um an das Metrum der dritten Zeile anzuknüpfen- vll. sowas wie:
der Typ von nebenan ist tot

hat er im liegen sitzen stehen xXxXxXxXx
allerlei hochprozentigem zugesprochen
- zumeist aufs eigene wohlergehen xXxXxxXxXx

Auch hier ist der Rhythmus nicht rund- aufs eigne statt eigene würde das schon lösen

soweit erst mal von mir

Gruß Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

franz

einfach nur franz

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3

Tuesday, January 26th 2010, 12:02pm

Hey ex-66,

immer wieder erstaunenswert, wenn man den Kollegen beim Reimen erwischt, was sich - an anderen Werken gemessen -
doch fast zum 8. Weltwunder kristallisiert. Bei aller Hudelei möchte ich mich hier aber doch meiner werten Frau
Kollegin anschließen, denn auch ich habe mit dem Lesen deines Textes so meine Probleme! ich denke, wenn man sich
auf solches Eis bewegt wie du es hier tust (recht klassisch humoristisch), fällt es sehr ins Auge, wenn sich grundliegende
und essenzielle Dinge absondern. Nichts gegen freie Schreibweise (und den vers libre in allen Ehren), aber dein
Kauderwelsch kommt mir persönlich dann doch zu arg. Rhythmisch könnte man noch sehr viel feilen, was sich auf
jeden Fall auf das Gesamtbild des Textes auswirken würde.- positiv versteht sich!
Die Pointe kommt mir auch zu plötzlich und abrupt, was nicht zuletzt an der Waise liegt, mittels welcher du sie ins
Geschehen einbringst. Die Klammer macht das Ganze nicht leichter!

Nichts für ungut & mit freundlichem Gruß, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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4

Tuesday, January 26th 2010, 1:47pm

Hi Alexa,

den Rhythmus habe ich durchaus im Auge behalten (auch wenn ich selbst mit der Gestaltung von V1 nicht wirklich zufrieden bin & diverse Variationen ausprobiert habe; dort sehe ich, ähnlich wie du, tatsächlich noch Handlungsbedarf. Wobei Typ mir nicht gefallen mag, da dieser Ausdruck im allgemeinen Gebrauch etwas arg Abfälliges hat, was an dieser Stelle laut meiner Intention nicht angebracht ist).

Die zweite von dir zitierte Stelle liest sich, zumindest in meinem rheinischen Singsang, allerdings rund (wobei aufs eigene eine überdenkenswerte Alternative bietet). Bei der Metrik eines Textes wird es sicherlich immer wieder unterschiedliche „Meinungen“ geben, je nach Mundart & lokaler Betonung.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, die du diesem (übrigens beileibe nicht erstem Versuch) gewidmet hast.

****************

Hi franz,

ich habe mir deine Kritik nun mehrfach durchgelesen, immer in der Hoffnung auf einen konstruktiven Ansatz, der mir jedoch gänzlich verborgen bleibt. Aussagen wie
auch ich habe mit dem Lesen deines Textes so meine Probleme

stehen ohne weitere Erläuterung doch recht hilflos im Raum herum. Und folgendes
aber dein
Kauderwelsch

empfinde ich persönlich als herablassend & unangemessen, schließlich versuche ich mich nicht als Epigone, vielmehr lege ich Wert auf eine eigene Stimme.

Das Thema Klammern sollte mittlerweile auch durch sein; deren Verwendung, auch in lyrischen Texten, ist ja beileibe keine Erfindung meinerseits.

Dennoch auch dir meinen Dank für die Beschäftigung mit meinem Gedicht. Möglicherweise kannst du deine Kritik ja noch konkretisieren, sodaß aus ihr ein ernsthafter Beitrag in Sachen Textarbeit wird.
lG

versbrecher

bababadalgharaghtakamminarronnkonnbronntonnerronntuonnthuuntrovarrhounawnskawntoohoohoordenenthurnuk

Alexa

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5

Tuesday, January 26th 2010, 5:31pm

Hallo Versbrecher

Quoted

Wobei Typ mir nicht gefallen mag

o.K. das kann ich nachvollziehen. den reingerutschten Daktylus könntest du auch mit
Der Nachbar nebenan ist tot
ausbügeln.

Quoted

Die zweite von dir zitierte Stelle liest sich, zumindest in meinem rheinischen Singsang, allerdings rund

Ist sie aber nicht und wenn du selbst mal durchixt oder langsam deinen Text liest, müsste auch dir das auffallen. Das Dilemma liegt da in dem Wort eigene- das hat immerhin drei Silben. Die Betonung wäre in diesem Fall bei mir: Xxx

hat er im liegen sitzen stehen xXxXxXxXx
allerlei hochprozentigem zugesprochen
- zumeist aufs eigene wohlergehen xXxXxxXxXx

Ich will da nicht groß drauf rumreiten, denn man kann es ja durchaus fast störungsfrei lesen, aber wie bereits gesagt; in einem gereimten Text fällt ein Ausbruch aus dem gewohnten Rhythmus doch etwas mehr ins Gewicht und unter Umständen klingen die Reimwörter dann nicht mehr. Ein gekonnt eingesetzter metrischer Bruch ist damit natürlich nicht zu vergleichen.

Quoted

wobei aufs eigene eine überdenkenswerte Alternative bietet

wie jetzt. Aufs eigene hast du doch bereits da stehen, mein Vorschlag war: aufs eig'ne. ?(

Ich habe dir absichtlich nicht den gesamten Text durchgeixt, obwohl ich da einige Schwachstellen im Metrum sehe, aber ich ahnte schon:

Quoted

Bei der Metrik eines Textes wird es sicherlich immer wieder unterschiedliche „Meinungen“ geben, je nach Mundart & lokaler Betonung.

dass so etwas ähnliches kommen würde.
Ja, bei mundartlich geschriebenen Texten sicherlich. Da kann es mal vorkommen, dass du ein Wort anders betonst als ich, aber dafür gibt’s ja ein Betonungsschema mit dem du mir deine Betonungsweise mal näher bringen kannst. Mich würde hier übrigens deine Betonung interessieren,
denn für mich ist der metrischen Form hier nicht wirklich Aufmerksamkeit geschenkt worden, ähnlich sehe ich das beim Inhalt.

die Kritik von Franz find‘ ich übrigens ernsthaft genug
guck mal:

Quoted

ich denke, wenn man sich
auf solches Eis bewegt wie du es hier tust (recht klassisch humoristisch), fällt es sehr ins Auge, wenn sich grundliegende
und essenzielle Dinge absondern.


Quoted

Rhythmisch könnte man noch sehr viel feilen, was sich auf
jeden Fall auf das Gesamtbild des Textes auswirken würde.


Quoted

Die Pointe kommt mir auch zu plötzlich und abrupt, was nicht zuletzt an der Waise liegt, mittels welcher du sie ins
Geschehen einbringst. Die Klammer macht das Ganze nicht leichter!


Also ich wüsste da einiges mit anzufangen.
Kann es sein, dass dir das Kundtun seines Missfallens nicht schmeckt? Ich frage mich nämlich, wo bleibt denn sonst bei einem recht kurzen aber überwiegend positiven Kommentar auf deine Texte dein Ruf nach ernsthafter Textarbeit?

Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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6

Tuesday, January 26th 2010, 6:15pm

Hi Alexa,

vorweg: ich werde mit dir keine Diskussion führen, die ich wenn, dann mit Franz führe (& wenn du dir die kritischen Anmerkungen zu anderen meiner Texte anschaust kannst du sehen, daß ich durchaus auf solche reagiere - wenn sie mir angemessen scheinen, sich nicht in Allgemeinplätzen erschöpfen oder meinem Text die Sichtweise oder Vorstellung des Kritikers aufgedrückt werden soll).

Nun zu deinen Hinweisen: Ich meinte natürlich aufs eig'ne, hab mich falsch ausgedrückt.

Nicht allein bei mundartlich verfaßten Texten gibt es die von mir angeführten Meinungsunterschiede; selbst in Fachbüchern wird darauf hingewiesen, daß lokale Dialekte Einfluß auf das Metrum haben, & es deshalb immer wieder zu unterschiedlichen Lesarten kommen wird.

Wie du es von meinen anderen Texten sicherlich kennst, versuche ich Eines tunlichst zu vermeiden: Tradiertes blind zu übernehmen. Statt dessen werde ich stets meiner eigenen Stimme den Vorzug zu geben, einen eigenen Stil pflegen (worin ich im Übrigen von kunstinteressierten Menschen außerhalb des Forums unterstützt & ermutigt werde (u.a. von einer Literaturwisenschaftlerin)). Was mitnichten bedeutet, daß ich meine Texte als gegen jedwede Kritik gefeit betrachte; dann bräuchte ich sie nicht ins Forum stellen.

Und...
wo bleibt denn sonst bei einem recht kurzen aber überwiegend positiven Kommentar auf deine Texte dein Ruf nach ernsthafter Textarbeit?

...soll ich mich über eine positive Reaktion beschweren? Und: Ist es nicht gestattet, an einer Kritik Gegenkritik zu äußern, wenn sie einem persönlich als unkonstruktiv erscheint?
lG

versbrecher

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Alexa

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7

Tuesday, January 26th 2010, 6:57pm

Quoted

...soll ich mich über eine positive Reaktion beschweren


hier redet niemand von beschweren- es ging dir doch um Textarbeit und die ist auch bei einem positiv kommentierten Text durchaus machbar. Aber da gibst du dich mit einem- echt gut- zufrieden?

Quoted

ich werde mit dir keine Diskussion führen

Ich auch nicht, mir fiel nur auf, dass du negativer Kritik gegenüber nicht aufgeschlossen zu sein scheinst und m. e. etwas abwertend darauf reagierst.

Quoted

Nicht allein bei mundartlich verfaßten Texten gibt es die von mir angeführten Meinungsunterschiede; selbst in Fachbüchern wird darauf hingewiesen, daß lokale Dialekte Einfluß auf das Metrum haben, & es deshalb immer wieder zu unterschiedlichen Lesarten kommen wird.

dann steht in selbigen sicher auch, dass Dialekt und Mundart im großen und ganzen eigentlich nur Synonyme und damit so gut wie gleichgesetzt sind.

Quoted

Wie du es von meinen anderen Texten sicherlich kennst, versuche ich Eines tunlichst zu vermeiden: Tradiertes blind zu übernehmen. Statt dessen werde ich stets meiner eigenen Stimme den Vorzug zu geben, einen eigenen Stil pflegen

dagegen gibts ja auch nichts einzuwenden. Ich frage mich nur, was ich dann an deinen Texten noch kritisieren darf, denn dann könnte ja alles als - "mein eigener Stil"- durchgehen.
Nun, wie auch immer, du bist kaum auf meine erneute Kritik zu deinem Text eingegangen. Vll. kannst du dich ja wenigstens noch dazu durchringen mir deine Betonung zu dem Text aufzuzeigen? Dann hätten wir zumindest mal das Thema Metrum etwas geklärt

Quoted

(worin ich im Übrigen von kunstinteressierten Menschen außerhalb des Forums unterstützt & ermutigt werde (u.a. von einer Literaturwisenschaftlerin))

warum erzählst du das? Soll mir das jetzt imponieren oder den leisen Anschein wecken, dass andere mehr Ahnung haben als ich und ich doch besser den Mund halten sollte? Irgendwie kommt das so rüber.
Gruß von Alexa
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Ich hier

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8

Tuesday, January 26th 2010, 7:16pm

Hi Alexa,

Dann hätten wir zumindest mal das Thema Metrum etwas geklärt

Ich bin kein Freund der Xerei, finde sie wenig aussagefähig; die von dir in deinem ersten Kommentar aufgezeigten Stellen habe ich kommentiert & sehe keinen Anlaß, den Rest auseinanderzunehmen; mir geht es um den Rhythmus, nicht um die formale Gestaltung, und diesen Rhythmus sprichst du meinem Gedicht ja in deiner Kritik nicht ab.

"Dann steht in selbigen sicher auch, dass Dialekt und Mundart im großen und ganzen eigentlich nur Synonyme und damit so gut wie gleichgesetzt sind." Sicherlich, du aber sprachst von mundartlich verfaßten Texten, da sehe ich schon einen Unterschied.

Soll mir das jetzt imponieren oder den leisen Anschein wecken, dass andere mehr Ahnung haben als ich und ich doch besser den Mund halten sollte? Irgendwie kommt das so rüber.

Warum immer so dünnhäutig; es war lediglich eine Anmerkung, mehr nicht.
lG

versbrecher

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franz

einfach nur franz

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9

Wednesday, January 27th 2010, 10:42am

Hey Versbrecher,

zuerst sei mal vermerkt, dass ich keinerlei Negatives gegen dich hege, denn wie auch Alexa, habe ich das Gefühl,
dass mein Kommentar dich ein wenig die Contenace vergessen ließ. Ich habe nichts gegen dich und halte dich auch
für einen sehr fähigen Kollegen. Mit deinem Einstiegstext hier im Board (eine bank) hast du bis heute eine Menge
Respekt von mir sicher.- das am Rande...ok

was mir an deinem Text hier nicht gepasst hat, bzw. immernoch nicht so recht in den Kram passen möchte, ist das
Versmaß, wobei dies hier nur als sekundär im Raum stehen soll. Vielmehr soll dies weiterleiten auf den Rhythmus des
Gedichtes, denn ich finde, dass der Rhythmus eines lyrischen Textes nicht wenig vom Versmaß her abhängig ist. Du
z.B. hast hier ein nicht negativ auszulegendes Durcheinander aus Dactyllen und Alternation. An sich auch nichts
negatives wie man (oder ich odr auch du) meinen sollte. Was mir persönlich nun aber doch zu bunt wird, sind die
teils derb variierenden Verslängen an sich, die sich m.E.n. nun doch leicht negativ auf das Konstrukt hin auswirken.
Aber, um nun mal auf den Rhythmus zu sprechen zu kommen:
Anbei habe ich dir mal dargelegt wie ich deinen Text lese. Hier und da kann man (ich) sicher streiten
ob man nun hier oder da oder wo auch immer die Stimme erhebt, aber ich denke so wie unten gezeigt
trifft es für mich zu.

der nachbar von nebenan ist tot
- / - - - - / - -
und ganz davon abgesehen
- / - - / - - -
daß er geraucht hat wie ein schlot
/ - - / - - - -

hat er im liegen sitzen stehen
/ - - / - / - / -
allerlei hochprozentigem zugesprochen
/ - - / - - - - / - - -
- zumeist aufs eigene wohlergehen
- / - - - / - - -

das blieb auf dauer nicht ungerochen
- / - - - - / - - -
und was ist daraus geworden?
- / - - - - / -
er hat eine neue flasche angebrochen
- / - - / - - - - - - -

doch daran ist er nicht gestorben
- / - - - / - - -
nicht an den zigaretten
/ - - - - / -
den rest seiner tage verdorben
- / - - / - - - -

hat ihm ein pkw (ohne schneeketten)
/ - - / - - / - - - -

Die rot markierten Stellen in der zweiten Strophe finde ich nicht wirklich gut gelöst.
Gut finde ich hier wie sich die Aufzählung im ersten Vers akzentuiert! - das am Rande.
Was hier wohl aus dem Ruder läuft ist der schon vom versmaß her angesprochene zweite Vers,
der sich im Vergleich zum Rest deutlich abhebt. Hier kannst du dich wohl bei der Verslänge an sich bedanken, als
auch bei den Dactyllen, die dir einen gewältigen Leerlauf im der Versmitte bescheren. Sicher fragwürdig ob dies
nicht auch der Fall wäre, würde der Vers alternieren, aber ich denke die Chancen stünden gut, dass es ein wenig
besser kommen würde. Der folgende dritte Vers ist eigtl. 'formal' korrekt, nimmt sich aber leider prozentual den
Murks aus dem vorherigen Vers mit. Dies als auch die Kürzung von >>auf das<<, die mit dem scharf ausklingenden
>>zumeist<< den Versbeginn eher verzischen lässt als klingen, machen diese Strophe für mein Ohr nicht besser.

Das blau Markierte finde ich fragwürdig um nicht zu sagen überarbeitungswürdig:
der dritte Vers der dritten Strophe hat m.E seinen Teufel im Wort >>neue<<. Ich persönlich neige hier dazu das Wort
zu betonen, da nicht zuletzt die Geschichte die dein text zum Besten gibt dies mehr als anbietet. Ich habe jetzt die
Wahl ob ich es bei den gekennzeichneten beiden Betonungen belasse, oder ob nich nicht vielleicht auch die erste Silbe
von angebrochen mit betonen möchte. Mache ich es nicht, so habe ich gegen Versende einen gewaltigen Leerlauf,
der nicht sonderlich mundet. Mache ich aber doch, was sicher auch nur legitim wäre, so komme ich einmal mehr ins
Holpern uns es klingt einmal mehr nur ungelenk. Ich persönlich finde hier den 'Fehler' im Versmaß, das Alternation
und Dactyllen mal wieder in einen Haufen schmeißt.

Auch den Ausklang deines Textes finde ich fragwürdig. Dieses Fragwürdige ist hier aber nur minimaler Natur, denn
es handelt sich lediglich um die Tatsache, dass der letzte Vers der letzten Strophe >>den rest seiner tage verdorben<<
sich zu sehr in den Rest einschmiegt. Die Idee ist gut und die Umsetzung ist nicht schlechter, ich finde aber man
sollte hier einen kleinen Akzent dahin setzen, dass besagter Vers sich eher dem Geschehen um das Auto herum
zuwenden soll. Setze die letzten beiden Zeilen des Textes doch einfach zwei Stellen nach rechts und die Sache
käme sicher besser zur Geltung:

doch daran ist er nicht gestorben
nicht an den zigaretten
.den rest seiner tage verdorben

..hat ihm ein pkw (ohne schneeketten)

_______________________________________________

Ja, und nun schlussletztlich das für dich wohl leidige Thema um deine Klammern herum:
Ich habe nichts gegen deine Klammern und habe mich auch nie gegen sie geäußert. Davon abgesehen kann das
Thema,wie du sagts, auch nie durch sein, denn es wird wohl mit jedem Text neu aufgegriffen, denn mit jedem
neuen Gedicht müssen deine Klammern einmal mehr ihren Mann stehen.
Im Aktuellen Fall finde ich sie nicht sonderlich schön, da eine Klammer an sich für mich die Funktion hat etwas näher
zu erläutern. Dazu sei gesagt, dass ein jedes zu Erläuterndes auch ohne die Erläuterung der Klammer um Raum stehen
können muss und gerade dies ist bei dir nicht der Fall! Warum brauch deine Pointe (falls man dies so nennen möchte)
erst eine nähere Beschreibung dieser, um sie zu legitimieren? Das ist so als müsste ich jeden Witz den ich zum Besten
gebe noch erläutern damit er zum Witz wird. Und ist dies dann noch witzig? Da fehlt doch der ganze Pepp samt Knalleffekt,
davon abgesehen, dass die besten Witze wohl aus dem vermeintlich Spontanen heraus entstehen...

So, nachdem ich nun eine Stunde hier gesessen habe werde ich mich meinem Abwasch zuwenden und hoffe
ich konnte mich erklären!

Mit bestem Gruß, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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10

Wednesday, January 27th 2010, 7:18pm

Hallo franz,
habe ich das Gefühl, dass mein Kommentar dich ein wenig die Contenace vergessen ließ.

stimmt. Ich hätte, nachdem ich mehrere (wirklich) unangenehme Nachrichten erhalten hatte, bevor ich mich deines Kommentars angenommen habe, eine Nacht drüber schlafen sollen & nicht in erregtem Zustand >>zurückschießen<<. Ich habe mir meine Erwiderung gestern Abend nochmal durchgelesen & finde sie unangebracht in Ton & Schärfe. Dafür möchte ich mich bei dir entschuldigen.

Daß du dir dennoch derartige Mühe mit meinem Gedicht gegeben hast rechne ich dir sehr hoch an.

Vorab einige Worte zu meinen Versuchen im Reim: Erik hat neulich in einem Kommi sehr richtig festgestellt, daß (der kritisierte Text) nicht (im klassischen Sinne) von den Reimen selbst lebt, was sehr richtig ist. Im Vordergrund werden weiterhin Inhalt & möglichst >sprachnaher< Ausdruck stehen.

Nun zu deinen rhythmischen Anmerkungen:

in S2, V2 habe ich bei der Betonung keine argen Schwierigkeiten, dein Hinweis auf den zischenden Einsatz von V3 hat mich auf die Idee gebracht, das >aufs eigene< durch >auf sein eigenes< zu ersetzen;

in S3, V3 >eine neue< durch >die nächste<;

den letzten Vers hatte ich eine ganze Weile >hat ihm ein pkw< (linksbündig), in einer neuen Zeile, nach rechts versetzt (& nicht in Klammern) >ohne schneeketten< (hier wundert es mich eigentlich, daß bisher noch niemand Anstoß an dem doch (wenn auch so gewollten) sehr unsauberen Reim >zigaretten</>schneeketten< genommen hat :o) ).

Das abrupte Ende als solches ging nicht anders, sollte doch das Plötzliche & Unerwartete des Dahinscheidens auch sprachlich seinen Ausdruck finden, die metaphorische Unterscheidung zwischen Selbst- & Fremdbestimmung zu ihrem Höhepunkt kommen.

Deine Idee, dem Vers >den rest seiner tage verdorben< eine besondere Akzentuierung zu verschaffen, finde ich sehr interessant; ich muß noch ein wenig grübeln, wie ich das in Verbindung mit einer möglichen Umgestaltung des Finales hinbekomme.

Nochmal meine Entschuldigung für gestern, sowie mein Dank für heute. Wenn ich mal in der Gegend bin, werde ich dir einen Abwasch abnehmen ;o))
lG

versbrecher

bababadalgharaghtakamminarronnkonnbronntonnerronntuonnthuuntrovarrhounawnskawntoohoohoordenenthurnuk

franz

einfach nur franz

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11

Thursday, January 28th 2010, 8:59am

Hallo und einen guten Morgen, Verseknicker

in dieser Form hättest du dich dann doch nicht entschuldigen müssen, denn als >>so<< schlimm empfand ich
die nicht vorhandene Contenance nun auch nicht. Hat mich aber trotzdem sehr gefreut. Eingestehen muss ich
mir allerdings, dass es mir auch schon passiert ist, dass ich aus einer argen Laune heraus unangemessen an
Texte und Kritiken herangetreten bin...das am Rande.
Deine Idee aus dem >>aufs eigene<< ein >>auf das eigene<< machen find ich nicht schlecht, auch wenn mir
persönlich so zuviel Dactylle implizit wäre. Schlecht wäre es aber sicher nicht, denn dieses Zischen verknotet
mir beinahe die Zunge samt Trommelfell.

Quoted

n S3, V3 >eine neue< durch >die nächste<;


finde ich nicht so besonders, da deine bisherige Variante (>>eine neue) m.E. doch mehr unterstreicht, dass
die Flasche aus einer vorherigen Situation hervorgeht. Die nächste hat so einen saloppen Aufzählungs-Charakter
an sich, den ich hier unangebracht finde.

Quoted

daß bisher noch niemand Anstoß an dem doch (wenn auch so gewollten) sehr unsauberen Reim >zigaretten
</>schneeketten< genommen hat :o) ).


na schau mal an...ist mir bisher gar nicht aufgefallen, dass es hierzu einen Reim gibt. ich habe mich schon
gewundert, warum die Schneeketten als Waise im Raum (stehen sollen). :D

finde ich jetzt nicht so schlimm, denn man kann es ja einfach als vorsätzlichen Kunstgriff auslegen. Immerhin
unterstreicht es ja das schon angesprochene abrupte Ende, was hier nicht schlecht mundet!

Quoted

Wenn ich mal in der Gegend bin, werde ich dir einen Abwasch abnehmen


das Bier steht kalt und der Wein tut auch schon atmen y)

Mit Gruß, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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12

Thursday, January 28th 2010, 4:49pm

na schau mal an...ist mir bisher gar nicht aufgefallen, dass es hierzu einen Reim gibt. ich habe mich schon
gewundert, warum die Schneeketten als Waise im Raum (stehen sollen).


Dann hat zumindest das geklappt! ^^
lG

versbrecher

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