hallöchen, versbrecher
dieser Text sticht auf interessante Art aus deinem übrigen Werk heraus. man möchte fast staunen, dich mal ohne alle 2 m ein Enjambement arbeiten zu sehen.

nicht böse gemeint.
ja, was sagt mir dieser Text - ich finde ihn irgendwie grotesk. das ganze fängt schon an, wo Schnee fließt anstatt zu rieseln oder zu fallen oder ja. woran ich noch ein bisschen hänge, ist das Luxusklosett - äh, weil es angefeuchtet ist?? für mich herrscht nämlich an diesem Morgen bereits Tauwetter.
die Loden (der? die? das?) des Waldes sind irre gut gewählt im Ausdruck. beide Daumen meterhoch für diese Stelle!
das sich stapelnde Blut am Boden - du scheinst hier die Umkehrung beabsichtigt zu haben. da, wo Schnee sich zu Haufen stapeln könnte, fließt er stattdessen, und wo Blut fließen oder wenigstens versickern sollte, stapelt es sich. ich weiß gar nicht, ob ich genau begriffen habe, was du damit willst, aber irgendwie passt es in seiner "Verzogenheit", wie eine wütende Zeichung.
warum es in S3 ausgerechnet das Handgelenk sein muss, leuchtet mir nicht ganz ein. ich kann hier nur Zugang finden, wenn ich daran denke, wie man jemanden packt, den man daran hindern will, mit den Fäusten auf jemand anders loszuprügeln. folglich stört mich der "Reim" handgelenk-ungelenk, auch wenn ich nicht glaube, dass das Schussligkeit war. vielleicht erklärst du's mir ja
auch ausgebleicht holpert ziemlich. könnte man
aus weglassen?
die letzte Strophe liefert in ihrer Ritschratschbutteraufsbrot-Art einen würdigen Abschluss.
dein Text illustriert mit einer, ich möchte fast sagen "schamlosen Beiläufigkeit" den Tod eines Menschen, der sich anscheinend nicht der Konvention wegen weiter quälen wollte.
sehr gern gelesen.
Gruß
Strohpuppe