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Date of registration: Feb 11th 2008

Posts: 38 wcf.user.activityPoints: 265

1

Sunday, December 27th 2009, 2:42pm

zu besuch, bearbeitung

zu besuch (version 1)

In deine Locken, die schwarz sind
zum Abschied zwei Hände von mir.
Schön macht dich auch ihre Liebe
und ihre Bilder sind Farben.

Zwischen uns stehn zwanzig Jahre -
wer bin ich, wieso neben dir?
Zwischen uns nur millimeter-
breit Risse aus doch nicht Verstehn.

Was ich mir dachte vergess ich.
In jedem Winkel der Wohnung
mit Flügeltüren erzählst du
von dir, was du willst. Mein Verwandter

in Frankfurt, der Fremde aus Glas,
welches dir trotzdem gefällt.
In Zügen und Städten, da baust du
Zuhause aus Schatzkästen auf.

Die Bettdecke duftet, ich trage
dein blaues Hemd und wir schlafen
allein unter Stuck und auch Frankreich
liebe ich sehr. Harmonie




Zu Besuch (Version 2)

In deine Locken, die schwarz sind
Zum Abschied zwei Hände von mir.
Schön macht dich auch ihre Liebe
Und ihre Bilder sind Farben.

Was ich mir dachte vergess ich.
In jedem Winkel der Wohnung
Mit Flügeltüren erzählst du
Von dir, was du willst. Mein Verwandter

In Frankfurt, der Fremde aus Glas,
Welches dir trotzdem gefällt.
Stolz zeigst du mir Junkies und Nutten
Ich mal mir mit Tinte die Finger

Ein A und ein Kreis drum, wir rauchen
Der Main fließt, der Stadt macht es nichts.
In Zügen und Städten, da baust du
Zuhause aus Schatzkästen auf.

Die Bettdecke duftet, ich trage
Dein blaues Hemd und wir schlafen
Allein unter Stuck und auch Frankreich
liebe ich sehr. Harmonie
---------------------------------
diese beiden gedichte stehen einander gegenüber:
die eignung
und
die fremdung

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

Date of registration: Jun 3rd 2005

Posts: 2,712 wcf.user.activityPoints: 15,230

Location: Wien

2

Sunday, December 27th 2009, 7:18pm

Beiträge zusamengeführt.

mfg
Erik R. Andara / Moderator
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Nina

Trainee

Date of registration: Jun 2nd 2005

Posts: 25 wcf.user.activityPoints: 135

3

Monday, December 28th 2009, 2:45am

Hallo süßemaus22
ich schaue schon den ganzen Tag auf deinen Text und muss dir gestehen, dass ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Ich finde zu beiden Versionen kaum einen Zugang und wenn dann über Klischeebilder, die ich für recht aussagelos halte. Das aber heißt nicht, dass dies auf deinen Text zutrifft, nur auf meine Leseart.

Ich habe die ganze Zeit ein Model im Kopf, das bei ihrem Bankertypen zu Besuch ist und in dem sie nichts von Bedeutung finden kann. Du siehst was ich mit Klischee meine und so hast du es auch sicher nicht gedacht.
Die Art wie du den Text schreibst schürt diese Leseart allerdings und da ist, wenn auch kein Verbesserungsvorschlag (ich halte nichts von expliziten Verbesserungen fremder Texte) doch eine Warnung angebracht:

Du gehst mit dieser vernebelten und klinisch entrückten, von klaren Gefühlen gereinigten Bildsprache einen sehr einfachen Weg, der aber auch sehr, sehr oberflächlich Enden kann.
Alles klingt wahnsinnig poetisch und gefällig, man hat schnell hübsche Bilder im Kopf und fühlt sich lyrisch angeregt, aber das liegt daran, das die Bilder sehr bekannt und die Emotionen dahinter sehr filmisch sind. Von Musik und Film meine ich deine Bilderwelten nämlich entlehnt zu sehen.
Traurige melankolische Melodien untermalen weiche Schwarzweißbilder von wunderschönen Menschen, mit einem Tupfen Farbe im Bild. Das ist (etwas von mir Überzeichnet) die Stimmung die du hier gebrauchst und vielleicht kannst du nachvollziehen, was ich mit zu einfach meine.

Die entrückte Sprache die ich schon andeutete, die jegliche echten Emotionen verschleiert hilft dann auch noch den Text unangreifbar zu machen. Unangreifbar bedeutet aber auch immer unnahbar und dadurch werden die Zeilen, die für dich sicher eine Tiefe emotionale Bedeutung haben mit einem mal für den Leser völlig belanglos. Natürlich kann er mit mühevoller Kleinarbeit nun aus einzelnen Fragmenten etwas für sich herausziehen und sogar eine tiefe Erkenntnis gewinnen, aber warum sollte er sich so weit auf einen Text einlassen, der sich ihm so sehr verschließt und ihn auf der oberflächlichen Ebene mit Filmbildern abzuspeißen sucht?

Grüße von Nina

Date of registration: Feb 11th 2008

Posts: 38 wcf.user.activityPoints: 265

4

Monday, December 28th 2009, 1:28pm

Hallo Nina,
ich bin sehr sehr froh über deine Kritik. ich hatte schon bemerkt, dass ich überhaupt keinen Abstand zu meinem Text mehr habe, der für mich natürlich total viel Bedeutung hat. Ich hatte so sein Gefühl, dass da was nicht stimmt, ich konnte nur nicht sehen, was.
Ich verstehe deine Assoziation zu der Banker-Model-Geschichte sehr gut, denn die Dinge, die für mich Bedeutung haben, stehen nicht im Text sondern sind leider in meinem Kopf geblieben.

Auch mit der Sprache hast du recht, sie ist distanziert und wenn es keinen richtigen Inhalt gibt, wird sie natürlich oberflächlich. Interessanterweise wurde ich überhaupt nicht von Film, etc inspiriert, bin aber trotzdem in die Falle getappt und habe diese Bilder aufgebaut. Sehr spannend :)

Ich wollte auf keinen Fall Leserinnen abspeisen, ganz im Gegenteil. Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken, einiges an diesem Gedicht zu ändern, nicht ohne Grund steht es ja noch in der Werkstatt.

Für mich ist dieser Text sprachlich etwas neues gewesen, vor allem wegen des Rhytmus. Auch meine vielen Enjambements möchte ich gern weiter pflegen ;) Mal sehen, ob etwas neues/besseres dabei rauskommt.

Viele Grüße,
SM
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diese beiden gedichte stehen einander gegenüber:
die eignung
und
die fremdung

Date of registration: Feb 11th 2008

Posts: 38 wcf.user.activityPoints: 265

5

Wednesday, December 30th 2009, 3:05am

Bei Sébastien

In deine Locken, die schwarz sind
Zum Abschied zwei Hände von mir.
Schön macht dich auch ihre Liebe
Und ihre Bilder sind Farben.

Ein A und ein Kreis drum, wir rauchen
Der Main fließt, der Stadt macht es nichts.
In Zügen und Städten, da baust du
Zuhause aus Schatzkästen auf.
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diese beiden gedichte stehen einander gegenüber:
die eignung
und
die fremdung

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