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Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

1

Friday, December 18th 2009, 9:24pm

noch einmal

schlurft sie durch die stille
nacht licht scheint auf ihrem weg
längst kalt die räume mit vanille
duft und wärme, es ist spät
geworden in der alten hand
ist nur die zeit und leere
strümpfe hängt sie an die wand
als wenn’s noch wichtig wäre

.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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2

Saturday, December 19th 2009, 9:43am

Hallo alexa,

mir gefällt dein Gedicht. Beim (1.) Lesen hat es auf mich noch (trotz der technischen Feinheit (Wechsel Reim/Assonanz)) einen etwas beliebigen, zu häufig schon ähnlich gelesenen Eindruck gemacht, allerdings nur bis zum letzten Vers, der für mich sehr viel mehr macht, als den Text "rauszureißen", stellt er doch das bis dahin etwas verschwommene Bild mit einem Schlag scharf, wirkt auf das Davorliegende zurück & unterstützt so den Eindruck der Verlorenheit im Alter (so zumindest meine Lesart).

Schön melancholisch...

Bis demnächst &
lG

versbrecher

bababadalgharaghtakamminarronnkonnbronntonnerronntuonnthuuntrovarrhounawnskawntoohoohoordenenthurnuk

Marot

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Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

3

Saturday, December 19th 2009, 12:57pm

Ja die Aletrsverlorenheit,d ass Klammern an das Leben, vielleicht auch Einsamkeit, sehe ich hier auch.
Ich habe sofort meine 87 Jahre alte Oma im Kopf die panische Angst vor dem Verfall und dem Siechtum hat und trotzdem oder gerede deshalb um fünf uhr Morgens aufsteht um Kuchen zu backen.

Sie haben etwas grußliges diese alten Menschen, mit ihrer Mischung aus Hilflosigkeit, seltsamer,undefinierbarer Kraft und unermesslicher Lebenserfahrung.
Dein Text berührt mich, und weil er technisch so gut ist, wirkt er auch in viele Richtungen.Sprachlich auf den Punkt, offen statt verschlossen und vorallem glasklar wie eine Glocke und so hab ichs am liebsten :)

Gruß Marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

4

Sunday, December 20th 2009, 7:16pm

hey,

danke ihr zwei.
Ich übe mich in diesem Text mal wieder im Reimen. Irgendwie bin ich da etwas aus der Übung. :S
Schön, dass der Text trotz der etwas abgegriffenen Bilder bei euch angekommen ist.

Quoted

Sie haben etwas grußliges diese alten Menschen,

:D Ja.

Gruß Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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Perry

Lyrisches Licht

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5

Friday, January 1st 2010, 8:21pm

Hallo Alexa,

ich könnte mir das Gedicht als Fließtext fast wirkungsvoller vorstellen, weil dann die schwankende Metrik nicht so auffallen würde.
Seltsam ist auch die Formulierung "leere Strümpfe", denn volle wären vermutlich schwer aufzuhängen. ;)

Hier mein Vorschlag:

noch einmal

schlurft sie durch die stille / nacht licht scheint auf ihrem weg.
längst kalt die räume mit vanille / duft und wärme. es ist spät
geworden, in der alten hand ist nur zeit und leere. ihre
strümpfe hängt sie an die wand, als wenn’s noch wichtig wäre.

LG
Perry

Alexa

Blickdicht(erin)

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6

Friday, January 1st 2010, 10:49pm

Hi Perry,

Quoted

Seltsam ist auch die Formulierung "leere Strümpfe", denn volle wären vermutlich schwer aufzuhängen.

die Strümpfe sollen hier doch nicht ihre Strümpfe sein, sondern die, die man normalerweise an den Kamin hängt, damit der Nikolaus od. Weihnachtsmann etwas hinein legt. :cursing: :D
Ich hätte das gerne deutlicher gemacht, indem ich den Kamin erwähnt hätte, aber leider passte der nirgends zwischen. Ich dachte, es wird auch so deutlich genug.

Quoted

ich könnte mir das Gedicht als Fließtext fast wirkungsvoller vorstellen, weil dann die schwankende Metrik nicht so auffallen würde.

Ja, als Fließtext wäre er auch vorstellbar, aber was heißt denn hier schwankende Metrik? Meinst du die unterschiedlichen Zeilenlängen?

noch einmal . xXx
schlurft sie durch die stille .XxXxXx
nacht licht scheint auf ihrem weg .XxXxXxX
längst kalt die räume mit vanille .xXxXxXxXx
duft und wärme, es ist spät .XxXxXxX
geworden in der alten hand .xXxXxXxX
ist nur die zeit und leere . xXxXxXx
strümpfe hängt sie an die wand .XxXxXxX
als wenn’s noch wichtig wäre .xXxXxXx

Danke für die Rückmeldung und L.G.
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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7

Saturday, January 2nd 2010, 12:10am

Hallo Alexa,

ich finde dein Text zeigt genau diese Sinnlosigkeit eines einsamen Lebens dar, das irgendwann mal gefüllt war mit Erlebnissen und Menschen. Und jetzt ist da Leere, die nicht gefüllt werden kann; trotzdem bleibt der Versuch, etwas zu tun, vielleicht so, wie man es immer tut, vielleicht ein klein wenig anders. Die Handlungen sind da, das Dahinter wurde jedoch immer flüchtiger, bis es sich ganz aufgelöst hat.

Je öfter man den Text liest, desto mehr Farbe bringt sich in das Bild. Und ich habe den Geruch von einem gerade erloschenen Feuer oder einer Kerzenflamme in der Nase. Für mich wird das Bild der "Nikolausstrümpfe" also ziemlich deutlich. Gerade durch die Wärme und den Vanilleduft.

Und die Leere in der Hand - da ist die Hand einer alten Frau, die sich schließt, aber als müsste etwas in der Hand liegen, bildet die Hand eine Höhle, sodass die Leere bleibt und nicht von der Faust, der Wut, der Treuer zerdrückt wird.

Ich finde es stark und hoffe, ich konnte Dir auch nur annähernd mitteilen, was dieser Text alles in mir berührt, anregt, auslöst.

Lieben Gruß
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Perry

Lyrisches Licht

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8

Saturday, January 2nd 2010, 7:35pm

Hallo Alex,

also auf Nikolausstrümpfe wäre ich nicht gekommen, vermutlich wegen dem vorher erwähnten "stille nacht." ;)
Ja mit der schwankenden Metrik meinte ich die unterschiedlichen Silbenzahlen der Reimzeilen.
LG
Perry

Alexa

Blickdicht(erin)

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9

Saturday, January 2nd 2010, 8:26pm

Hallo Marie,

vielen lieben Dank für dein tiefgründiges Lesen und die Interpretation, die mir zeigt, dass der Inhalt doch so ankommt, wie ich es mir erhoffte. :)

Hallo Perry,

Quoted

also auf Nikolausstrümpfe wäre ich nicht gekommen, vermutlich wegen dem vorher erwähnten "stille nacht."

nun ja, eben wegen der stillen Nacht, wunderte ich mich, dass du ...
hmm, dann denk dir jetzt Weihnachtsmannstrümpfe. :D
Ich weiß eben nicht wie man die nennt. Ich sag immer Nikolausstrumpf. In Amerika, dem Land wo das mit den Socken noch praktiziert wird, sind die doch am Weihnachtmorgen gefüllt. Schade, dass dir meine Intention bezüglich der Strümpfe verborgen blieb, obwohl doch da die stille Nacht, die Wärme, der Vanilleduft ... Mensch, perry, und du denkst an Nylonstrümpfe oder stinkende Stricksocken? Warum sollte sie die an die Wand hängen? Zum Trocknen?
Nicht zu fassen sowas :D

Liebe Grüße an euch
Alexa
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Jule

Master

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10

Sunday, January 3rd 2010, 12:20am

Ich finde das Metrum gar nicht schwankend, wenn man es richtig liest. :)
Im Gegenteil finde ich es gerade spannend, wie hier die Zeilenumbrüche eingesetzt sind.
So wird beispielsweise in der ersten Zeile die Stille betont, die m.E. gleichzeitig zur Nacht gehört, welche sich aber dadurch, dass sie in der nächsten Zeile steht, mit dem Licht zusammen lesen lässt, was m.E. eine super visualisierte Antithese ist und die Stimmung erst recht verdeutlicht.

Ich finde, das Gedicht zeigt einen Gegensatz auf in der Weise, wie man es lesen sollte (nach meinem Empfinden nach) und wie man es sieht. Das Zusammenbringen der Wörter ist vor allem hier visuell und still geschehen, eben durch die Zeilenumbrüche, man darf das Gedicht aber m.E. nicht so lesen, wie man es sieht. ;) Ansonsten hätte ich es so gelesen, wie Alexa, ich würde es aber allerdings vielmehr so lesen, dass ich "Nacht" und "Licht" beides betone, dazwischen aber eine Pause lasse usf. Ich würde bei dem Gedicht sozusagen eine Mischung aus Metrum und Fließtext lesen, wenn man so will.

Und das finde ich sehr spannend, weswegen mir dein Gedicht sehr gut gefällt, Alexa, zumal du schöne, einfache Reime verwendet hast, und ich steh ohnehin auf sowas. Da macht es mir nicht mal was aus, dass ich das Bild an sich und auch die Beschreibung in der dritten Person sing. irgendwie in dem Zusammenhang ausgelutscht finde. Also, wie gesagt, das wird irgendwie übertönt und dann ist es eigentlich so ganz schön.
Was mit den Strümpfen gemeint war, hätte ich gleich so gesagt. ;)

lg!

Alexa

Blickdicht(erin)

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11

Sunday, January 3rd 2010, 8:01pm

Hallo Jule,

ja, ich versuche meistens eine Zeilenübergreifende Lesart einzubauen, leider wird das oft nicht erkannt. Umso schöner, dass du es gefunden hast und etwas Licht in die Nacht gebracht hast. :)
Vielen Dank für dein genaues Lesen und hineinfühlen.

Quoted

Was mit den Strümpfen gemeint war, hätte ich gleich so gesagt.


@PERRY!
:P
:D

L.G.
Alexa
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Strohpuppe

Moderator

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12

Monday, January 4th 2010, 12:50pm

hallo, Alexa

ich hab jetzt nicht alle Kommentare, die vorher kamen, gelesen.
leicht schmunzelnd habe ich gesehen, dass ich nicht als einzige vom Strumpfkonflikt ereilt wurde - auch ich musste an eine alte Dame denken, die in viel zu großen Pantoffeln halb zerknickt durch ihre Wohnung schlurft (ein treffenderes Wort hättest du hier wohl kaum finden können) und Nylonfetzen an vergilbte Blümchentapeten pinnt.
dein Text fließt gut durch, irgendwelche hinkenden Metren stören mich da gerade überhaupt nicht. obwohl doch irgendwas beim Lesen auffallend hinkt, etwas, dass ich nicht hundert Pro verorten kann. ich glaube, es ist die für ein gemächliches Schlurfen doch recht abgehackte Wortwahl, die du anschlägst. Auf seine Weise finde ich das allerdings wieder passend - So gewinnt das Bild etwas groteskes, gewollt unstimmiges, etwas, das mir als unpassend, als unnatürlich oder evtl. besser als "ungehörig" empfunden werden zu wollen scheint. Die Sache mit den Strümpfen verstärkt diesen Eindruck.
Schlussendlich habe ich ein gemischtes Gefühl bei deinem Text. Er zeichnet eine traurige Situation, die kalt und ausgehöhlt wirkt und tausendmal geflickt. Auf der anderen Seite scheint das ganze so verzogen, dass ich ein wenig drüber grinsen muss.

Quoted

als wenn’s noch wichtig wäre

das hier tut irgendwie weh. ich denke, hier gehört ein ob statt des wenn hin.
sehr schön finde ich den dritten Vers.

Gruß
Strohpuppe
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Alexa

Blickdicht(erin)

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13

Monday, January 4th 2010, 10:02pm

Quoted

leicht schmunzelnd habe ich gesehen, dass ich nicht als einzige vom Strumpfkonflikt ereilt wurde

so ein Mist aber auch!
@perry, t’schuldigung, ich nehme die Ätsch-Zunge auch wieder zurück *knirsch*
Hallo Strohpuppe,

Quoted

Schlussendlich habe ich ein gemischtes Gefühl bei deinem Text. Er zeichnet eine traurige Situation, die kalt und ausgehöhlt wirkt und tausendmal geflickt. Auf der anderen Seite scheint das ganze so verzogen, dass ich ein wenig drüber grinsen muss.

Ja, das ist in Ordnung

Quoted

ich denke, hier gehört ein ob statt des wenn hin.

Ja, als ob es
ich hatte da auch erst ein ob‘s stehen, aber da ich im Metrum bleiben wollte und noch das (e)s hinten dran brauchte, ob es metrisch eben nicht passte, ob‘s mir aber zu sehr nach ups klang, hab ich eben wenn‘s genommen. So. :) Ich hoffe, es schmerzt nicht zu sehr, dann muss ich nochmal drüber und mir metrumtechnisch was einfallen lassen.

Vielen lieben Dank für deine Gedanken zu diesem Text

Gruß von mir
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(Winston Churchill)

Ich hier

Strohpuppe

Moderator

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14

Tuesday, January 5th 2010, 3:04am

als ob es wichtig wäre
? ich denke, das noch schwingt gedanklich eigentlich genug mit
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Alexa

Blickdicht(erin)

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15

Tuesday, January 5th 2010, 1:03pm

Natürlich kann man sich jetzt, nachdem man meine jetzige Version kennt, ein – noch- dazu denken, aber ich befürchte, wenn man es vorher nicht so gelesen hat, kommt das -als ob es wichtig wäre- etwas schroff daher. ?(
lass mich mal noch drüber nachdenken

Danke u. Gruß von mir
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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