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Nijoka

Trainee

Date of registration: Nov 29th 2009

Posts: 22 wcf.user.activityPoints: 140

Location: Göttingen

Occupation: dies und das

1

Tuesday, December 15th 2009, 1:46pm

am abend

steigt das fieber
die tage gehen fremd
mit den nächten
in den kissen stauen sich
leere
nässe und gebete

mir fällt das vergessen wieder ein
das gestohlene lachen
die verkauften hoffnungen

doch in deiner hand
ruht meine
und bei allem verirren
finde ich mich
in deiner brust


.
Alles bleibt so, wie es nicht ist.

Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

Posts: 1,534 wcf.user.activityPoints: 8,395

Location: von draußen vom Walde...

2

Tuesday, December 15th 2009, 2:53pm

Hallo Nijoka,

ich klick hier in letzter Zeit immer mal wieder zwischen den neu geposteten Texten rum, ohne allerdings gedanklich irgendwo wirklich hängen zu bleiben. Auf Dauer frustriert das irgendwie und man (ich) wird lustlos, ja, regelrecht müde, was das Lesen von lyrischen Texten betrifft. Und jetzt kommst du mit einem Titel, den ich bestimmt schon hundert Mal und mehr gelesen habe. Meine Erwartungen in dem Moment kannst du dir sicher denken :)
aber sie wurden nicht erfüllt. Zum Glück, denn
du arbeitest hier mit knappen Formulierungen, deren einzelne Elemente bedeutungsschwer und auch vieldeutig daherkommen und mich zum nachdenklichen Innehalten zwingen.
Dieser Text spricht mich an, hält mich aber andererseits auch auf Distanz. Ich oszilliere hier zwischen Verstehen und Nichtverstehen und diese ästhetische Spannung fasziniert mich enorm.
Hier sagt das unausgesprochene, das, was dein Text mir erlaubt zwischen den Zeilen zu lesen, mehr, als der Text konkret sagt.

Das nenne ich doch mal gelungen. Klasse. Wenn du noch mehr davon hast, immer her damit.

Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Nijoka

Trainee

Date of registration: Nov 29th 2009

Posts: 22 wcf.user.activityPoints: 140

Location: Göttingen

Occupation: dies und das

3

Tuesday, December 15th 2009, 9:45pm

danke für die wirklich wunderbaren worte, alexa! (kurze zwischenfrage: ist dir das dahingesiechte forum "schreibBar" ein begriff?)
ich kann es nicht einmal wirklich fundiert begründen, aber diese aussage von dir

Quoted

Ich oszilliere hier zwischen Verstehen und Nichtverstehen und diese ästhetische Spannung fasziniert mich enorm.
Hier sagt das unausgesprochene, das, was dein Text mir erlaubt zwischen den Zeilen zu lesen, mehr, als der Text konkret sagt.

ist eigendlich mein höchstes ziel. einen text mehr zu spüren als in worten zu lesen. die worte - wie noten - als hilfsmittel, um die melodie zu hören. und wenn du sagst, dass es dir hier so ergeht, dann habe ich ein wirklich hohes ziel für mich erreicht. denn letztendlich ist es ja auch der leser, der einzig und alleine ein gedicht bewerten kann. im gegensatz zum autor, der seine ganz persönliche note immer einfließen lässt, muss der leser ersteinmal dazu gewonnen werden, seine gedanken, sein empfinden zwischen die zeilen gleiten zu lassen. auf den leser kommt es an!

danke dir!!!!!!!

lieben gruß: Nijoka
PS: du willst mehr?....kommt sofort!
Alles bleibt so, wie es nicht ist.

Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

4

Tuesday, December 15th 2009, 11:39pm

(kurze zwischenfrage: ist dir das dahingesiechte forum "schreibBar" ein begriff?)


Hallo Nijoka,

nein, die SchreibBar kenne ich nicht, zumindest nicht bewusst. Warum? Sollte ich dort etwa schon eine ähnliche Kritik abgegeben haben? Ich bin eigentlich eher sparsam mit positiven Kritiken :D
Ich bin auch nicht in vielen Gedichte-Foren tätig. Hier und manchmal bei den E- Literaten.

Quoted

denn letztendlich ist es ja auch der leser, der einzig und alleine ein gedicht bewerten kann. im gegensatz zum autor, der seine ganz persönliche note immer einfließen lässt, muss der leser ersteinmal dazu gewonnen werden, seine gedanken, sein empfinden zwischen die zeilen gleiten zu lassen. auf den leser kommt es an!

bist du vll. so freundlich und sagst mir, ob dieser Text spontan entstanden ist oder ob du die Ursprungsgedanken noch viel schleifen musstest. Es ist jetzt für die Qualität dieses Textes völlig irrelevant, was du antwortest, es geht hier rein um eine persönliche Sache, die mich veranlasst zu fragen. Intuitiv würde ich sagen, er ist spontan entstanden. Natürlich zwingt dich hier jetzt nichts auf meine Frage überhaupt zu reagieren.

Quoted

dann habe ich ein wirklich hohes ziel für mich erreicht.

ja, bei diesem Text ist es dir gelungen. Er wird mir sicher auch noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben.
Aber werd jetzt bloß nicht übermütig :)
ich arbeite mich momentan durch sehr viele Infos, die das Thema: Ein Wort, was ist das, behandeln. Ich werde irgendwann sicher auch an deinen Texten negative Kritik üben. An diesem hier gibts für mich aber nach wie vor nichts auszusetzen.

Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Nijoka

Trainee

Date of registration: Nov 29th 2009

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Location: Göttingen

Occupation: dies und das

5

Wednesday, December 16th 2009, 12:07am

Quoted

ist du vll. so freundlich und sagst mir, ob dieser Text spontan entstanden ist oder ob du die Ursprungsgedanken noch viel schleifen musstest.

es gibt die konstrukteure und die bauchschreiber. zu ersteren gehöre ich nicht. spontan ist so ein text dann aber doch nicht. du hast einen gedanken, vielleicht ein problem im kopf, dann ist auf einmal, irgendwann, wenn du dich damit ferner oder näher damit beschäftigst, irgendein wort, dass die initialzündung gibt. ich setze mich hin, schreibe, - fertig. das geht bei mir in 5 min......

lieben gruß. nijoka
Alles bleibt so, wie es nicht ist.

Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

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Location: Bayern

6

Wednesday, December 16th 2009, 1:07pm

Hallo Nijoka,

ich habe die SchreibBar noch gut in Erinnerung und finde es Schade, dass sie untergegangen ist. Da war zwar nicht alles eitel Sonnenschein, aber wenigstens war immer was los. ;)
Ich habe deinen Text wegen des belanglosen Titels bisher überlesen, muss aber jetzt sagen, dass er mich sowohl inhaltlich wie formell sehr anspricht.
Du verwendest eine knappe und doch vielsagende, bzw. erahnen lassende Bildsprache. Ich lese Irrungen und Wirrungen einer Beziehung, die sich aber trotzdem wieder findet. Waran ich noch feilen würde ist, außer dem Titel , noch jeweils der Schluss der ersten und dritten Strophe. Da scheint mir noch Verdichtungspotential (leere, nässe und gebete), bzw. eine bessere Bildwahl (in deiner Brust) möglich zu sein.
LG
Perry

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