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Marot

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Date of registration: May 19th 2003

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Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

1

Monday, November 16th 2009, 4:27am

Chinesische Kontroverse: III. Von Menschen

Beliebiges Zentrum, in beliebiger Stadt

Volle Straßen, Menschenmassen
Schreie, Lachen, Rempeln, Stoßen,
Ni how, chi chi, nicht erbosen.
China tobt in Einkaufsgassen

Märkte, Buden aller Sorten
Perlen, Seide, Gameboyspiele
Hehler, Dealer und Konsorten
handeln unter ihrer Diele

Kindchen lutscht an Zuckerstange,
dann Skorpion am Stück frittiert
Nachtisch: Spieß, mit Zutat Schlange,
Westler schauen fasziniert.

Schreien, brüllen, Böller zünden.
Lärm, der bis zur Hölle dringt
ist, was geisterhafte Sünden
altbewährt zum Rückzug zwingt

Keiner stürmt mit Triefvisage
missgelaunt und unverblümt,
wie bei uns, durch die Passage.
Hier wird Heiterkeit gerühmt

Doch da steht auch an der Ecke
eine schwarze Uniform.
Und sie steht zu einem Zwecke:
Heiterkeit ist nämlich Norm.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

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2

Monday, November 16th 2009, 9:22pm

hallo marot ^^
das ende is geil(also der rest vom gedicht auch aber besonders der schluss xD). in einer strophe mal eben so eine asiatische ureigenart treffend charakterisiert. allerdings ne ganz kleinen anmerkung: eigentlich ist es doch eher eine lebenseinstellung als eine von oben oktruierte norm oder nicht? dieses bedürfnis nach harmonie, was die zur schau tragung wahrer gefühle und gedanken unterdrückt um ein reibungsloses miteinander ohne konfrontationen und diskusionen zu gewährleisten ist ja eigentlich seit jeher in der asiatischen gesellschaft vorhanden(dazu passt auch die kriminalität hinter der kulissen, welche den touris entgeht. der schein wird gewahrt). allerdings werden die wenigen die dieser haltung entgegen handeln unterdrückt ôo also stimmt die aussage eigentlich schon wieder. lol ^,^
ansonsten find ich des weiteren die darstellung von tradition meets westliche lebensweise scho gelungen, auch diese oberflächlichkeit der touristen is gut(und lustig ^-^) dargestellt...aber insgesamt finde ich die sprache für diese art von gedicht nicht rund genug, diese elipsen gemischt mit ausformulierten sätzen wirkt etwas unausgegoren. aber vll bin ich auch einfach zu sehr von den klassischen gedichten (kästner etc.) beeinflusst und nicht offen genug für neues oô
mfg
mata ne(is zwar japsisch aber egal xD)
nighty
als ob Gefangenes sich drinnen rege,
das ein Entfernter groß zusammengreift.
(Rilke)

Alexa

Blickdicht(erin)

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3

Tuesday, November 17th 2009, 12:43pm

Hi Marot,

im Gegensatz zu Nighty kann ich hier dem ellipsenartigen Satzbau der ersten vier Strophen durchaus etwas abgewinnen. Sie sind, denke ich zumindest, als Stilmittel eingesetzt, um die Hektik, die sich dadurch auch beim Lesen ergibt, in diesem Land hervorzuheben. Die beiden unteren Strophen runden das als Ausklang eigentlich gut ab.
Überhaupt gefällt mir dieses Gedicht hier wesentlich besser als Teil 1 deiner chinesischen Kontroverse.
Die Reimform ab Zeile zwei zu ändern, zeugt hier zudem von der Mühe Inhalt und Form in Einklang zu bringen.
Für mich ein runder u. durchaus gelungener Text.

Gruß von mir

was bedeutet
Ni how, chi chi ?
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Marot

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4

Tuesday, November 17th 2009, 3:27pm

hoi ihr zwei

@nightmaredoll: Es ist in der tat so gedacht wie alexa beschreibt. Die ersten Vier Strophen sollen unmittelbar in das Geschehen hineinführen. Sie sind direckte beobachtung die die Hecktig der Gasse auf das Gedicht übertragen sollen.
Die letzten beiden Strophen hingegen haben einen reflexieveren Charakter und erfassen somit das Gesamtbild. Deshalb ist hier der satzbau auch vollständig


@Alexa: ja die erste Strophe ist dann nochmal eine Besonderheit, weil sie quasie den Kopfd er schlange bildet. Hier soll der Leser in das Geschehen hineingesaugt werden was für mich dem Umarmenden reim entspricht wärend der kreuzreim das geschen natürlich vorran treibt.

freut mich sehr, dass es euch gefällt
liebe Grüße marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht