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Tinus

Master

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Occupation: rausfinden, wer ich bin

1

Thursday, October 22nd 2009, 5:04pm

Dinner in Chongqing

Millionengewimmel
zerzauste Strasse
nie sah ich den Himmel
die einzig Langnase
erblick ich im Glase.

Vom Holzstäbchen flutschte
mein Froschherz klein
das Hanfräulein lutschte
am Hundebein
sie findet es fein.

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2

Wednesday, March 10th 2010, 8:15pm

Hallo Tinus

Sehr schön gereimt und ausdrucksstark.
Eine treffende Beschreibung fernöstlicher Hochgenüsse.
Nichts für mich. Da kommt mir fast die "Eberswalder" wieder hoch, wenn ich mir das bildlich vorstelle.

Viele Grüße
Benjamin
(C) Benjamin Spitz

Tinus

Master

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Occupation: rausfinden, wer ich bin

3

Sunday, March 14th 2010, 2:12pm

Hi Benjamin,

freut mich, dass dir das kleine Stück gefällt, das du da wieder ausgegraben hast.
Das dingda ist tatsächlich in Chongqing entstanden, letzten Herbst.
Die chinesische Küche ist ungeheuer vielfältig, und wohl viel gesünder als unser Burgerfraß.
Und dennoch, wenn ich von einer meiner Chinareise zurückkomme, hab ich genug von Chinafood, und lebe diesbezüglich abstinent, bis zur nächsten Reise...
Und was ich da beschrieben habe: so sind sie wirklich, die essen wirklich alles. Nicht zu vergleichen mit unseren Chinarestaurants. Und wenn man dann selbst eingeladen wird von den Chinesen zum Essen, dann muss man ja höflich sein und alles probieren, und die machen sich einen Heidenspaß daraus, den Langnasen wirklich alles vorzusetzen.

Die süße Rache kommt , wenn sie den Gegenbesuch bei uns machen: dann gibt es Weisswurst mit Weissbier, Breze und süßen Senf. Nun dürfen umgekehrt die Chinesen gute Miene zum bösen Spiel machen, und die Weisswurst mit schmerzverzerrtem Gesicht loben...

LG, Tinus

Marot

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4

Sunday, March 14th 2010, 4:45pm

jaja diese verdammte chinesische Küche. Aber ganz ehrlich, das schlimmste sind nicht die absurden Tierarten sondern das Öl. Es ist einfach überall und im überdimensionalen Überfluss. Man ertrinkt in diesem verdammten Zeug förmlich. Hatte gerade eben eine der öligsten Nudellsuppen die ich je hatte und das mag was heissen.
naja man würgt es runter wenn nan angenehme niederländische begeleitung in Form von langen blonden Haaren und blauen Augen hat :D

genug davon: was mir an deinem gedicht sehr gefällt ist die leichtigkeit der reime, das funktioniert hier prächtig. hier und da ist es mir zu umständllich formuliert, da könnte man der Einfachheit mehr hildigen, aber grundsätzlich ein schönes Stück. Und ünberhaupt, wir langnasen müssen zusammenhalten :D

gruss marot
Geld ist teuer!

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5

Sunday, March 14th 2010, 5:12pm

RE: Dinner in Chongqing

Millionengewimmel
zerzauste Strasse
ich sah nie den Himmel
die einzig Langnase
erblick´ ich im Glase.

Vom Holzztäbchen flutschte
mein Froschherz klein
das Hanfräulein lutschte
am Hundebein
sie findet es fein.


hallo Tinus

besonders gut gefällt mir das forsche Herz (lese Froschherz), welches bei dem Schmaus fast in die Hose rutschte.
den Apostroph kannst du getrost weglassen, es sei denn es soll das abgerutschte Herz versinnbildlichen. da kommt es aber dann zu früh.
beim "Holzstäbchen" hast du dich vertippt, da fehlt ein s.

Gruß
Alcedo

Tinus

Master

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6

Sunday, March 21st 2010, 9:59pm

Hallo Marot,

ich gebe zu, dass es hie und da noch ziemlich holprig ist.
Besser ist zum Beispiel die Umstellung:
nie sah ich den Himmel
(Übrigens: ich sah den Himmel wirklich nie in Chongqing, durch den Dauersmog der 30 Millionen-Metropole.)
Mit dem Öl muss ich dir Recht geben, wobei die chinesische Küche regional sehr verschieden ist. In Shanghai und Peking war sie jeweils sehr verschieden

und statt dem holprigen
die einzig Langnase
könnte ich schreiben:
nur meine Langnase
wobei dann aber die Pointe vorweggenommen wird
oder aber
nur eine Langnase
was dann aber auch nicht passt, da man hier ja denken könnte, dass man im Glase ausser der Langnase noch alles mögliche erblicken könnte.

Und ja, das Zusammenhalten der Langnasen im Reich der Mitte ist eine sehr vernünftige Überlebensstrategie, selten sogar eine Vermehrungsstrategie.
Wobei ich selbst in China leider nur selten niederländische, langbeinige, blauäuige Langnäschen zusammen-halten konnte

Hallo Alcedo,

der Apostroph sollte weg, da geb ich dir Recht.
Das mit dem Z ist natürlich ein Flüchtigkeitsfehler, werde ich gleich korrigieren.
Nett, dass du die Assoziation und das Klangbild mit dem Herz in die Hose rutschen entdeckt hat, das unser schüchterner Langnase möglicherweise in doppelter Hinsicht verspürte...

Alles in allem: Danke für Eure konstruktiven Hinweise.

Liebe Grüße,

Tinus

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