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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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1

Monday, September 28th 2009, 8:13pm

station

gipfelkreuz
von hier an ist
kein führer mehr
von nöten
das ziel liegt
weit offen
zu füssen
die heimkehr
ist
gewiß
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

rivus

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2

Friday, October 2nd 2009, 11:33pm

hallo Erik R.Andara,
nur eine kleine, skizzenhafte annäherung


station suggestiert einen halt, ein zur-ruhe-kommen, ein ankommen. doch ist es ein zwischenhalt oder die endstation? eine station, die viel statisches in sich hat, aber wofür frau/mann viel dynamik entwickeln musste, um zu ihr zu gelangen, kann der schlusspunkt sein für unzählige strapazen, wege, qualen u. das orgastische hochgefühl für die erfolgreiche bewältigung einer grenzerfahrung. und siehe da, das gipfelkreuz leckt u. schließt die wunden der angekommenen. doch nun offenbart sich für mich eine pessimistische lesart, denn durch einen sprung in die tiefe ist die führerlose heimkehr gewiss. es kann natürlich eine religiöse heimkehr gemeint sein oder eine heimkehr zum eigenen vertrauen, praktisch zur wiederkehr des urvertrauens, so dass durch die bergbesteigung eine art selbstbefreiung gelang, die keinen führer mehr braucht und ins offene entführt.

gern gelesen

gruß, rivus

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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3

Saturday, October 3rd 2009, 3:03pm

hallo rivus;

die antwort auf deine (nicht explizit) gestellte frage findet sich in einem bibelzitat: gen, 3-19
die heimkehr ist nicht so sehr religiös als natürlich und als ziel oftmal in der literatur bemüht; (und dann trotzdem immer wieder sakral geschmückt)
was und bei welcher station wir nun aussteigen bleibt uns nicht immer selbst überlassen, aber die endstation ist wohl gewiß;
und da wir sowieso, egal welche richtung wir einschlagen, am ende dort landen werden könnten wir uns den führer gänzlich sparen, außer natürlich wir würden gerne um das eine oder andere hindernis herumgeleitet werden und wollten nicht unbedingt den beschwerlichsten aller wege nehmen; (vielleicht auch den einsamsten)

eine anderes zitat fällt mir noch ein, daß ganz passend schiene: in schützengräben gibt es keine atheisten - angesichts manch anderer unabwendbarer dinge dann wohl auch nicht;

schön, daß es dir gefallen hat;

lg
erik
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rivus

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4

Saturday, October 3rd 2009, 7:48pm

hallo erik,
es ist nett, dass du mich näher an deine intention herangeführt hast.

zugleich nahm ich gen, 3-19 zur hand

Im Schweiße deines Angesichts
sollst du dein Brot essen, bis du
zurückkehrst zum Ackerboden;
von ihm bist du ja genommen.
(Gen 3,19)

und verband deine antwort mit dem lesen deiner nachfolgenden zeilen, die zugleich vielfältige assoziationen verlebendigten. auch dein nachverweis " in schützengräben gibt es keine atheisten" zupfte an meinen erinnerungen u. brachte einige worte meines onkels, eines nichtgläubigen kriegsheimkehrers, wieder zutage. dieser atheistische mensch erzählte von seinen tiefsten erschütterungen seines weltbildes im angesicht der todesfeuer u. der lebensbedrohenden sturmmärsche der gegnerischen soldaten auf die wenigen überlebenden in den schützengräben. in diesen momenten betete u.flehte er ein göttliches wesen an, um das grauen, die furchtbarsten todesängste u. die eigene, eigentlich aussichtslose, todesträchtige situation mit dem leben zu überstehen. mit dem wunder des versehrt übrigbleibens kam es zu einer inneren verwandlung und einem für das weitere fortleben außergewöhnlich respektvollen umgang mit gläubigen u. anders denkenden menschen und mit dem glauben an sich.

ich habe nochmal gern, durch deine hilfestellungen animiert, deinen text gelesen u. für mich neue bezüge hergestellt.

lg, rivus

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