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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

1

Tuesday, September 1st 2009, 10:14pm

unkenruf

nachtschrei
alleine ein flugzeug
blinkt fernweh am himmel
eine wolke zieht schatten
am kreuzweg
ostwärts hängend der mond
ein rasches mäuschen
beißt kabel am abgrund
und die ampel zeigt rot
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

franz

einfach nur franz

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2

Wednesday, September 2nd 2009, 6:50pm

Hey Eric & und hallo nach Wien,

.
ich habe diesen Text hier vorhin schon gesehen, nur hatte er da noch einen anderen Titel. Den Bahnübergang, den du jetzt hinzugefügt hast, finde ich viel zu viel des Guten, denn er nimmt dem Text an sich den Spielraum den er vorher noch hatte. Rein der Sache halber ein echt guter Text, der sehr schön Platz zum Spielen für die Synapsen lässt.
Auffällig und das mehr als positiv finde ich, dass du hier anscheinend echt ein Augenmerk auf die Form gelegt hast, denn der Rhythmus des Textes kommt echt gut.
Deine bisherigen Texte waren mir immer eine Spur zu prosaisch, was natürlich nichts an der Qualität ändert! Das eben angesprochene Prosaische finde ich hier nicht so stark ausgeprägt, um nicht zu sagen, dass ich die Absätze echt gut und durchdacht gesetzt finde.
Was mir dann aber nicht so gefallen will, ist dein hängend, auch wenn dies sicherlich nur persönlicher Gusto. Ich finde es klingt eine Spur zu staubig für deinen sonst so frischen Text.

Ein wirklich sehr guter Text, wie ich ihn von dir noch nicht gelesene habe!

Alles Gute samt Gruß, franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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3

Wednesday, September 2nd 2009, 7:05pm

hallo franz;

danke für das große lob;
ja ich habe in letzter zeit (eigentlich schon sehr lange) sehr viel prosaisches geschrieben, weil für mich die handlung oft über der form stand; das kennst du sicher auch, man hat so phasen in denen man sich nur auf eine bestimmte art ausdrücken kann;

den fehler, den ich hier bei dem titel gemacht habe, daß ich mich nicht entscheiden konnte für eines von beiden, weil der rat zu zweiterem wirklich gut und treffend war, ich glaube ich werde es aber trotzdem wieder in "unkenruf" ändern, weil es mein persönlicher favorit ist und weil es die essenz besser trägt auch wenn der "bahnübergang" bei weitem der klarere gewesen wäre; (manche entscheidungen brauchen bei mir einfach zeit)

ich finde es witzig daß du gerade das "hängend" ansprichst denn wer den text in den letzten stunden verfolgt hat, dem ist aufgefallen, daß hier ständig neue wörter "gehangen" haben /wenn auch meist nur hängen in anderen formen) ich bleibe aber jetzt wahrscheinlich bei "hängend"

also: danke nochmal für das dicke lob;

lg
erik
under the sea, is where I'll be
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Jule

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4

Thursday, September 3rd 2009, 7:41pm

Mir ist das, genau wie franz, mit dem Rhythmus auch aufgefallen.
Alleine die Zeile "ostwärts hängend der mond" will für mich nicht so ganz passen. Ich hätte daraus eher einen Satz gemacht, das Problem hierbei scheint allerdings, dass dann der Rhythmus nicht mehr passt...

Ich mag vor allem die Maus.
Interpretationstechnisch gibt das Gedicht finde ich ein klares pessimistisches Bild: es geht nicht weiter, darauf deutet der Abgrund hin, die rote Ampel und der hängende Mond, denn im Osten geht eigentlich die Sonne auf.

Insgesamt gerne gelesen.

lg
Julia

laughing_lupa

nicht einzig

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5

Thursday, September 3rd 2009, 7:48pm

nicht konstruktiv

Quoted

blinkt fernweh am himmel


ich verneige mich.
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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6

Thursday, September 3rd 2009, 7:55pm

hallo jule;

schön, daß es dir nsgesamt gefallen hat;

Quoted

Alleine die Zeile "ostwärts hängend der mond" will für mich nicht so ganz passen. Ich hätte daraus eher einen Satz gemacht


du meinst: ostwärts hängt der mond. (?)
verzeih falls ich dich hier mißverstanden habe
nun, wenn ich hier ein verb einsetze dann bekommt der mond eine aktive rolle, die er eigentlich nicht innehaben soll; ist er ja nur ein schnörkel am rande in diesem fall;
danke auch für deine interessant interpretationen die soweit stimmig sind;

hallo lupa

danke für deinen kommentar; das macht mich fast ein bißchen stolz;

lg
erik
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Jule

Master

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7

Thursday, September 3rd 2009, 8:32pm

Ja, erik, das meinte ich. Eben, weil sonst alles auch aktiv ist. Das hätte sich m.E. besser eingefügt, aber so geht es auch.Und passt außerdem vom Rhythmus her besser.
lg!

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8

Sunday, September 6th 2009, 12:26am

.

Erinnert eine Spur an Chas Addams, Erik, zwar nicht an "den Horror im Plüschsessel"
und dennoch an die "konsequente Interpretation einer niederträchtigen, zynischen
Realität". Für mein Verständnis ist Dein Gedicht rund, schwermütig und gleichzeitig
spannend; "wie ein Igel, der sich nur am Abend im Straßengraben aufmacht, heraufkommt
und seine graue Schnauze in die Sterne hält." -R.M.Rilke-, Traurig schön, so zumindest habe
ich Deinen Text gelesen, empfunden und bewundert, wie jener Igel eben, der die Sterne betrachtet.

Lieben Gruß
Katerchen
.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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9

Sunday, September 6th 2009, 2:01pm

hallo katerchen;

dankeschön nochmals für das dicke lob und dem stimmungsvollen vergleich deines verständnisses;

lg
erik
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Perry

Lyrisches Licht

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10

Monday, September 7th 2009, 4:18pm

Hallo Erik,

ich hoffe, ich steige jetzt nicht auch mit dem falschen Fuß in dieses bisher ja sehr hoch eingeschätzte Gedicht.
Gleich zu Anfang stolpere ich über eine Bildwiederholung, denn Unkenruf und Nachtschrei stellt für mich eine unnötige Präzisierung dar.
Danach folgt ein schon fast klicheehafter Fernwehblick, der zum Glück dann doch von dem leider etwas zusammenhangslos auftauchenden Kreuzweg kontrastiert wird.
Den "ollen Mond" könntest du aus meiner Sicht ruhig weglassen, denn dass der da oben hängt ist nun wirklich keine Überraschung, sondern hat wiederum Klischeenähe.
Weiter gehts mit einem eher kindlichen Bild, dem Mäuschen (warum nicht eine Ratte?), das dann gleich wieder ins abgründige Rot wechselt.
Für mich insgesamt ein Text, der zu stark polarisiert, um wirklich zu beeindrucken. Ich denke, er hat aber genügend Potential, um weiter daran zu arbeiten.
LG
Perry

Erik R. Andara

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11

Monday, September 7th 2009, 4:34pm

hallo perry;

Quoted

Gleich zu Anfang stolpere ich über eine Bildwiederholung, denn Unkenruf und Nachtschrei ...

das eine ist der titel das andere bereits der text, ich sehe die bildwiederholung hier als nicht wirklich gegeben;

sonst ist es schade daß du in den bildern nur eine ansammlung an klischees siehts, aber sicher wie bereits anderswo erörtert eine frage des geschmackes;

das kindliche bilder der maus und die ratte sind wohl inhaltlich so unterschieldich, daß ich hier nicht näher darauf eingehen werde warum das eine und nicht das andere, weil eben beide so eindeutig belegt;

wo du den "ollen" mond hernimmst frage ich mich jetzt schon ein bißchen weil er im obigen text eigentlich nur ostwärts hängt (also gerade aufgeht) was eigentlich nur als zeitbeschreibung und als lichtquelle dient, die schatten auf den kreuzweg zu werfen imstande ist, der dann so betrachtet doch nicht so zusammenhanglos zu kommen scheint;

das "abgrünige" rot kommt dann auch nicht gleich, sondern nach einer usachen-zeile, die das ganze erklären sollte;

so bist du dann also doch anscheinend mit dem falschen fuß ins gedicht gestiegen, schade eigentlich...
es tut mir leid, aber mit diesen argumenten hast du mich soweit nicht ins überlegen gebracht den text noch einmal zu überarbeiten;

Quoted

Für mich insgesamt ein Text, der zu stark polarisiert, um wirklich zu beeindrucken

was dann genau eine starke polarisation mit der fehlenden beeindruckung zu tun haben soll, versteh ich so jetzt nicht ganz (eher das gegenteil); denn innerhalb deines kommentar nur insofern polarisiert als daß es dir im gegensatz zu anderen nicht gefällt...
aber so ist das eben mit texten...

mfg
erik
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Perry

Lyrisches Licht

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12

Monday, September 7th 2009, 5:02pm

Hallo erik,

mir liegt wirklich nichts an "Geschmacksstreitigkeiten", sondern mein Augenmerk gilt allein der Textarbeit.
Für mich ist das "Fernweh blinkende Flugzeug und das rasche Mäuschen" ein zu starker Kontrast zum Kreuzweg und Abgrund, vor allem weil ich keine Brücke erkennen kann, die der Leser beschreiten könnte.
Klar kann man sich die denken, aber mir als Leser ist das zu wenig. Das wäre ungefähr so, als wenn ein Maler eine Seite des Bildes Weiß und die andere Schwarz gestalten würde. Gut, wenn er den Mond noch grau dazufügt, kann man vielleicht was Abstraktes daraus lesen, aber das war doch nicht deine Zielrichtung oder, du wolltest doch Unken?
LG
Perry

Erik R. Andara

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13

Tuesday, September 8th 2009, 1:56am

hallo;

unser verständnis klafft hier anscheinend nach wie vor auseinander vor allem weil ich den schwarz - weiß vergleich so gar nicht verstehe ?
und auch der vorschlag mit dem grau will mir so gar nicht einleuchten? (was hat ein grauer mond mit dem ganzen zu tun?)
vielleicht fehlt uns hier aber auch nur der draht zueinander;

klar, die handlung ist hier auf ein minimum reduziert, die geschehnisse an und für sich beschränken sich auf ein zufälliges aufeinandertreffen von ereignissen, die alle, für sich genommen, ganz winzig, nebensächlich und harmlos scheinen, in kombination aber unglücklich verlaufen könnten;
ich versteh auch den von dir erwähnten kontrast fernweh und mäuschen zu abgrund und kreuzweg nicht ganz;
es handelt sich hier umd die beschreibung von ereignissen, die zusammengenommen in ihrer alltäfglichkeit trotzdem unglücklich enden könnten, da gibt es jetzt auch keine brücke, über die der leser sollte, sondern einfach nur das unglück das hier drohen könnte, wenn die steine richtig fallen;
ich unke also insofern, als daß ich erkenne: das könnte böse enden und alles was du machen kannst, ist zuzusehen, während du dich weit weg wünschst;
unkenrufen an und für sich sollte aber nicht immer geglaubt werden denn manchmal sind sie purer pessimismus und haben mit der realität weniger zu tun;;

Quoted

Klar kann man sich die denken

eben; ich will hier nicht alles vorkauen die unke ruft ja auch nicht konkreter;
mfg
erik
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Perry

Lyrisches Licht

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14

Tuesday, September 8th 2009, 5:59pm

Hallo Erik,

ich hoffe, ich strapaziere deine Geduld nicht zu stark.
Du beschreibst also Alltäglichkeiten und unkst, dass was passieren könnte.
Gut nehmen wir das Flugzeug, es könnte abstürzen.
Das rasche Mäuschen könnte von der Katze gefangen werden oder seinerseits als Unglücksbringer das Kabel durchbeißen.
Oder der ostwärtshängende Mond könnte, ja was könnte der, einen Gläubigen auf dem Kreuzweg stolpern lassen.
Eine rote Ampel könnte zu einem Auffahrunfall führen.
Ja so gesehen steckt einiges an Unkpotenzial in deinen Zeilen, aber ist das alles bzw. genug?
LG
Perry

Erik R. Andara

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15

Tuesday, September 8th 2009, 6:02pm

oder der kreuzweg ist in wirklichkeit eine kreuzung (sich kreuzende wege/ereignisse natürlich auch ein weg der obwohl er unglück verspricht zu beschreiten wäre) die momentan im schatten liegt also schlecht beleuchtet wird, weil zwar der eben aufgegangene mond die nacht erleuchten würde sich aber just in diesem moment eine wolke davor geschoben hat?
oder die rote ampel markiert einen bahnübergang und die maus beißt das warnsignal durch das vor dem daherrasenden zug warnt und einziger zeuge ist das sich entfernente flugzeug, dessen passagier reisenderweise viel zu weit weg sind um irgendetwas zu ändern?
nun da gibt es wohl noch mehrere möglichkeiten...

ich muß dazu bemerken daß ich äußerst ungern die von mir verwendeten bilder seziere weil ich dem leser dadurch die möglichkeit nehme sich seber darin zu entfalten...

Quoted

aber ist das alles bzw. genug?


genug wofür?
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Perry

Lyrisches Licht

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16

Tuesday, September 8th 2009, 6:33pm

Hallo Erik,

genug dafür, aus dem Text etwas herauszulesen, was über allgemeinen Pessimisus hinausgeht. Um z.B. das Gefühl einer Ohnmacht gegen das Schicksalhafte zu erzeugen sind mir die Bilder, bzw. ihre Texteinbindung zu wenig. Aber das solls jetzt auch endgültig von mir gewesen sein. Ich finde vermutlich einfach keinen Zugang zu deinem Text.
LG
Perry

Erik R. Andara

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17

Tuesday, September 8th 2009, 6:54pm

hallo perry;

kontroverse an sich ist ja was gutes;
die ohnmacht war derart auch nicht eingeplant es kommt ja auch gar kein protagonist vor dem man zur hilfe eilen müßte keiner, dem explizit gefahr droht, es ist lediglich ein ausdruck des pessimismus der meint: paß nur auf, gleich könnte was passieren! (wenn du so willst vielleicht auch ein schlichtes landschaftsbild)
ob nun begründet oder unbegründet überlasse ich hier dem leser;

für dein verständnis war das halt so nicht genug; sind wir dann eigentlich wieder bei der frage des geschmacks oder bessergesagt der eigenerwartungen, die man in texten nicht erfüllt sieht;


mfg
erik
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