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Karin

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1

Thursday, January 15th 2004, 4:12pm

Ein Wintertag geht zu Ende

Ein Wintertag geht zu Ende

Draußen ist es Winter und die Schneeflocken fallen lautlos herab.
Drinnen im Zimmer prasselt das Holz im Kamin,
es ist hell und warm im Raum, auch in mir,
und draußen fallen die Schneeflocken vom Himmel.
Dunkelheit schleicht sich durch das Fenster,
erreicht mich mit ihrem wohltuenden Schatten,
und draußen fallen die Schneeflocken vom Himmel.
Müde von des Tages Arbeit schaue ich in das Licht der Flammen,
sehe wie sie ihren rot-gelben Tanz tanzen,
höre ihr Knistern, ihre Sprache,
eine Sprache die keiner Übersetzung bedarf,
und draußen fallen die Schneeflocken vom Himmel.
Ich werde ganz ruhig, schließe meine Augen und Friede ist in mir,
während draußen die Schneeflocken vom Himmel fallen.


© K.St.B. - 15.01.2004

Athanasia

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2

Thursday, January 15th 2004, 6:22pm

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Liebe Karin,
dein Gedicht weist einen starken Prosacharakter auf.. Dies gefällt mir nicht allzugut. Außerdem finde ich die ständigen Wiederholungen "und draußen fallen die Schneeflocken vom Himmel" etwas störend.
Was mir allerdings zusagt sind die folgenden Gedanken:
ihren rot-gelben Tanz tanzen, (vielleicht auch hier die Wiederholung von tanzen meiden?)
höre ihr Knistern, ihre Sprache,
eine Sprache die keiner Übersetzung bedarf,


Auch hier könnte das Wort "Sprache" durch ein anderes Wort ersetzt werden. Wobei die Wiederholung in diesem Fall auch nicht störend ist.. Das ganze ist natürlich meine subjektive Meinung..


Liebe Grüße,
Athanasia

Karin

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3

Thursday, January 15th 2004, 9:03pm

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Liebe Athanasia,
schön, dass du mein Gedicht gelesen und sogar eine Kritik geschrieben hast.
Auf die werde ich jetzt näher eingehen.

Quoted

"und draußen fallen die Schneeflocken vom Himmel"


Die ständigen Wiederholungen am Ende eines Satzes nennt man Epipher (siehe Stilmittelkursus von Kamelot). "Ein Wintertag geht zu Ende" ist eine so genannte Aufgabe, die ich in dem Kurs gemacht habe und sie hier bringe, um zu sehen, welche Reaktionen sie auslöst. Wiederholungen gefallen mir manchmal, weil sie das Bild verstärken, was ich rüber bringen möchte. (Ich werde mich bemühen einige Beispiele zu finden - spontan fällt mir nur Gabriela Mistral ein, deren Gedichte ich sehr mag - aber ich habe schon lange keine mehr von ihr gelesen - also nimm mich bitte nicht beim Wort).

Quoted

"ihren rot-gelben Tanz tanzen"


Ja, auch ich habe daran gedacht "Tanz tanzen" anders zu formulieren, habe nachgeschaut, und da gebe es die Möglichkeit zum Beispiel zu schreiben: "Tanz hopsen" oder schwofen, walzen, springen, rocken, das Tanzbein schwingen, eine kesse Sohle aufs Parkett legen (siehe Duden - Sinn- und sachverwandte Wörter oder den Thesaurus) - na ja, ein bisschen Spaß schadet ja nicht. Ganz gut wäre vielleicht "drehen" oder "züngeln" aber: Drehen sich Flammen? Und ist "züngeln" wirklich besser als "tanzen"? Nun, wie dem auch sei, mir gefällt die Wiederholung des Substantivs als Verb besser.

Quoted

"höre ihr Knistern, ihre Sprache, eine Sprache die keiner Übersetzung bedarf."


So ähnlich verhält es sich mit dem Wort Sprache "…ihre Sprache, eine Sprache die keiner Übersetzung bedarf". (Wieder Duden und Thesaurus: Rede, Verständigung, Laute, Muttersprache, Umgangssprache, Bühnensprache, usw. Da gibt es im Duden wirklich viele Möglichkeiten, aber diese sehen so aus: …..sprache …..sprache …..sprache - also das Wort Sprache ist immer dabei.

Prosa- oder Lyrikgedichte - das ist die Frage - und Geschmackssache.

Einen ganz lieben Gruß und danke für deine Kritik
Karin

Athanasia

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4

Thursday, January 15th 2004, 9:30pm

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Hallo liebe Karin,
freut mich, dass du auf meine Kritik eingegangen bist.. Dachte dann hinterher, ob ich vielleicht doch ein wenig zu pingelig war - andererseits nur so lernt man :D..
Also dann möchte ich auf deine Erläuterungen eingehen. Das mit den Wiederholungen als Stilmittel war mir bekannt.. doch ich fand es in diesem Gedicht einfach ein wenig.. mir fehlt das Wort etwas übertrieben.. Wenn es ein Gedicht gewesen wäre, das nicht ganz so einfach zu deuten ist, würden die Wiederholungen eher ihren Reiz haben. Aber ich glaube, das ist einfach Geschmackssache ;) Finde es übrigens toll, dass du am Stilmittelkurs teilnimmst. Ich mache das nur im Stillen..

Dann hätte ich es an deiner Stelle auch bei "tanzen" belassen. Na ja, sollte mich auch schämen, da weise ich auf etwas hin und habe auch keine bessere Lösung zur Hand. Doch ich werde mir darüber Gedanken machen.. Werde gleich mal meinen Wortschatz durchstöbern :)

Wünsche dir noch einen sehr schönen Abend..

Herzliche Grüße,
Athanasia

Karin

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5

Thursday, January 15th 2004, 9:53pm

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Liebe Athanasia,
du warst auf keinen Fall zu pingelig, denn deine Einwände waren auf keinem Fall schlecht. Ich denke so wie du - durch Kritik lernt man, und man sieht auch die eigenen Werke? :rolleyes: mit anderen Augen.
Auch mit den Wiederholungen hast du ja Recht, man muss schon sehr vorsichtig damit umgehen.
Wenn du Wörter entdeckst, oder auch eine bessere Formulierung - nur her damit - mal sehn was dabei herauskommt.

Auch dir noch einen schönen Abend
und einen lieben Gruß
Karin

Athanasia

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6

Thursday, January 15th 2004, 10:35pm

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Liebe Karin,
dein Gedicht hat mir jetzt doch keine Ruhe mehr gelassen :) Freue mich, dass du meine Kritik positiv aufgefasst hast..
Ich habe jetzt zwar einige Vorschläge, doch mir gefällt keiner so richtig. Jedoch hast du vielleicht ein paar Anregungen und findest noch das Richtige.
1. das mit dem Tanz: Für dieses Wort an sich ist mir ansich auch nichts Passendes eingefallen. Du könntest höchstens eine Tanzart dafür einsetzen. Z.B sehe wie sie ihren rot-gelben Walzer tanzen,
Jedoch befürchte ich, dass dann dieser Teil deines Gedichtes aus der Reihe tanzen würde, da dein Gedicht ansonsten, doch recht realistisch im Schreibstil gehalten wurde.
2. Sprache: auch hier ist mir kein Wort eingefallen. Jedoch könntest du es vielleicht mit einem Merkmal des Feuers, ersetzen. Also z.b. zischen, (murmeln, glucksen,) fauchen..

Wie dem auch sei, leider ist mir das Richtige nicht eingefallen. Doch vielleicht hast du nun ein paar neue Ideen und wenn nicht, dann bleibt es so ;)

Liebe Grüße,
Athanasia

Karin

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7

Friday, January 16th 2004, 8:12am

RE: Ein Wintertag geht zu Ende

Guten Morgen Athanasia,
ich finde es toll, dass du dir so viel Mühe machst und deine Vorschläge sind auch überlegenswert. Ich werde mich heute damit befassen.
Einen schönen Tag
und einen lieben Gruß
Karin

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