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Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

1

Tuesday, June 30th 2009, 9:35pm

Stadtgesicht

.
Ein schlammiger Stiefel tanzt
auf dem Verbundsteinparkett
der gefegten Stadt Wal-
zer, stört die Marschmusik
auf dem ausgeschilderten Weg
zum Glück
ist alles um-
randet von Land und dann
und wann ist im Beton ein Loch,
ein ausgelassenes Konstrukt,
Baugrund? Augenscheinlich,
mit einem Fußabdruck
im Gesicht.


RPK 180209
Sammelsurium: Werkesammlung


demon17

Professional

Date of registration: Nov 26th 2006

Posts: 180 wcf.user.activityPoints: 1,135

Location: Bielefeld

Occupation: Traumtänzer und Tastentipper

2

Wednesday, July 8th 2009, 11:32pm

Sehr metaphorisch und sehr geheimnisvoll und vor allem doppeldeutig,

Quoted

stört die Marschmusik
auf dem ausgeschilderten Weg
zum Glück


gefällt mir unheimlich gut. Auch das satzbautechnische Recycling von "zum Glück" weist auf multiple Konnotationen des Terminus hin.

Quoted

zum Glück
ist alles um-
randet von Land und dann
und wann ist im Beton ein Loch,
ein ausgelassenes Konstrukt,
Baugrund?


Aha, ein Naturliebhaber der sich über die ungezähmte Natur freut und unter der streng (bau-) normierten Umwelt zu leiden scheint, die nicht nur die Gebäude, sondern auch das Leben der Menschen vereinheitlichend reguliert (Marsch zum Glück). So lassen sich jedenfalls die letzten Zeilen intepretieren,

Quoted

Augenscheinlich,
mit einem Fußabdruck
im Gesicht.
... oder ist der Walzer tanzende schlammige Stiefel gemeint? Aber warum ist dann die Rede von einem Fußabdruck und nicht von Stiefelspuren? Die Antwort auf diese Frage bleibt uns das Gedicht schuldig. ... und warum im Gesicht? ... aber da kommt der Titel des Gedichtes "Stadtgesicht" ins Spiel...

Mit nachdenklichen Grüßen

demon17

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