"Die in dem Gedicht behandelte Thematik ist zuvor bereits unzählige Male & in den unterschiedlichsten Herangehensweisen abgehandelt worden. Ich habe eine sehr (lyr)Ich-bezogene Sichtweise gewählt. Nicht in Opposition zu einem allgemeinen Trend, einer, wie auch immer geartet, vorgegebenen Art zu schreiben (die es nicht gibt), nicht als "das lyr.Ich gegen den Rest der lyr.Welt (auch wenn der Text diese Lesart durchaus zuläßt)."
--> Als eine Opposition habe ich es eigentlich auch nicht direkt gelesen.

Eine Opposition stellt für mich ein genaues Gegenstück zu etwas dar. Allerdings sehe ich in deinem lyrischen Ich keinen Rebell, sondern vielmehr einen jungen Künstler vielleicht sogar, der seinen eigenen Weg für sich definiert. Der macht das, indem er ziemlich locker eben darüber nachdenkt... und dabei ist es ihm "egal", was andere tun... er weiß nicht, wie andere ihre Gedichte schreiben. Gleichzeitig ringt er aber offensichtlich auch mit irgend einer allgemeinen Herangehensweise, was ich eben dem "man" entnehme. So sehe ich das. Eine Opposition ist es also nicht unbedingt, denn das würde heißen, ihr macht das, aber ich, ich mache was ganz anderes, und zwar das.

Das ist hier meiner Meinung nach aber weniger der Fall, sondern viel mehr, naja, vielleicht mache ich es so.
Wie meinst du das, dein Gedicht hätte fast Ausmaße einer (pseudo-)Poetologie angenommen?
Und wie meinst du das, du hast es der Sprache selbst überlassen? Wie machst du das?

Hört sich spannend an... lässt du dich da irgendwie vom Unterbewussten leiten oder was verstehst du darunter genau bzw. wie machst du das?
Was meinst du mit dem Mitautor?
Übrigens möchte ich noch sagen, dass ich erik bezüglich der Berühmtheit Recht gebe... ich glaube, man nimmt so manches Blatt vom Mund (nicht vor den Mund), wenn es sich nicht um eine berühmte Persönlichkeit handelt. Da werden kleinste Fehler sofort entdeckt... bei "Berühmtheiten" sieht man leicht mal über sie hinweg. Ich sehe darin eigentlich keinen Grund, und würde eher darauf hinarbeiten, dass man diese "Kluft" zwischen den "Normalos" und den "Berühmtheiten" möglichst klein hält, denn was unterscheidet einen Normalo schon von einer Berühmtheit, wenn dieser genauso gut ist? Ja, eben nur, dass ihn nicht die halbe Welt kennt.
Und ach ja, ich möchte an dieser Stelle noch meine besondere Sympathie aussprechen für das hier:
"Begriffe wie besser, gut oder schlecht (o.ä.) finde ich persönlich im Zusammenhang mit lyrischen Texten unglücklich gewählt, denn dazu müßte es festgesetzte Kriterien geben, die eine solche Einschätzung zuließen"
--> Da gebe ich dir nämlich Recht. Es ist wohl vielmehr so, dass sich anhand verschiedener Meinungen eine Intersubjektivität ergibt.
Aber es wäre keine Kunst mehr, wenn man nicht auch dagegen angehen dürfte. Ich schrieb bereits einmal:
"Solange es jeder Kunst nennt, ist es Kunst. Solange jeder das Recht behält, es nicht Kunst zu nennen, bleibt es Kunst und sobald sich nur ein jemand findet dies nicht zu tun, ist es und ist es keine Kunst.
Solange es niemand Kunst nennt, ist es keine Kunst. Solange jeder das Recht behält, es Kunst zu nennen, behält es das Recht, Kunst zu werden, und findet sich nur ein jemand dies zu tun, ist es und ist es keine Kunst."
Kunst ist also gleichzeitig definiert und undefiniert, weil es so sein sollte, dass sie ständigem Wandel unterlegen sein darf. Das ist meiner Meinung nach praktisch ihre einzige Bedingung.
Gut, aber ich will mich hier jetzt auch nicht in Kunsttheorie verlabern.
Hat mich gefreut, dass du dich drüber freust, dass ich dein Gedicht gut finde.
lg!