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erikroderickandara

Glasphasen-Moderator

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1

Thursday, May 14th 2009, 7:18pm

Gedankenblitz am Fahnenmast

muskelkrampf in
den unterarmen
während ich versuche
nicht loszulassen
die finger wie krallen
gierig ums metall gewunden
sterben ist nicht so toll
wie man sich
das ausmalen möchte
denke ich
kurz davor
zu fallen
und höre mich
um hilfe rufen
weil ich
nicht mehr lange
klammern kann
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Sonja

Professional

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2

Thursday, May 14th 2009, 7:29pm

Ein tolles Gedicht, mit einer sehr poetischen, und schönen Aussage, wie ich finde. :)
Ganz liebe Grüße,
Sonja. :)

Schreiben bedeutet für mich fühlen, und verstehn.

Hazel

Moderator

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3

Thursday, May 14th 2009, 10:12pm

Hehehe..

genau da bin ich aber schonmal gehangen ^^
Als ich damals in der Schule war.. und ganz ganz oben am Dach war so ein Gitter, das über die Seitenwand hinausragte..
Da hab ich mich drangehangen und wollte schauen, wie weit ich mich rumhangeln kann.. und wer wirds glauben.. am Schluss
hat mir die Kraft gefehlt mich wieder hoch zu ziehen.. die Figner taten weh... unter mir locker 10 Meter Tiefe ^^
Hab nach meinem Freund gebrüllt wie ein Verrückter ;-)

Man muss dazusagen, dass es an einem Abend war, wo nur noch ein Freund und ich auf dem Gelände waren, nachdem wir
nach einem Basar auf dem Gelände versehentlich "eingesperrt" wurden..

Mein Kumpel ist so schnell er konnte nach oben gelaufen und hat mir hochgeholfen.. an Poesie dachte ich dabei leider nicht ;-P

Dieses Gefühl werde ich nie vergessen :wacko:
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

erikroderickandara

Glasphasen-Moderator

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4

Thursday, May 14th 2009, 10:22pm

@sonja: danke für die blumen

@hazel: tja der jugend, was der jugend ist
das heißt ich kann dir da wohl nichts vormachen, wie es so ist, präsentiert auf der fahnenstange, selbstverschuldet; und es bleibt ja wohl zu hoffen daß du dieses gefühl nicht vergißt und dich nicht sofort an die nächste fahnenstange hängst

den fahnenstangenvergleich nahm ich eigentlich wegen des "farbens bekennen" aspekts der sich hier auftat;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Alexa

Blickdicht(erin)

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5

Friday, May 15th 2009, 1:18pm

Hallo Erik,

von einem Fahnenmast zu stürzen/ sich stürzen zu wollen, erscheint mir bildlich gesehen zuerst mal etwas schräg. Aber gerade diese tragische Komik ist es, die deinen Text für mich so lesenswert macht. Für mich ist das hier -das Ende der Fahnenstange, da, wo nichts mehr geht.
Klasse!
Das von dir im Re -Post angesprochene „Farbe bekennen“ (dass da was schiefgelaufen ist?) habe ich allerdings gar nicht bedacht.
Aber durch das –ausmalen- habe ich die Fahne symbolisch als etwas buntes, in den schönsten Farben be-ausgemalt, womöglich sogar aus tiefster Überzeugung oder auch letzten Ausweg, ganz weit oben aufgehängt, betrachtet. Was nun diese Fahne darstellen soll, wird nicht zwangsläufig deutlich, was ich wiederum als geschickten Zug ansehe, da sich so jeder sein eigenes Ende der Fahnenstange vorstellen darf.
L.I. scheint aber so von der Sache, die hinter der Fahne steht, überzeugt gewesen zu sein. Zumindest ist es hinaufgeklettert, hat da irgendwo ein Ziel angestrebt; ob das nun bewusst geschah oder eher zwangsläufig, wird nicht ganz deutlich.
Nun ja, jetzt hängt es am Ende dieser Stange, was immer auch sein Vorhaben da oben war, L.I. bemerkt, dass es, genau wie sein Mut am Fahnenmast hinab rutscht.
Es hält sich gierig und mit Geierkrallen fest. (Die Geierkrallen schwenken mir hier allerdings schon zu sehr aus dem Bild. Vll. besser nur die Krallen?)
Dass L.I. sich an etwas Kaltem festhält, scheint hier nur nebenbei bemerkt zu werden. Schön hier die Assoziationsmöglichkeit -sich an einen Strohhalm klammern-
...geistesblitzartig wird L.I. bewusst, dass es mittlerweile in einer fast ausweglosen Situation steckt, die ohne Hilfe kaum zu bewältigen ist.

Erik, das gefällt mir sehr gut. Ein Text, der irritieren könnte, wenn man ein greifbares Bild, das die Hintergründe beleuchtet, sucht.Ein Text, der mit mir die unterschiedlichsten Gedankengänge geht und mir am Schluss doch mein ganz eigenes Bild lässt.

Klasse, wie sich dein Schreibstil entwickelt und auch sehr schön, wie viel Gefühl da mittlerweile in deinen Texten steckt. :thumbup:

Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

erikroderickandara

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6

Friday, May 15th 2009, 2:48pm

danke alexa;
hallo alexa

das ist ein text der sich obwohl er so einfach anmutet seinen weg über mehrer wochen und viele gedankengänge gesucht hat (witzigerweise ist die grundintention dazu an der klimmzugstange entstanden :) ) ; ein spiel mit den vielen symbolen und den absichten des lyrichs wie du ja gesagt hast und eine unzahl an zugangs- und deutungsmöglichkeiten;

was du über meinen schreibstil gesagt hast nehme ich als großes kompliment

mfg
erik

p.s.: ich habe lange überlegt ob ich die dopplung der gierigen geierkrallen verwenden soll und habe mich dafür entschieden, wobei ich mir immer noch nicht ganz sicher bin; aber irgendwie schien die raffsüchtige gier nach leben ganz wichtig hier und der geier plakativ genug als wappenvogel ,wo man schon mal als wimpel für die eigenen (selbsmord?; mutprobe?) absichten hilflos im wind hängt;

lg
erik
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Alexa

Blickdicht(erin)

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7

Sunday, May 17th 2009, 12:52pm

Hi Erik,

das mit dem Geier und der Gier ist schon passend, ja, aber für mich kreist ein Geier gierig über ein totes Stück Fleisch oder wartet eben, auch gierig, bis das noch Lebende endlich tot ist. Da du jetzt deinem L.I. Geierkrallen verpasst hast, fügt sich das für mich nicht ins Bild. Demnach müsste L.I. ja auf etwas warten, worauf es sich stürzen kann. Du willst hier aber doch eher das -an etwas festhalten- beschreiben.
Aber ich hab meine ganz eigene Phantasie, also lass dich davon nicht irritieren.

Gruß von mir
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erikroderickandara

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8

Monday, May 18th 2009, 4:38pm

so, hab mich überzeugen lassen, die geier rausgenommen und durch vogel ersetzt was die ganze zeile plötzlich in einen völlig neuen kontext setzt (zumindest für mich)

danke, alexa für den gerechtfertigten einwurf

erik

edit: die vögel ganz aus dem gedicht genommen, wirkt jetzt echt besser manchmal läuft man sich die nase an vorstellungen blutig die einfach nicht passen;
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