Ein "Hallo" an alle
Ich habe Angst, weil ich mir mit Worten ein Grab schaufeln kann
und wundere mich zugleich, dass ich schon mit einem nächsten Satz
im Himmel sitze. Bin ich Gott oder Sklave meiner Buchstaben, nein
... ich bin alles zugleich. Um nicht irre zu werden, was ich schon
längst bin, versuche ich das Ordnen von Wörtern und stelle fest,
dass sie wie von selbst leben. Sie gehören mir nicht, diese Bestien,
Geister, Mörder, Kinder, Welten. Sie sind geliehen, ich gebe sie nur
zurück damit sie wiederkommen.
Ich habe Angst, dass sie mich treffen, so wie ich sie sehe. Ich
bin ihr Schicksal, ich hätte die Macht wenn ich sie beherrschen
würde. Dagegen wehren sie sich und ich mich. Ich wehre dem
Ende, weil vom Anfang bis hierhin meine Welt liegt.
Während ich darüber nachdenke, warum Wörter tun was sie tun
und sich nicht einfach ergeben, schreibe ich sie auf. Denn nur Ziele
die ich sehe, kann ich treffen.
Ich habe Angst, weil ich Ziele sehe. Ich sperre mich ein, bin gehemmt,
ich kann doch nicht einfach meine wortlose Welt verlassen und
in den Freundfeind tauchen. Doch ich kann, habe es schon längst getan.
Aber muss ich das denn auch? Ja, weil ich Angst habe. Ich will aber
dieses Zwanghafte nicht. Ich will nicht mit Häftlingen zusammen sein.
Ich gebe sie frei. Immer wieder und mich dazu. In Angst.
Doch sie sagen mir: habe keine Angst, denn du hast alles in der Hand.
Es grüßt Euch die Neue
R. M.