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Strohpuppe

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1

Monday, March 2nd 2009, 3:04pm

Kornkreise

wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
wir ziehn im Innern große Kreise
und gehn in uns
auf große Reise
seltsam leer
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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2

Monday, March 2nd 2009, 6:08pm

.


Hallo Strohpuppe,

erinnert an Kore (Reflexion in der Pupille - die Jungfrau bzw.
den Säugling im Auge), den Augapfel, den Kern und das
Erntegerät - die Sichel selbst.

evtl. Inneren


Liebe Grüße
Katerchen

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Strohpuppe

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3

Monday, March 2nd 2009, 7:06pm

hallo, Katerchen

freut mich, dass der Text so zahlreiche Assoziationen weckt! :)
ich hab mich mal an einer Abänderung mit Inneren im Blick versucht. dabei ist folgendes heraus gekommen, was ich gleich mal in den Versuch einer Bild-Text-Sache gesteckt habe:



das Bild hat mein Freund im Sommer 07 in der Bretagne gemacht. so gut es ging, habe ich es mit paint mit dem Text zusammen gebracht - was anderes habe ich im Moment leider nicht zur Verfügung ;(
was die Versionen angeht, tendiere ich im Moment zur zweiten, weil sie erstens die weniger schönen Kürzungen und zweitens die Betonung auf uns vermeidet, die ich nicht besonders mochte. mal sehen, was ich stehen lasse und was fliegt =) Danke dir für deine Hilfe!

edit: inzwischen gibts noch ne dritte Version:

Wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
im Inneren ziehen wir Kreise
gehen mit
auf große Reise
seltsam leer

liebe Grüße
Maria
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4

Tuesday, March 3rd 2009, 9:15am

.

Hallo Maria,

Ein schönes Bild, trotzdem ich den Text schlecht lesen kann.
Die dritte Variante gefällt mir.

Liebe Grüße
Katerchen

.
Dämmerungskrallen
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Strohpuppe

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5

Tuesday, March 3rd 2009, 9:35am

Morgen, Katerchen

Quoted

Ein schönes Bild, trotzdem ich den Text schlecht lesen kann.
Die dritte Variante gefällt mir.

ich geb mir Mühe, dass das noch besser wird. ist ja bisher nur ein Versuch und noch lang nicht der Weisheit letzter Schrei. ^^
ja, ich denke auch, dass es dann wohl die dritte Version wird =)
danke dir!

Grüße
Maria
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Binat

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6

Tuesday, March 3rd 2009, 5:45pm

hei Maria ein tolles Gedicht ganz ohne Frage.

Quoted

wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
So wie es da steht, würd ich's nehmen.

Quoted

wir ziehn (im Innern) große Kreise
(und) gehn in uns
auf große Reise
seltsam leer
Hier habe ich (teils wie du es selbst schon verändert hast) ein wenig ausgeklammert. Wenn du "im Innern" rausnimmst, stimmt es von der Zeilenlänge wieder. Was ich persönlich schöner finde. Zum anderen schließt du nicht den "Makrokosmos" aus. Bis hier her kann man das Gedicht sowohl von Innen (Das Universum des einzelnen Menschen) betrachten, als auch von Außen (der Mensch in der Gemeinschaft). Mit dem "im Inneren" gibst du jedem einzelnen Menschen nicht mehr die Chance große Kreise zu ziehen.
Zum anderen hast du nun in der ersten und vierten Zeile "seltsam" benutz, aber dann nicht mehr in der siebten. Das wirkt komisch.

Ich würde mit dem zweiten Teil vielleicht so umgehen:

wir ziehn große Kreise
und gehn auf große Reise
seltsam leer

Da hättest du ein Motiv der Romatik verbaut. Fernweh. Und müsstest nicht mal mehr direkt auf das Innere ansprechen, weil es eigentlich klar ist. Das ganze Gedicht spricht in glühenden Farben, es zeugt von Nachdenklichkeit und zu sagen "wir gehen auf große reise" da ist jedem klar, du fliegst nicht nach Malle. Du gehst auf eine lange in dich selbst.
Ein weiteren toller Vorteil dieser Form ist, dass du einen einschließenden Reim hast "schwer -> leer". Das bedeutet du verbindest diese zwei Zeilen und bemisst ihnen eine besondere Bedeutung zu. So musst du diese Redundanz von "und gehn in uns" nicht mehr haben. Nun würde mich auch die Zeilenlänge nicht mehr stören. Form ist Wolllust. Du wirst auschweifend, da können die Zeilen auch länger werden.

wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
wir ziehn große Kreise,
gehn auf große Reise
seltsam leer

So ist es denke ich derzeit äußerlich am schönsten. Vor allem aber auch am vielsagensten. Der Mensch als vom Wind hin und her Getriebener. Die Masse, die sich antizyklisch immer gemeinsam bewegt. Fast schon ein wenig schwer mütig. Fällt einer um, fallen mehrer um. Hat einer eine Idee, können viele Gefallen finden. Und dennoch zieht man seine eigenen Kreise, dreht sich um sich selbst, erkundet sich und ist... dennoch nur leer. *Ich würde gern applaudieren.*

Erinnert anbei ein wenig an Dante und Vergil.
Binats Werkesammlung - Nicht alles im Leben braucht einen schlauen Spruch.

Im Delirium der Extremitäten
Nachtschwärmerei

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7

Tuesday, March 3rd 2009, 6:43pm

heyho =)
Bei Kornkreisen musste ich zunächst an Alien denken, die ja fremdartig sind, anders, seltsam. Mir gefällt diese Überschrift, sowohl die Assoziation die sich bei mir im ersten Moment einstellte als auch die Bedeutung im Bezug auf das Gedicht sind stimmig.
Mir persönlich würde dein Gedicht noch mehr zusagen, wenn der fünfte Vers zweigeteilt wäre, also
wir ziehen im Inneren
große Kreise
Ich finde, dass die Zeile so optisch besser zum restlichen Gedicht passt und der Sprechrythmus angenehmer ist....^_^
Dein Gedicht besticht durch seine Einfachheit und es lässt einem viel Raum für Interpretationen...gefälllt mir gut =D
Nur mit der Formulierung des vorletzten Verses kann ich mich nicht anfreunden, aber das ist wohl persönlicher Geschmack, in meinen Ohren klingt das einfach ein wenig phrasenhaft(ist das das richtige Wort? uh ich hasse Fremdwörter =().

Liebe Grüße,
nighty
als ob Gefangenes sich drinnen rege,
das ein Entfernter groß zusammengreift.
(Rilke)

Strohpuppe

Moderator

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8

Tuesday, March 3rd 2009, 11:31pm

Tach =)

@nightmaredoll

da ich mich wohl für Version 2, also die, die oben im Bild steht, entscheiden werde, versuche ich den Bruch, den du vorgeschlagen hast, mal dort:

Fassung II

Wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
im Inneren
ziehen wir Kreise
gehen in uns
auf große Reise
seltsam leer

... und muss sagen, ich finds eigentlich gar nicht schlecht. :) vom Sprechrhythmus her wär das ein Gewinn, denke ich

Quoted

Bei Kornkreisen musste ich zunächst an Alien denken, die ja fremdartig sind, anders, seltsam.

Ja, das passt dazu. zu der ganzen Sache gibts nen wahrscheinlich auch recht "fremdartigen" Urtext gleichen Namens ^^, von dem liegt das hier auch nicht ganz fern

Quoted

Dein Gedicht besticht durch seine Einfachheit und es lässt einem viel Raum für Interpretationen...gefälllt mir gut

danke =)

das mit der großen Reise hat schon wer anders angemerkt. ich möchte sie gern behalten, da sie mir als Zerlegung der Kreise von davor dienen soll. große + Reise = Kreise, irgendwie so geht das in meinem Kopf :), auch klanglich finde ich das eigentlich ganz hübsch. "phrasenhaft", sagst du - der ganze Text ist eigentlich nicht viel mehr als eine "Phrase" über ein alltägliches und doch fremdartiges Erleben, ich wollte hier weder durch neuartigen Inhalt noch durch neuartigen Stil beeindrucken. Von der inhaltlichen Intention her passt mir der Eindruck "phrasenhaft", den du hiervon hast, eigentlich also sogar sehr gut! =)

danke dir fürs Lob und die Anregung!

@Thomas

das nach-innen-Gehen ist mir hier wichtig. Ausnahmsweise 8o möchte ich die Lesart doch schon mal bedingen. ^^ der Makrokosmos muss sich wohl also damit anfreunden, ausgeklammert zu werden - ich hoffe, er weint deswegen nicht ;(

Quoted

Zum anderen hast du nun in der ersten und vierten Zeile "seltsam" benutz, aber dann nicht mehr in der siebten. Das wirkt komisch.

wieso? ich finde das gar nicht komisch =)

Quoted

Da hättest du ein Motiv der Romatik verbaut.

aha :thumbsup:

Quoted

da ist jedem klar, du fliegst nicht nach Malle.

:D

Quoted

Form ist Wolllust

du bist ja lustig :|

Quoted

Du wirst auschweifend, da können die Zeilen auch länger werden.

stümmt. =) ob ich die Zeile mit dem Inneren nach nightmaredolls Vorschlag wirklich nochmal breche, entscheide ich dann morgen nach ner weiteren Stunde Drüberschlafen. der Bruch würde zwar nicht viel machen, aber vom Lesen her wäre der Text dann in sich stimmiger, denke ich. Aber, wie du sagst, da sich das ganze eh gegen Ende langsam löst, ist die Frage, ob ich da noch auf Stimmigkeit pochen sollte ?(

wie gesagt, deine Variante mag ich nicht besonders 8| , sorry

Quoted

Fast schon ein wenig schwer mütig.

Ja, mich macht es auch ganz traurig. ;( ^^

Quoted

*Ich würde gern applaudieren.*

bitte =) , ich halte dich nicht auf! ^^

deine Lesart geht noch ein ganzes Stück weiter als meine Intention, aber wer wollte denn sagen, sie sei falsch. ist ja auch immer interessant, was für Assoziationen ein Text beim Leser auslöst. ich danke dir für deinen ausführlichen und netten Kommentar!

liebe Grüße
Maria
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Jule

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9

Monday, August 10th 2009, 2:11pm

Hallo Puppe...

Ich hab dein Gedicht in den Perlen von Katerchen entdeckt.

Wunderschön.
Wirkt irgendwie melancholisch auf mich.
Wohlklang, wenn man es liest...

Und wer sind "wir"? Die Menschen vielleicht, oder mein bester Freund und ich ect.

Ich liebe das Ding.
Thanks for sharing.

lg
Julia

Strohpuppe

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10

Monday, August 17th 2009, 9:41pm

hallo, Jule

sorry, dass ich dir erst jetz antworte. war im Urlaub gewesen :)

das freut mich aber, dass dich der Text so anspricht. besonders auf folgendem

Quoted

Wohlklang, wenn man es liest...

werd ich mir glaube ich ein Ei backen. :thumbup:
danke für deinen lieben Kommentar!
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Jule

Master

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11

Monday, August 17th 2009, 11:32pm

Das hast du dir selbst zu verdanken, nicht mir. ;)

Luna

Professional

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12

Monday, September 7th 2009, 4:55pm

RE: Kornkreise

wir wogen seltsam
hin und her
wir sind ein Kornfeld
seltsam schwer
wir ziehn im Innern große Kreise
und gehn in uns
auf große Reise

seltsam leer


Hallo Strohpuppe

Der Titel "Kornkreise..damit verbinde ich ein Bild von einem Irrgarten aus Korn. Ich bekomme es im Moment nicht richtig zusammen.

Es hat etwas mit Außerirdischen zu tun..(muss mich nochmal schlau machen)

Dieses Bild vor Augen, und dein Gedicht ergibt für mich etwas Mystisches, Unfassbares.

Den letzten Satz würde ich evt mit einem Zwischenraum schreiben, weil er zum Reim des oberen Teiles passt,

und weil dein Gedicht den Leser noch nachdenklicher stimmt.

Mir gefällt es richtg gut.

Luna
Ich glaube an Wunder

Strohpuppe

Moderator

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13

Thursday, September 10th 2009, 1:18pm

Tach, Luna

Quoted

Den letzten Satz würde ich evt mit einem Zwischenraum schreiben, weil er zum Reim des oberen Teiles passt,

widerstrebt mir, denn wenn ich die Zeile aus dem Gesamtblock rausnehme, nehme ich ihr auch ihre implizierte Bedeutungslosigkeit, die mir aber wichtig ist, weil es ein schleichendes Sich-Seiner-Selbst-Gewahr-Werden (meine Güte) ist, das in seiner Tragweite noch nicht erkannt ist.
an den Irrgarten habe ich selbst gar nicht gedacht, aber das passt auch gut dazu. :)
dass dieser Text auch nach längerer Zeit noch Kommentatoren anzieht, find ich ganz witzig. danke für deinen lieben Kommentar!
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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