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rude66

Master

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1

Wednesday, January 14th 2009, 3:07pm

es trägt sich (schwer

es trägt sich schwer an
den eigenen füßen und dem lärm
der stadt hat es die sprache
verschlagen folgt mir ein schatten
stolpert mir nach entlang
der saumnaht die das ufer kettelt

der tag bricht sich an
unstillbarer unrast an
aufblitzendem halbdunkel
nichts steht still
warum also die zeit
ein lächeln
von der anderen seite

was ich nicht sehe
bleibt eine ahnung doch
ein bogen spannt sich
klammern halten
was auseinandertreiben will

mein schatten hat
genug wir kehren um und
ein schatten eilt mir
voraus zum beginn
einer unvollendeten stunde
lG

versbrecher

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Strohpuppe

Moderator

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2

Wednesday, January 14th 2009, 5:13pm

hallo, rude

ja, ich muss sagen, das hier gefällt mir von der Atmosphäre her richtig gut und trifft einen Nerv bei mir. =)
aber: ich würd dir raten, es zugunsten der Eindringlichkeit viel viel kürzer zu machen. Man könnts auf etwas im Bereicht von sieben oder zehn Zeilen runterkürzen - Wäre zwar ein harter Schritt, aber ich glaube, er wäre alles andere als schädlich. Aber wo anfangen ohne deinem Text das Rückgrad zu brechen? vielleicht versuchst du beim nächsten mal einfach, weniger Bild-Punkte anzureißen als du es hier tust. Jeder für sich ist schön - aber ich persönlich finde es auf der anderen Seite schade, dass ich bis jetzt eigentlich aus keinem Text von dir mit einem sanften Ausatmen herauskam - auf die lange Strecke artet das zusehends in Gehechel aus. :S Ich hoffe, mir ist es gelungen, mich verständlich auszudrücken.

Grüße
die Strohpuppe
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

rude66

Master

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3

Wednesday, January 14th 2009, 5:54pm

Hallo Strohpuppe,

^^ es ist dir gelungen. Aber was soll ich sagen? Denn dein Hinweis, nicht ohne Atemnot aus dem Text herausgekommen zu sein ist für mich ein Riesenkompliment :whistling:

Ich selbst mag lange Gedichte (aber auch kurze & knappe), aber dein Einwand ist natürlich nicht verkehrt. Hab zur Zeit des Verfassens sicher wieder in den "Cantos" oder "Poem Beginning With A" geschmökert, das färbt ab :rolleyes:

Danke dir für deine Anmerkung (und vielleicht setz ich mich tatsächlich nochmal dran - obwohl schon minimum 50% des ursprüngliches Textes den Weg allen Vergänglichen gegangen sind).

8o

lG

rude66
lG

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Strohpuppe

Moderator

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4

Wednesday, January 14th 2009, 7:59pm

Quoted

- obwohl schon minimum 50% des ursprüngliches Textes den Weg allen Vergänglichen gegangen sind

Alter Schwede, was bringst denn du für Monster zu Papier? Die Godzillas unter den Gedichten? :D
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

5

Wednesday, January 14th 2009, 10:21pm

Hallo rude

die Zeilenumbrüche sind seltsam. Ich sehe zwar, dass du die Enden der Zeilen gern doppelt gelesen haben möchtest, damit sie sich in die folgende Zeile fügen, aber, die für sich stehenden Zeilen sollten eigentlich schon irgendeinen Sinn machen, denn sonst sieht es aus, als zerpflückst du nur wahllos deinen eigenen Text. Beispiel: – es trägt sich schwer an -sich schwer an tragen ?( Oder auch - stolpert mir nach entlang?
Mein Vorschlag für die Umbrüche im ersten Absatz:

es trägt sich schwer
an den eigenen füßen
und dem lärm der stadt
hat es die sprache
verschlagen
folgt mir ein schatten
stolpert mir nach
entlang der saumnaht
die das ufer kettelt

so wird m.E. auch das Bild etwas deutlicher

Quoted

der tag bricht sich an
unstillbarer unrast an

sehr unschöne Wiederholung –an-

Quoted

mein schatten hat
genug wir kehren um und
ein schatten eilt mir
voraus zum beginn
einer unvollendeten stunde

auch hier eine unschöne Wiederholung, von den Zeilenumbrüchen mal zu schweigen

Viele deiner Texte, wie auch dieser hier, machen den Eindruck, als ob du voller Ideen und Gedanken steckst und wenn du sie nicht alle und das möglichst schnell zu Papier bringst, explodieren würdest.
So werden sie zu einem Haufen Worte, die sicher schön sind, aber niemand mehr wirklich sortieren kann und mag, außer du selbst vielleicht. Man stolpert als Leser von einem Bild ins andere und kann sich nirgendwo festhalten. Es ist schade, dass dadurch wunderschöne Bilder, die ich manchmal in diesem Wirrwarr entdecke, einfach untergehen.
Und genau das geschieht hier auch, deshalb kann mich dieser Text leider auch nicht wirklich überzeugen.

Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

rude66

Master

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6

Thursday, January 15th 2009, 10:12am

Hallo Alexa,

vielen Dank für die Mühe, mit der du dich meinem Text gewidmet hast. Ich stimme dir zu, was die 1. Strophe angeht (die ja auch optisch "aus der Rolle fällt"), nicht jedoch, was deine Abneigung gegen Wiederholungen angeht, die in einem Prosatext mitunter tatsächlich arg fehl am Platze sind (oder wirken), in einem lyrischen Text aber durchaus der Unterstreichung einer Aussage oder Nuancierung eines Bildes dienen (so als Iteratio, Duplicatio oder Repetitio), was natürlich nicht besagt, daß sie immer den Geschmack eines Lesers/einer Leserin treffen oder gar an passender Stelle gesetzt sind (darin besteht für mich der Spaß & die Herausforderung).

Du hast recht, was die Fülle, nicht der Ideen, eher der Gedanken angeht, die mir durch den Kopf rasen & die es mir kaum Herr zu werden gelingt (daher auch bei neueren Texten die konsequente Kleinschreibung - muß ich mir darum zumindest keinen Kopf zu machen und komme nicht gar so leicht ins Stolpern oder Stottern...

Ich werde mich nach deinem Feedback sicherlich erneut mit diesem (etwas älteren) Text befassen, und wenn ich zu einer anderen Version gelange, werde ich diesen dann einstellen :-)

Nochmal herzlichen Dank

lG rude66
lG

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7

Thursday, January 15th 2009, 12:02pm

.


Eine kleine Anmerkung auch zu diesem
Gedicht, rude66. Eine Überarbeitung vorausgesetzt,
wollte ich zur Hervorhebung der Aussageabsicht
nicht nur auf die Wiederholungen, sondern
auch auf einige der zahlreichen Artikel verzichten.


Liebe Grüße
Katerchen

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Alexa

Blickdicht(erin)

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8

Thursday, January 15th 2009, 12:29pm

Hallo

Quoted

was deine Abneigung gegen Wiederholungen angeht,

falsch. Ich bin Wiederholungen ganz und gar nicht abgeneigt, im Gegenteil. Ich verwende sie gelegentlich auch, da sie, passend gesetzt, ein recht gutes Stilmittel sein können. Aber
sie sollten meiner Meinung nach, um wirken zu können, gezielt eingesetzt werden und nicht so klingen, als ob dem Autor kein Synonym oder Ersatz mehr eingefallen wäre. Durch ungeschickte Wiederholungen wird unter Umständen dem Wort, dem man doch eigentlich mehr Ausdruck verleihen wollte, Ausdruck genommen.
Deutlich wird das für mich u. A. im letzten Absatz. Die Schatten. Sag mir, was du mit dieser Wiederholung auf solch engen Raum erreichen willst. Vll. kannst du mich überzeugen und ich meine Abneigung gegen diese Wiederholung hier im Text, ablegen.
Für mich wirkt im Moment nämlich nur der erste Schatten. Der Zweite dagegen entlockt mir nur ein Stirnrunzeln und den Gedanken an eine eilige Feder.
Spontaner Vorschlag:

mein schatten hat genug
wir kehren um
und (doch) ein anderer eilt
mir voraus
zum beginn
einer unvollendeten stunde



Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

rude66

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9

Thursday, January 15th 2009, 12:40pm

Hallo Alexa,

ich denke nicht, daß ich deine Abneigung gegen die Wiederholungen in meinem Text werde entschärfen können (und das sehe ich auch nicht als meine Aufgabe, schließlich ist das dein mehr als gutes Recht).

Auf deinen Vorschlag eingehend: indem der Begriff "anderer" gesetzt wird, führst du (möglicherweise) eine neue Figur ein; der zweifache Gebrauch des Schattens des lyrischen Ich steht für eine Kehrtwende, ein "genug für heute", ein "auf-den-Heimweg-machen" (Sonne erst von vorn : Schaten folgt; Sonne von hinten : der gleiche Schatten eilt diesmal voraus)

lG

rude66
lG

versbrecher

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10

Thursday, January 15th 2009, 6:34pm

heyho rude ^.^
nach mehrmaligem durchlesen gefällt mir dein gedicht mitlerweile recht gut. normalerweise reizen mich texte dieser art nicht besonders. zu verschlüsselt und einige hobby dichter denken sich dabei nicht einmal wirklich was oder es ist zu chiffriet als das ein außenstehnder es nachvollziehen könnte.
bei dir scheint zumindest ersteres nicht der fall zu sein ; ) zweiteres auch nicht, jetzt wo ich mich mehr mit dem text auseinandersetzte...ich finde die bilder(oder metapher, oder wie auch immer heißt) die du verwendest einfallsreich, vor allem dieses hier gefällt mir sehr:
den eigenen füßen und dem lärm
der stadt hat es die sprache
verschlagen folgt mir ein schatten" (tolles wortspiel im übrigen = ) )
allerdings zwei fragen hätt ich doch ^.^ am anfgan schreibst du von einem schatten, nicht von "mein schatten", also geh ich mal davon aus, dass dem lyrich eine andere person hinterhetläuft? zu schluss, in der letzten strophe, hat es auch den anschein als wären da zwei personen, obwohl mir der gadenke von dem lyrich das sich dreht so dass der schatten ihm nun "vorausgeht" wesentlich schöner finde. alexas änderungsvorschlag finde ich nicht 100% passend, vll statt "ein anderer" einfach nur "er"?
so und die letzte frage: es trägt sich schwer an (den eigenen füßen)...bei dem vers schein ich auf der leitung zu stehn...der schatten trägt sich schwer an den füßen?
oder wie meinst du das?
und warum die klammer in der überschrift?
ganz liebe grüße
nighty
als ob Gefangenes sich drinnen rege,
das ein Entfernter groß zusammengreift.
(Rilke)

rude66

Master

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11

Friday, January 16th 2009, 10:18am

Hallo nightmaredoll,

freut mich, daß dir der Text zusagt. Das mit dem Schatten...eigentlich hätte ich den Text mit "Tagebuch xx.xx.xxx" o.ä. betiteln sollen ^^

Stell dir einen rude66 vor, der, die Sonne im Rücken, die Wiesen am Rhein entlangläuft & träumt. Irgendwann is gut, und es geht zurück. Auf dem Hinweg kommt die Sonne von vorn (Schatten folgt), beim Rückweg steht die Sonne im Rücken (Schatten eilt voraus). Ich wollte das lyrische Ich auf diesen Schatten projezieren um die Teilnahmslosigkeit, die mich ergriffen hatte, zum Ausdruck zu bringen & mich als Subjekt im Hintergrund halten (wenn ich mich jetzt nur man richtig ausgedrückt habe).

Ich habe den Text nochmal überarbeitet & gestrafft, und werde ihn wieder einstellen.

Zu deinen beiden letzten Fragen: ersetze diese Aussage in Gedanken einfach durch schwere/müde/erschöpfte Füße des eigentlichen lyrischen Ich, & die Klammer im Titel ist nicht mehr als eine Marotte von mir. :whistling:

Vielen Dank für die Mühe, die du auf den Text verwandt hast.

lG

rude66
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