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Sarisand

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Date of registration: Jan 10th 2007

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Location: Dransfeld (Niedersachsen)

Occupation: Studentin (Ägyptologie/Ur- und Frühgeschichte) und MAMA ;)

1

Tuesday, December 30th 2008, 2:45am

Geschenkejagd

Geschenkejagd

Zur Weihnachtszeit wird viel geschenkt,
weil jeder an den and'ren denkt.

Für Mama, Papa, Tochter, Sohn
verprasst man schnell den halben Lohn.

Man kommt vom Shoppen müd' und schlapp,
die Tüten voll, das Geld ist aus.

Wenn dann doch noch Geschenke fehlen,
geht man fix in die Stadt zum Klauen.

In den Geschäften schaut man dann,
was Kleptoman ergattern muss.

Die Vase für die Frau Mama,
den Alkohol für Herrn Molaire.

Am Weinregal greift man die Flasche
und lässt sie gleiten in die Tüte.

Und denkt man dann, es hat geklappt,
wird man auf frischer Tat erwischt.

georg999

Professional

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Location: Wohnemond

Occupation: schlecht, falls erste Beruf-Silbe fehlt

2

Saturday, January 31st 2009, 7:35pm

Hi, sarisand,
beim querschlägereinsammeln bin ich auf dieses dein bemerkenswertes gedicht gestoßen, das am 31.Januar m.E. genauso interessant ist wie am 30.Dezember.
Der wohlgezielt banale Ton zusammen mit den ölig (aber aromatisch!) wie Balsamicoessig hinunterrutschenden Bimmelreimen ist für mich wohlig-warm-weich-impertinent ... ordne ich zu den Sachen ein, die einen ähnlich wie eine Ohrwurmmelodie nicht loszulassen pflegen ... und das spricht ja sehr dafür.
Verstehe ich die Sache so richtig, dass die ersten beiden Zweizeiler zum Einstimmen sind, dass der Leser dann anschließend die "richtigen" ersatzweisen Reimwörter selbst ergänzt?
Aber eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen (sonst dünkt mir alles perfekt)

Quoted

In den Geschäften schaut man dann,
was man kleptomanisch kaufen muss.
Es ist klar, dass zum sarkastischen Gesamtbild auch eine ein wenig holprige Zeile nicht übel passt, aber "was man kleptomanisch kaufen kann" tanzt aus der Reihe, während alle anderen Zeilen rhythmisch o.k. sind. Außerdem ist "kleptomanisch kaufen" einerseits witzig, aber andererseits ein kleiner Bruch. Mir fällt ein "Was Kleptoman' ergattern kann (muss)"

lg
georg

Sarisand

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3

Sunday, February 1st 2009, 8:31pm

Hi georg,
vielen, vielen Dank für dein Lob :] !
Verstehe ich die Sache so richtig, dass die ersten beiden Zweizeiler zum Einstimmen sind, dass der Leser dann anschließend die "richtigen" ersatzweisen Reimwörter selbst ergänzt?
Vollkommen richtig erkannt! :)

Quoted

Mir fällt ein "Was Kleptoman' ergattern kann (muss)"
Toller Vorschlag. Vielen dank, das werde ich so ändern! Gefällt mir so gleich viel besser =) !

LG Sarisand

Hinrich

Intermediate

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Occupation: Berufung

4

Monday, February 2nd 2009, 6:05pm

Geschenkejagd

Liebe Eva,

es freut mich, mal wieder etwas von Dir zu lesen – und da
habe ich etwas entdeckt, was mir ein Schmunzeln entlockte.

Die Jahreszeit der Weihnachtseinkäufe ist zwar vorüber,
aber wie Du das Thema verpackt hast, so ist es wohl zu
jeder Jahreszeit aktuell und veranlasst, einen Moment
darüber nachzudenken.

Weil’s mir so gut gefällt, habe ich es mal auf meine Weise
Überarbeitet und hoffe, Du bist mir nicht gram.
Hier das Ergebnis:

Kaufrausch oder … Sucht

Zur Weihnachtszeit wird viel geschenkt,
für Mama, Papa, Tochter, Sohn –
weil einer an den andren denkt,
verprasst man schnell den Monatslohn.

Vom Einkauf kommt man müd' nach Haus,
stellt fest, dass noch Geschenke fehlen,
doch ach, das Geld ist leider aus –
na und, dann geht man eben stehlen

Und in Geschäften sieht man dann,
ob für die Kinder, für Mama,
was Kleptomane klauen kann –
sogar den Schnaps für den Papa

Und sehr geschickt greift man zur Flasche
und weil das ja so gut geklappt,
steckt man noch eine in die Tasche –
und wird auf frischer Tat ertappt


8)

Alles Gute Dir und Deiner Familie
und liebe Grüße
Hinrich
© whp

Sarisand

Professional

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5

Monday, February 2nd 2009, 7:01pm

RE: Geschenkejagd

Hi Hinrich:
ich freue mich, dass dir mein Gedicht zusagt :D und dich zu eigenem Dichten beflügelt!
Weil’s mir so gut gefällt, habe ich es mal auf meine Weise
Überarbeitet und hoffe, Du bist mir nicht gram.
Naturlich nicht. Deine Version finde ich ( & mein Mann ebenfalls) einfach genial :thumbsup: ! Kompliment!

Nur ein Verbesserungsvorschlag:

Quoted

steckt man noch eine in die Tasche –
und wird man auf frischer Tat ertappt
Das man ist einfach überflüssig und stört den Sprachrhythmus!

Lieben Gruß Eva

Date of registration: Feb 3rd 2005

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Location: Europa

Occupation: Werkzeugmacher

6

Wednesday, February 4th 2009, 11:32am

RE: Geschenkejagd

Geschenkejagd

Zur Weihnachtszeit wird viel geschenkt,
weil jeder an den and'ren denkt.

Für Mama, Papa, Tochter, Sohn
verprasst man schnell den halben Lohn.

Man kommt vom Schoppen müd' und schlapp,
die Tüten voll, das Geld ist aus.

Wenn dann doch noch Geschenke fehlen,
geht man fix in die Stadt zum Klauen.

In den Geschäften schaut man dann,
was Kleptoman ergattern muss.

Die Vase für die Frau Mama,
den Alkohol für Herrn Molaire.

Am Weinregal greift man die Flasche
und lässt sie gleiten in die Tüte.

Und denkt man dann, es hat geklappt,
wird man auf frischer Tat erwischt.


hallo Sarisand

den Anglizismus "shoppen" bitte ohne "c".

die ersten beiden Strophen lesen sich flüssig herunter.

ab der dritten ist es aus mit der Reimharmonie. das ist ja offensichtlich gewollt. leider geht ab hier auch die inhaltlich gerade Linie vom Shoppingspass Richtung Kaufhausdetektiv in einer weiten Schleife verloren.
warum muss man erst umständlich vom Einkaufen kommen um dann doch wieder retour zu gehen?

für mich wäre es naheliegender mitten im Geschehen zu bleiben. Vorschlag:


Man wird beim Shoppen müd' und schlapp,
die Tüten voll, das Geld ist knapp.


Wenn dann noch zwei Geschenke fehlen,
da möchte man sie nur noch haben.

(müssen die Abweichler immer Synonyme sein?)

Strophe 5 könnte dann restlos gestrichen werden.

der Rest lässt sich wieder leichtfüssig weiter bis zum Ersterben des Wunschdenkens verfolgen. auch eine Art Jagderfolg, vielleicht auf moralischer Ebene, für alle die soweit mitgegangen waren. gut gemacht.

einen zwingenden Grund für die Zentrierung kann ich nicht erkennen. die könnte man vielleicht rausnehmen. für mich würde es dann optisch ansprechender.

Gruß
Alcedo

georg999

Professional

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Occupation: schlecht, falls erste Beruf-Silbe fehlt

7

Thursday, February 5th 2009, 12:39am

Andere als bedeutungsähnliche Wörter für die Reimlücken zu verwenden, würde völlig an deiner netten kleinen Idee vorbeigehen, Sarisand. Auf derlei solltest du dich nicht einlassen, sonst ist das Gedicht zum Wegwerfen.
Aber während ich diesen Satz schreibe, fällt mir noch was anderes auf.

Quoted

Die Vase für die Frau Mama,
den Alkohol für Herrn Molaire.
Wie ich das Gedicht exhumiert und beantwortet habe, bin ich ohne viel Nachdenken davon ausgegangen, dass der Herr Papa gemeint ist (wobei ich gestehen muss, dass mir Messieur Molaire nicht bekannt ist, ich weiß von ihm nur, dass er zur Trunksucht neigt).
Aber gerade bei dieser fixen Vorgabe, dass statt des Austauschworts ein Reimwort erforderlich ist, kann man "Mama/Papa" nicht zulassen. Was für ein Familienmitglied aber reimt sich auf "Papa"? Mir fällt verflixt absolut keins ein. Wie wärs mit
"Ein Katzenklo für Mamas Kater
und Alkohol für unsern Onkel"

lg
georg

Sarisand

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8

Friday, February 6th 2009, 9:05pm

Hallo Alcedo,
vielen Dank für deinen Kommentar.
den Anglizismus "shoppen" bitte ohne "c".
Danke! :)

Quoted

ab der dritten ist es aus mit der Reimharmonie. das ist ja offensichtlich gewollt
So ist es!

Quoted

warum muss man erst umständlich vom Einkaufen kommen um dann doch wieder retour zu gehen?
Ich finde, wenn das "lyr. man" bereits beim Einkauf mit dem Klauen anfängt, erscheint es eher krankhaft klepomanisch, als jemand, der erst zuhause feststellt, dass etwas fehlkt und daraufhin beschließt den Rest Geschenke durch steheln zu "erwerben"!

Quoted

(müssen die Abweichler immer Synonyme sein?)
Das ist der Sinn der abweichenden Reimpartner! Georg999 bringt es auf den Punkt:

Quoted

Andere als bedeutungsähnliche Wörter für die Reimlücken zu verwenden, würde völlig an deiner netten kleinen Idee vorbeigehen, Sarisand. Auf derlei solltest du dich nicht einlassen, sonst ist das Gedicht zum Wegwerfen.
Das ist es, was das Gedicht ausmacht :!:

Quoted

einen zwingenden Grund für die Zentrierung kann ich nicht erkennen. die könnte man vielleicht rausnehmen. für mich würde es dann optisch ansprechender.
Einen zwingenden Grund sehe ich nicht, mich aber spricht es in der Zentrierung besser an - wohl Geschmachssache.

Hallo georg999,
es freut mich zu lesen, dass du das gewisse Etwas des Gedichts (bedeutungsgleiche, abweichende Reimpartner) erkannt hast und offenbar ebenso schätzt wie ich. ;)

Quoted

Wie ich das Gedicht exhumiert und beantwortet habe, bin ich ohne viel Nachdenken davon ausgegangen, dass der Herr Papa gemeint ist
Richtig!

Quoted

wobei ich gestehen muss, dass mir Messieur Molaire nicht bekannt ist, ich weiß von ihm nur, dass er zur Trunksucht neigt
Offen gestanden, ist der Name Molaire hier recht willkürlich gewählt: ich brauchte einen Namen o. ä. der zwei Silben und die Betonung auf der 2. Silbe hat.

Quoted

Aber gerade bei dieser fixen Vorgabe, dass statt des Austauschworts ein Reimwort erforderlich ist, kann man "Mama/Papa" nicht zulassen. Was für ein Familienmitglied aber reimt sich auf "Papa"? Mir fällt verflixt absolut keins ein.
Problem erkannt. Dieser Reim bereitete mir das meiste Kopfzerbrechen.

Quoted

Wie wärs mit
"Ein Katzenklo für Mamas Kater
und Alkohol für unsern Onkel"
Interessante Alternative. Vielleicht übernehme ich sie!

LG Sarisand

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