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Perry

Lyrisches Licht

Date of registration: Jun 22nd 2007

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Location: Bayern

1

Friday, December 19th 2008, 7:45pm

Stumme Jahre

Auch dieses geht zu Ende, wie es begonnen hat: Alles ist auf seinem Platz, unverrückbar. Ich lege mich spät ins Bett, stehe noch später auf. Wärme den Rest Bohnen vom Sonntagsessen auf, das du immer mit mehr Hingabe bereitet hast, als ich es jemals könnte. Ein Korn zur Verdauung regelt Manches und erwärmt zumindest kurzzeitig den Hohlraum in mir, lässt die Eisblumen am Fenster farbig blühen im Licht der alternden Sonne.

Abends gehe ich mit dem Hund von Laterne zu Laterne in der Hoffnung jemanden zu treffen, der sich freut wie er nach den glitzernden Flocken springt. Mein Leben besteht aus Polaroidfotos in einem Album, deren Lachen immer mehr verblasst. Auf dem Regal liegen Muscheln von Stränden, die mir längst fremder sind als die Bilder.

Manchmal setzte ich den Jeanshut auf, den ich mir damals in der Carnabystreet gekauft habe, als die Beatles noch Love me do zu unseren Küssen sangen. Heute stehen ihre Platten verstaubt im Regal neben all den Worten, die keiner lesen will, in diesen Jahren ohne Sprache.

Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

2

Sunday, December 21st 2008, 2:05pm

Perry,

du verstehst es hier wunderbar, diese Einsamkeit, wenn man allein zurückbleibt, in Worte zu fassen. Klasse, wie du die Unbekümmertheit des Hundes da einbindest und so ganz nebenbei Erinnerungen in Form der Muscheln und des Hutes Revue passieren lässt. Ich kann dieses verlassene Gefühl förmlich spüren und meine sogar das Sonntagsessen riechen zu können. Wahnsinn, wie eindringlich und weit die Bilder hier wirken. Da passt von den Eisblumen bis zum Korn einfach alles. Und auch wenn dein Text sehr traurig ist, mir gefällt er ausgesprochen gut.

Ein frohes Weihnachtsfest wünscht dir
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Perry

Lyrisches Licht

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3

Friday, December 26th 2008, 8:31pm

Hallo Alexa,
es freut mich sehr, dass die Bilder einer sprachlosen Zeit so gut bei dir angekommen sind. Gerade im Advent tauchen sie gerne mal wieder in den Gedanken auf, verschwinden aber mit der weihnachtlichen Freude und den Vorsätzen fürs neue Jahr wieder schnell im Dunkel des Vergangenen.
Ich wünsche dir einen frohen und besinnlichen Jahreswechsel.
Danke und LG
Perry

Nachtwind

Trainee

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Location: Walhalla

Occupation: Schüler und freier Schriftsteller

4

Tuesday, December 30th 2008, 2:57am

Wunderschön. Mehr kann und muss ich wohl nicht sagen. Es hat mich sehr angesprochen. Die Melancholie ist fühlbar. Und eben dieses Gefühl bringt mich selbst erst zum Schreiben. Einerseits ist es ein schönes Gefühl, andererseits auch furchtbar. Das nennt man dann wohl Leidenschaft. Dieser Text lebt davon. ;]

freundlichst,
Nachtwind
"Wozu Socken? Sie bringen nur Löcher!"
Albert Einstein

Perry

Lyrisches Licht

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5

Tuesday, December 30th 2008, 6:11pm

Hallo Nachtwind,
genauso ist es. Solche Texte schreibt man nicht sondern sie wollen geschrieben werden, drängen irgendwann heraus und du fühlst dich danach zwar leerer aber auch besser.
Danke fürs Verstehen und LG
Perry

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