Hallo cora,
ich würde deinen Text ja eher als lyrische Prosa sehen, denn als Gedicht, zwar gibt es ein lyrisches Ich und Zeilenumbrüche hast du auch gemacht, aber vor allem sind es ganze Sätze, die lediglich grafisch wie ein Gedicht gestaltet sind.
Als Text gefällt mir dein Abschied, auch wenn ich nicht weiß, was russisch daran sein soll. Mir gefallen auch Rhythmus und Melodie der Sprache, das aber leider nur bis zum letzten Satz, der mit einer Frage beginnt und dann auf einmal ein anderes Bild bemüht, während sich alle vorangehende mit einem bescheiden.
Die Spinne könnte sich zwar auch im ersten Satz finden, aber die Fäden dort stammen vom Staub.
Auch finde ich den letzten Satz inhaltlich im Abschied nicht wieder, denn würde die Liebe tatäsächlich in einem Atemzug verinnen, wäre ja das Gedicht unnötig, das das lyrische Ich der Abschied gar nicht berühren würde.
Oder steht die Frage für die Sehnsucht danach, sich nicht berühren zu lassen? Dann erscheint mir die "und"-Verbindung nicht passend, da sich das Netz der Spinne ja im Widerspruch zum Wunsch befindet.
Also kurz: Der letzte Satz erscheint mir noch nicht stimmig, alles andere ist sehr schön.
Lieben Gruß
sim
Texte einer multiplen Persönlichkeit
I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)