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Einfachmagisch

Unregistered

1

Tuesday, November 4th 2008, 7:23pm

Christlich?

Mir ist aufgefallen, dass es immer mehr Christliche Parteien, Schulen, Krankenhäuser, Altersheime und Zeitungen, wie auch Feiertage und Bräuche gibt.
Aber kann und darf man dort das Adjektiv "christlich" anhängen?
Wo hat das eurer Meineung nach Grenzen?

Lymielle

Moderator

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2

Tuesday, November 4th 2008, 8:07pm

Hallo Einfachmagisch,

da es sich bei deinem Beitrag um dein angeschnittenes Gesprächsthema handelt, habe ich den Thread aus der Lyrikkategorie "Religiöses, Mythologisches, Glaube" in die Gesprächs-Kategorie "Gott und Glaube" verschoben.
Bitte achte in Zukunft darauf, wo Du deine Beiträge postest.

Mit freundlichen Grüße,
Lymielle / Moderatorin
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Helmut Newton

Schneeflocke

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3

Tuesday, November 4th 2008, 10:22pm

Hallo Einfachmagisch,
warum sollte man den Adjektiv "christlich" für Krankenhäuser, Zeitungen, Parteien, Schulen, Altersheime usw.
- die durch aktiven Christen ins Leben berufen wurden und auch geführt werden -
- nicht christlich nennen dürfen? ( 8o )

lg Schneeflocke

.
"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

ruelfig

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4

Tuesday, November 4th 2008, 11:52pm

Mir fällt auf, dass es immer weniger Christen gibt im Irak, im Libanon, in Palästina, in der Türkei, in Europa, in allen Gegenden, in denen denen eine gewisse Ideologie an Stärke gewinnt. Mehr christliche Feiertage, Parteien und Bräuche (wo sollen die denn herkommen, mehr christliche Bräuche, was für ein Blödsinn) gibt es hier sicherlich nicht. Aber du darfst bestimmt bald Ramadan feiern. Wo kommst du denn her, dass dir so etwas auffällt? Wenn sich etwas "christlich" nennt, kannst du dich doch einfach davon fernhalten. Deine merkwürdige Wahrnehmung erscheint mir nicht nachvollziehbar und eher gefährlich. Die in unser Vakuum nachrückende Welt"religion" kennt keine zehn Gebote, sie kennt tausende von Gesetzen: Kopf ab, Schwanz ab, Hirn ab, Schleier drüber.
Ich empfinde deine Frage als billige Provokation. Christlich = schlecht, das ist schon lange tot. Beschäftige dich doch lieber mit drängenderen Fragen, immerhin werden mehr neue Moscheen gebaut als neue Kirchen. Um deine Fragen abschließend zu beantworten: wer etwas christliches aufbaut, darf es auch so nennen. Und das darf und muss keine Grenzen kennen. Ich darf auch den Kult des heidnischen Pimmels begründen, dafür werben und Institutionen gründen, Göttern sei Dank. Das Christentum ist ein zahnloses Krokodil, aber seine Nachfolger werden dich bald da beißen, wo es schmerzt.
LG, R
Gegenismen

sim

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5

Wednesday, November 5th 2008, 8:23am

Eine Wertung sehe ich nicht in deiner Frage, wohl aber eine Fehlanalyse. Denn die "christlichen" Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser werden in letzter Zeit oft aus Geldmangel geschlossen, selbst Kirchengemeinden legen logistisch ihre Gottesdienste zusammen, leeerstehende Kirchen stehen zum Verkauf.
Es gibt, da würde ich dir recht geben, eine Tendenz, in der christlicher Fundamentalismus genau wie der anderer Religionen zunimmt und auch ließ sich der Mitgliederschwund der Kirchen dank Ratzieuphorie kurzzeitig bremsen. "Christliche" Sozialeinrichtungen aber sind eher traditionellerNatur und stammen aus Zeiten, in denen sich die politischen Gemeinden um soetwas noch gar nicht gekümmert haben.
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I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

georg999

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6

Wednesday, November 5th 2008, 8:47pm

Vor etwas über zweihundert Jahren hat Europa begonnen, den saekularenWeg zu gehen. Das revolutionäre Frankreich war der Vorläufer, in Großbritannien war die Macht des Königs und noch mehr die der Highchurchofengland ohnehin schon sehr reduziert, während die kontinentalen Monarchien noch halbherzig herumtorkelten, bis vor 90 Jahren das laizistische Prinzip sich endgültig durchgesetzt hatte. Die Staatsreligion des heutigen Europas sind neben Laizismus das Bekenntnis zur Demokratie, Liberalität, Toleranz und Gleichberechtigung, auch wenn es nicht selten beim schönen Wort bleibt. Aber der Anspruch liegt vor.
Diese Eckpfeiler unserer Gesellschaft aber werden nur in eingeschränktem Maß von dem aus dem Orient nach Europa strömenden Menschen anerkannt, was ich übrigens nicht als Vorwurf, sondern als Tatsache ansehe, freilich dessen bewusst, dass diese Tatsache von vielen Europäern voll Sorge beobachtet wird.
Die Signale der Orientalen, die sich im Islam manifestieren, also etwa volle Toleranz nur gegenüber Rechtgläubigen, patriarchalische Strukturen und Bevorzugung eines künftigen Kalifats gegenüber der Demokratie, vor allem aber die grundlegende Einstellung, dass der Muslim gegenüber Ungläubigen eo ipso moralisch überlegen sei .... erzeugen eine minimale Gegenströmung, die sich dann vielleicht in der Verwendung des Attributs "christlich" hier und da äußern mag.
Aber die Kraft, die das müde und schwach gewordene demokratische Europa in einigen Jahrzehnten wahrscheinlich auf eine neue Basis stellen wird, steckt am ehesten im Islam, mag einem das heute zusagen oder nicht.
Baruch Spinoza: "ich will diese Welt nicht bewerten noch beweinen, ich will sie verstehen, so wie sie ist."

Schneeflocke

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7

Thursday, November 6th 2008, 3:19pm

Hallo noch einmal everybody...

@ Rolf:

Quoted

Das Christentum ist ein zahnloses Krokodil, aber seine Nachfolger werden dich bald da beißen, wo es schmerzt.

einverstanden...gut ausgedrückt... ausserdem soll man aufpassen, dass man nicht gerade an die Nachfolger trifft, die einen künstlicher Gebiss (mande in Germany )
haben... denn der sitzt, dass könnte extra schmerzhaft sein... :D

@ Sim:

Quoted

"Christliche" Sozialeinrichtungen aber sind eher traditionellerNatur und stammen aus Zeiten, in denen sich die politischen Gemeinden um soetwas noch gar nicht gekümmert haben.

christliche "Sozialeinrichtungen" wurden früher (bevor diese Aufgabe die Politiker in die Hand genommen haben) aus christlicher Liebe zu dem Nächsten auf die Beine gestellt.

@georg & spinoza:

Quoted

"ich will diese Welt nicht bewerten noch beweinen, ich will sie verstehen, so wie sie ist."

Und warum ist es wie es ist? An dem atheistischen Ergebnis in Europa haben die Masonen aus der revolutionären Frankreich
seit 200 Jahren konsequent und systematisch gearbeitet.
Eins haben die a-theo-Jungs aber vergessen: die anti-Christen. Tja, das war damals auch noch nicht voraussehbahr... :D

.
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sim

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8

Thursday, November 6th 2008, 3:29pm

Quoted from "sim"

"Christliche" Sozialeinrichtungen aber sind eher traditionellerNatur und stammen aus Zeiten, in denen sich die politischen Gemeinden um soetwas noch gar nicht gekümmert haben.

Quoted from "Schneeflocke"

@sim: christliche "Sozialeinrichtungen" wurden früher (bevor diese Aufgabe die Politiker in die Hand genommen haben) aus christlicher Liebe zu dem Nächsten auf die Beine gestellt.

Ja, das war genau, was ich gesagt habe. Karitativen Zweck und christliche Nächstenliebe als Motiv habe ich dabei nicht infrage gestellt.

Lieben Gruß
sim
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georg999

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9

Thursday, November 6th 2008, 4:31pm

Man sollte nicht, wie Schneeflocke, Laizismus mit Atheismus gleichsetzen. Wer Religion als Privatsache sieht, ist nicht notwendigerweise gottlos. Auch wer wie ich zwar auf Glaubensdogmen verzichtet, aber die Ethik Christi praktiziert, ist in gewissen Sinn religiös. Der Weg Europas weg von Monarchie samt Staatskirche zur saekularen Demokratie war völlig logisch. Das heisst aber keineswegs, dass irgendwelche privaten Einrichtungen wie Kindertagesstätten sich nicht freudig und stolz christlich nennen dürften. Für viele ist es wichtig, sich um eine Fahne scharen zu können und aus ihr positive Energie zu schöpfen. Nicht jede Fahne muss grün sein ... auch wenn ich mit Spinoza die Entfaltung der Fahne des Propheten über Europa relativ emotionsarm sehe. Ich behaupte ja nicht, dass ich mich drüber freue.

Schneeflocke

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10

Thursday, November 6th 2008, 7:13pm

@sim: danke für die Deutlichkeit des 2. Kommi

@georg: man sollte nicht den Fehler machen und denken dass man Religion als Privatsache betrachten kann. Religion ist keine Privatsache.
Gewisse Vorlieben sind gewiss privat ^^ , eigene Überzeugung gehört aber nicht in diese Schublade. Denn: man kann eigene Überzeugung nicht auf dem Kleiderständer ablegen, bevor man das Haus verlässt.

Quoted

zitat georg: Auch wer wie ich zwar auf Glaubensdogmen verzichtet, aber die Ethik Christi praktiziert, ist in gewissen Sinn religiös. Der Weg Europas weg von Monarchie samt Staatskirche zur saekularen Demokratie war völlig logisch. Das heisst aber keineswegs, dass irgendwelche privaten Einrichtungen wie Kindertagesstätten sich nicht freudig und stolz christlich nennen dürften. Für viele ist es wichtig, sich um eine Fahne scharen zu können und aus ihr positive Energie zu schöpfen. Nicht jede Fahne muss grün sein ... auch wenn ich mit Spinoza die Entfaltung der Fahne des Propheten über Europa relativ emotionsarm sehe.

Antwort Schneeflocke: blablabla

Quoted

Ich behaupte ja nicht, dass ich mich drüber freue.

Ich freue mich, dass wir wenigstens in etwas der gleichen (ähnlichen ^^ ) Meinung sind....
:D


LG Schneeflocke

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