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Alexa

Blickdicht(erin)

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1

Friday, October 31st 2008, 1:32pm

keine Kritiken mehr

Hallo,

ich habe in der letzten Zeit viel darüber nachgedacht, ob es hier überhaupt etwas bringt Texte zu kritisieren und ich bin, nachdem ich mir auch jede Menge Kritiken anderer User hier durchgelesen habe, zu dem Schluss gekommen: Nein, es bringt nichts, außer, den Unmut der Autoren auf sich zu ziehen.
Zu unterschiedlich werden Texte empfunden und auch verstanden, als das eine, ja nur subjektive, Meinung helfen könnte irgendetwas zu verbessern. Da gibt es hundert Meinungen und man kann fast sagen, dass sie alle unterschiedlich sind. Was soll es also bringen sie dem Autor mitzuteilen? Ich denke doch jeder Schreiber hat sich bereits seinen Text so zusammengezimmert, dass er genau das, zumindest für ihn selber, aussagt, was er aussagen soll.
Ich lasse es also einfach sein. Alles was für meine Begriffe nicht gelungen ist, werde ich in Zukunft einfach unbeantwortet lassen. Für mich gelungene gute Texte dagegen werde ich auch weiterhin positiv bewerten. Macht ja eigentlich auch fast jeder hier so.
Ich möchte einfach nicht mehr, dass sich Autoren durch meine Antworten, die niemals als das A und O gelten können, geschweige denn sollten, schlecht fühlen, ihre Texte editieren oder was meistens der Fall ist, versuchen mich zu meiden.
Also nicht wundern, wenn da von mir nichts mehr kommt
L.G. an euch
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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georg999

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2

Friday, October 31st 2008, 3:11pm

Hallo Alexa,
mir ist zu deinen Zeilen etwas eingefallen, das bei dieser Gelegenheit wohl nur hochgespült wurde aus einem kalkverkrusteten Teil meines Hirns, der nicht leicht kontrollierbar ist - mit anderen Worten - ähnliches hat bestimmt schon wer gesagt oder geschrieben, vielleicht wars einer der Evangelisten.

Ein Weiser (aber eher einer von der streitbaren, aufdringlichen Sorte) predigte den Leuten die Nächstenliebe. Gebt Almosen, seid für eure Mitmenschen da, helft auch denen, die nicht an Geldmangel, sondern an fehlender Tröstung leiden ... öffnet eure Herzen.
Die Leute hörten ihm zu, drückten ihm die Hand und kündigten an, ihr Leben in seinem Sinn verändern zu wollen. Das sagten sie, um den lästigen Heiligen loszuwerden.
Der Prediger merkte das bald, aber er ließ nicht ab von seinen Bemühungen.
Aber er verlor in seinem aufkeimenden Frust ein wenig den Überblick. Als er an einen alten aussätzigen Bettler geriet, sprach er zu ihm ähnlich wie zu den verstockten Reichen.
Der Bettler hörte ihn an und nickte. Dann brach er das harte Brot, das ihm vor kurzem einer zugeworfen hatte, in zwei Hälften und reichte es dem anderen Leprakranken, der neben ihm kauerte.
Tränen in den Augen schied der Prediger und wusste, er durfte nicht aufhören, seinen Weg zu gehen. Und wenn es damit enden sollte, dass NUR zu diesem Elenden seine Worte durchgedrungen waren - seine Mühen wären nicht vergebens.

Ich bin vielleicht dieser Bettler, aber es war mir wohl nur das Brot zu hart ... :whistling:

lg georg

Strohpuppe

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3

Friday, October 31st 2008, 3:23pm

ich weiß nicht, ob du zu diesem Faden veranlasst worden bist auch wegen der Sache, die mit meinem Text da los war - aber ich wage mal zu behaupten, dass es für viele Schreiber hier sehr wertvoll ist, eben diese hundert verschiedenen Meinungen (oder wenigstens ein paar davon) zu hören und mitgeteilt zu bekommen, seien sie positiv, seien sie negativ eingestellt.
Muss den jeder Schreiebvorgang damit enden, dass man denkt, ein Stück großartiger Literatur produziert zu haben? Das denke ich nämlich gerade nicht. Wenn man immer nur Lob bekäme auf sein Geschreibsel, hätte man irgendwann selbst eine so überhöhte Meinung von seinem Schreiben (vielleicht, es muss nicht immer so sein), dass man den "objektiven" Blick, den es eigentlich so und so wahrscheinlich nicht wirklich gibt, noch mehr verlernt. Will sagen, vielleicht ist das Schätzen dieser Kritiken nicht immer offensichtlich, aber doch auch oft trotzdem da. Denn zB ist es jetzt bei "wie tausend" so - mir bedeutet der Text viel und für mich kann ich sehr viel und auch ein stimmiges Bild darin sehen, aber wenn das bei Lesern so gar nicht ankommt, was ich beabsichtige, kann ich nicht behaupten, ein gutes Gedicht geschrieben zu haben. Für mich ist es gut, aber nicht für den Leser. Und Kritiken wie deine helfen, das zu erkennen, und sich dann im Endeffekt auch mal nach den eigenen Zielen zu fragen, zu reflektieren, für wen und warum man überhaupt schreibt. Schreibt man, um für sich selbst seine Gedanken "herauszubringen"? oder schreibt man, um eine Welt zu erzeugen, in der andere Personen Zugang zu diesen Gedanken oder zu Gedanken zu einem speziellen Thema oder der Betrachtungsweise einer Szene erhalten sollen, wenn es denn klappt, wie man es sich wünscht? Soll sich mein Text in Gesellschaft bewegen oder soll er im Dialog mit mir bleiben? Wie weit wird das, was ich geschrieben habe, meinen Zielen gerecht?
Wenn ich nun nicht das Ziel hätte, in meiner Betrachtungsweise bestimmter Dinge auch von anderen Menschen verstanden zu werden, dann wäre mir deine Kritik egal. Aber das ist sie nicht - ich brauche nur ein bisschen, um zu akzeptieren, dass der Text praktisch das "Ziel verfehlt" hat, also auch im prinzip "nicht gelungen" ist. Und auch, wenn ich ihn nicht mehr editieren oder verändern sollte, schaffen Kommentare wie deine Klarheit und eröffnen neue Perspektiven. Und dafür kann man sich bedanken.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

kirmesbollo

Unregistered

4

Friday, October 31st 2008, 7:45pm

Hey Alexa!

Mach doch keinen Unsinn, wofür wäre so ein Forum denn noch gut, wenn man sich die Kommentare verkniffe und alle im Glauben ließe, ausnahmslos alle Texte sind toll? Ich habe Deine Kritiken immer als nützlich empfunden, auch wenn ich mal Prügel bezogen habe. Wenn Du keine Negativrepliken mehr verfasst, wie sollen denn die Leute merken, wie ein Text beim Rezipienten ankommt? Es bleibt dabei, es ist ZUMUTBAR, eine Kritik zu verdauen, die fundiert und offen Schwachstellen aufzeigt, solange sie begründet ist und nicht dem Autoren gegenüber beleidigend.
Bittebittebitte: der kirmesbollo

sim

Professional

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5

Friday, October 31st 2008, 8:15pm

Quoted

Es bleibt dabei, es ist ZUMUTBAR, eine Kritik zu verdauen, die fundiert und offen Schwachstellen aufzeigt
Das, lieber Krimesbollo, kann man ewig predigen, ich weiß nur nicht, ob es auf Dauer zumutbar ist, wenn immer die Gleichen diejenigen sind, die sich mit Kritiken unbeliebt machen. Man muss auch die Reaktion auf die eigene Ehrlichkeit aushalten lernen, natürlich, aber wenn immer dieselben es sind, die im lobenden Kanon mit kritischen Stimmen, seien sie auch noch so berechtigt, auf Verstimmung stoßen, dann kann ich Alexas Frustration schon gut verstehen.
Und wenn man weiß, dass man bei negativen Kommentaren erstmal einen Verdauungsprozess braucht, was hindert einen daran, sich diesen vor einer Antwort auch zu nehmen? Oder, wenn man denn zunächst eher eingeschnappt reagiert, später auch noch mal einzuräumen, nach weiterer Denkarbeit auch Punkte oder die komplette Kritik nachvollziehen zu können?

Alexa, aber natürlich, so sehr ich es auch verstehen kann, es wäre schon sehr schade, wenn du deinen Entschluss wirklich in die Tat umsetzt.

Lieben Gruß
sim
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

Alexa

Blickdicht(erin)

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6

Friday, October 31st 2008, 9:20pm

Hallo,

Strohpuppe:
Nein, dein Text „wie tausend“ war nicht der Auslöser.

Das selbst negative Kritiken für viele Schreiber hier wertvoll sind, lass ich aber mal dahingestellt, denn ich weiß es anders, aber egal. Darum geht es mir auch gar nicht.
Bollo:

Quoted

Mach doch keinen Unsinn,

wenn das schon Unsinn ist ... 8o
Hey -Ich werde doch nicht auf für mich ungelungene Texte eine Lobeshymne singen, nein - Alles was m.E. nicht gelungen ist, bleibt von mir in Zukunft einfach unbeantwortet. Ich bin ja nicht einer der Evangelisten, (ne georg ;) ) und kann und will auch niemanden dazu bringen „das Brot“ zu brechen. Ich glaube Sim kann mich gerade ganz gut verstehen. Mir hängt das einfach bis oben hin. Ich weiß momentan auch nicht wirklich damit umzugehen, und denke manchmal es war falsch etwas negatives zu schreiben, denn vll. hängt da an einem Text doch mehr, als ich sehen konnte. Warum sonst wird oft gekränkt reagiert, sich zurückgezogen, oder, wie jetzt geschehen -sämtliche Texte gelöscht? Oder mir ganz offensichtlich aus dem Weg gegangen?
Nein, nein...es ist doch viel entspannter und das für alle Seiten, wenn man nur noch postive Rückmeldungen abgibt, natürlich nur da, wo sie angebracht sind.
(eigenartig, alle, die hier antworten, müssten mich doch eigentlich gut verstehen- ihr seid doch selber keine Kuschelkritiker ?( )

L.G. an euch
Alexa
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erikroderickandara

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7

Friday, October 31st 2008, 9:24pm

nachdem der großteil hier bereits von meinen vorrednern (-schreibern) gesagt wurde, schließe ich mich hier an und führe dezitiert nur an, daß es wirklich schade wäre, wenn jemand sagt, er gibt seine meinung zu einem beitrag nicht mehr der öffentlichkeit preis (denn eine ehrliche meinung wirst du dir doch wahrscheinlich bis ziemlich sicher auch in zukunft bilden), weil er mit dem rezipierten nicht konform geht und es bemängeln müßte; man könnte dies fast schon vorspielung falscher tatsachen, zumindest aber als bewußte zurückhaltung von nützlichen informationen bezeichnen;

ich hoffe, du überdenkst diese, deine, entsheidung nocheinmal gründlich und entscheidest dich dann dagegen

lg
erik
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Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

8

Friday, October 31st 2008, 9:43pm

Hi Eric,

ja meine eigene Meinung werde ich mir sicher bilden, aber sie eben nicht mehr hier kundtun

Quoted

zumindest aber als bewußte zurückhaltung von nützlichen informationen bezeichnen;
:D
ja, das kann man durchaus. Nur ob die Infos nützlich sind, darüber ist man sicher geteilter Meinung, denn sonst würden doch manche Antworten oder Reaktionen anders ausfallen.

hey, was solls. ich hätte euch meine Absicht vll. nicht bekanntgeben sollen.

ich geh jetzt und komme morgen als schnuckelweiche Kritikerin zurück. =) Freut euch drauf.
Alexa
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kirmesbollo

Unregistered

9

Friday, October 31st 2008, 9:45pm

Erstmal:

Quoted

ich hoffe, du überdenkst diese, deine, entsheidung nocheinmal gründlich und entscheidest dich dann dagegen

D'accord, Era!
Dann:

Quoted

hey, was solls. ich hätte euch meine Absicht vll. nicht bekanntgeben sollen.

DOCH HÄTTEST DU, ganz entschieden! Immer her damit, sonst gibt das Magengeschwüre! ;)
und:

Quoted

(eigenartig, alle, die hier antworten, müssten mich doch eigentlich gut verstehen- ihr seid doch selber keine Kuschelkritiker ?( )

Aber klaro verstehe ich Dich...
nur fürchte ich nicht um mein Seelenheil, wenn jemand, der einen wirklich miesen Text verbrochen hat, nachdem ich den Text (UND NUR DEN) kritisiert habe, ALLES löscht und wie eine kleine Huschi-Diva von Dannen zieht. Das ist nicht mein Problem, so sieht das aus. Ich mach doch nicht den Himbeertoni und mir nen schlechtes Gewissen, wenn einer, der auf Lobeshymnen artig Dankedanke-Antworten verfasst, bei begründeter Kritik sofort seine Koffer packt. Klar kann ich verstehen, dass es nervt, wenn einem das Gefühl vermittelt wird, man hätte grad eine empfindliche Dichterseele in den Staub getreten, nur weil man eine ehrliche Meinung vertreten hat. Ich kann auch verstehen, dass man keine Lust mehr hat zu kritisieren, wenn man ignoriert wird, weil dem Autoren es nicht passt, dass man etwas auszusetzen hat. Ich schreibe hier selbst zwar nicht mehr tausende Beiträge, doch ich fände es traurig, fiele das Forum der lyrischen Beliebigkeit anheim, nur weil jeder seinen Schmock hier ungefiltert einstellt.
Hab das auch so gemacht, das heißt nur Kritiken geschrieben, wenn mir was gefiel, aber wo führt das hin? In die Langeweile, oder nicht?

dkb

georg999

Professional

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10

Friday, October 31st 2008, 10:02pm

hi, alexa

Quoted

ich geh jetzt und komme morgen als schnuckelweiche Kritikerin zurück
DAS SOLLTEST DU NICHT WAGEN! Das gehen schon ... das morgen wiederkommen auch ... aber NICHT ALS WEICHSCHNUCKE! Von der Sorte gibts auch ohne dich schon genug. Thou shall't critisize impatiently.
Macht Alexa aber ohnehin. Donna e... (hab ich ihr schon mal gepostet...)

lg g

Strohpuppe

Moderator

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11

Saturday, November 1st 2008, 1:09am

das, Alexa, wäre ein echter Verlust. ;)
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Schneeflocke

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12

Saturday, November 1st 2008, 1:12am

Hallo Alexa,
ich kann deine Frustration sehr gut nachvollziehen. Gegen den Strom zu schwimmen war noch nie leicht.
Und niemand hat das Recht, den anderen zu raten oder befehlen, negative Kritiken abzugeben. Denn wir befinden uns noch im freien Land...
Es ist also völlig OK, wenn du den Bereich in der Zukunft meiden möchtest. (vielleicht auch nur auf Zeit...?)
Wen man negativ kritisiert, musst man dabei auch vorbereitet sein, dass eigene Meinung nicht unbedingt geteilt werden muss. Auch dazu ist die Freiheit geschaffen.
Aber nur die Widerstand zeigt uns, wie stark man innerlich ist...
Dafür sind wir hier um zu üben, ausprobieren, die eigenen Grenzen zu suchen, zu finden und zu setzen.

Wenn du aber irgendwann irgendjemandem wieder wirklich helfen möchtest dann kritisiere auf deine Weise.
Denn deine Kritiken waren immer gut und hilfreich; weil konstruktiv, nicht verletzend und frei von Arroganz.

Liebe Grüße
Schneeflocke

.
"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

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13

Saturday, November 1st 2008, 1:14pm

.

Ich frage mich gerade, mit wem das Problem einhergeht, wenn nach der
Administrativen gerufen wird die, aus welchen Gründen auch immer,
ausnahmsweise sofort reagiert, maßregelt und zum allgemeinen
Wohlbefinden die interne Klärung verordnet.

Nur ein Beispiel: Wenn jemand seine Friedenspfeife zur Hand nehmen möchte,
(zwischenzeitlich gelöscht) empfehle ich entweder zu ziehen oder zu blasen.
Wo hingegen rückgradloses Aufrechtstehen ein biologisches Phänomen ist.

Ferner werde ich mich nicht mehr bemühen zu verstehen, insbesondere
nach und in diesem Fall, wie auf Texte und Kritiken reagiert wird oder nicht.
Ich mache mein Ding, ob nun ausnahmslos durch Rückmeldung bestätigt oder
eben nicht, aber in jedem Fall unabhängig vom langweiligen Blubbern auf der
Oberfläche der Erbsensuppe, wenn es, was hier immer wieder zu beobachten
ist, anschließend sowieso Unvermögen oder Verachtung kleckert.

Wenn hier nach dem heuchlerischen Friedensprinzip verfahren wird, indem
entweder die grobe Kelle oder der Deckel verwandt wird, hat das, liebe Alexa,
nichts mit Deinen Kritiken zu tun.

Katerchen

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Alexa

Blickdicht(erin)

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14

Monday, November 3rd 2008, 3:46pm

Quoted

DAS SOLLTEST DU NICHT WAGEN! Das gehen schon ... das morgen wiederkommen auch ... aber NICHT ALS WEICHSCHNUCKE!

:D
georg: in Ordnung, dann komme ich als Hartschnucke. :cursing:

Quoted


Hab das auch so gemacht, das heißt nur Kritiken geschrieben, wenn mir was gefiel, aber wo führt das hin? In die Langeweile, oder nicht?

Bollo von der Kirmes: du hast ja recht. =)

Quoted


Ich mache mein Ding, ob nun ausnahmslos durch Rückmeldung bestätigt oder
eben nicht, aber in jedem Fall unabhängig vom langweiligen Blubbern auf der
Oberfläche der Erbsensuppe,

Katerchen: Danke!

auch allen anderen ein Dankeschön für die Rückmeldungen.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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Raul

Master

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15

Saturday, November 13th 2010, 2:17pm

Ich krame jetzt einmal diesen Thread von Alexa wieder aus, weil ich finde, dass er sehr aktuell ist und nie veraltet. Was ist Kritik? Kritik ist doch zunächst einmal Aufmerksamkeit, etwas, was viele doch heute als Defizit beklagen. Von daher kann Kritik am Text zunächst nur einmal heißen, dass jemand sich mit meinem Text auseinandergesetzt hat. Da freue ich mich schon an sich. Dann gibt es natürlich nach dieser ersten Freude die Kritiker, die deinen Text zerfetzen, nachdem du ihnen ihr Werk madig gemacht hast. Im Fußball nennt man so etwas Revanchefoul. Auf Reaktion folgt eben häufig Gegenreaktion. Stellen wir uns aber einfach einmal vor, dass wir die eigene Eitelkeit wie einen Mantel ablegen können und sehen den Text ohne den Verfasser, dann erscheint manches doch in einem anderen Licht. Der Text kann anders wirken. Was auf mich nämlich befremdend wirkt, ist die Beobachtung, dass hier manche langjährige Mitglieder schon ein richtiges Schaffensprofil als eine Art Status aufgebaut haben und meinen, die positive Kritik schon an sich gebucht zu haben. Es ist dabei wie in jedem anderen Forum: Es gibt mit der Zeit Platzhirsche hoch oben in der Hierarchie, deren Revier man nicht bepinkeln darf. Um Textebenen geht es dabei schon längst nicht mehr, sondern um Statusverteidigung in einem intellektuellen Schattenboxen. Auf so etwas habe ich eigentlich kein Bock, denn ich bin nur ein gewöhnlicher, einfältiger Mensch: Ich lese gerne Texte jedweder Art. Egal von wem. Insofern kann ich Alexas Einsicht, Texte nicht mehr zu kritisieren gut, verstehen. Sollte mein junger Eindruck vom Forum mich hier täuschen, sagt es mir.

Erik R. Andara

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16

Saturday, November 13th 2010, 2:37pm

nachdem ich mich hier ein bißchen angesprochen fühle auch von mir etwas dazu:

kritik annehmen zu können kann man in mehrere kategorien unterteilen:

1. sie sich anzuhören und darüber nachzudenken
2. sich verteidigen, weil man sich persönlich angegriffen fühlt (kann am kritiker aber auch am kritisierten liegen)
3. seinen eigenen standpunkt und diskrepanzen zwischen den meinungen besprechen
4. bedingungslose kapitulation

nun, ich, für meinen teil, höre mir alles, was in einem angemessenen ton geschrieben und vorgetragen wird, gerne an; ob ich etwas davon annehme ist MEINE sache; egal, ob das dem kritiker paßt oder nicht;
meine sicht der dinge dabei darzulegen ist nur recht und billig; jeder kritiker, der nicht dieser meinung ist, sollte über die sinnhaftigkeit und absichten seiner kritik nachdenken;
wozu sollte sie dienen?
zur darstellung der eigenen gedanken zu einem stück oder zum durchsetzen der eigenen vorstellungen?

wenn man sich in seiner kritikfähigkeit kritisiert fühlt, gelten ebensolche regeln für mich: zuhören, abwägen, angemessen antworten;
platz für meinungen lassen; aber die eigene, so gut es geht hochhalten ;
und vor allem SPASS am DISKURS und nicht einschnappen, wenn der andere anderer meinung ist und von selbiger auch nich abzubringen; man kann durchaus sagen, daß man etwas nicht versteht, aber wenn möglich, ohne andere meinungen abzuwerten;
der TON macht die Musik und DAS DENKEN IST gottseidank FREI;

mfg
Erik
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Raul

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17

Sunday, November 14th 2010, 10:34am

Kritik spricht immer alle an. Sie hat nur dann einen Sinn, wenn sie etwas bewegen kann. Auch wer Standpunkte hat, kann bewegt werden. Kritik annehmen heißt umgekehrt auf keinen Fall, zu jeder Kritik ja und Amen zu sagen. Aber ich habe leider noch keine Kritik erlebt, in der eine offensichtliche falsche Interpretation eines Lesers und eine daraus folgende positive Kritik den Autor dazu verleitet hat, doch noch einmal über seinen Text nachzudenken.Was ich damit sagen will, ist, dass wir alle dazu neigen, positive Kritik bei falscher Interpretation stillschweigend zu akzeptieren, während negative Kritik bei falscher Interpretation schnell zu negativen Reaktionen führt. Natürlich gibt es bei Texten immer auch mehrere Interpretationen und Lesarten. Das macht es ja so spannend. Aber ich denke schon, dass ein Autor sein Ziel etwas verfehlt hat, wenn Leser seinen Text total falsch verstehen/missverstehen/anders als beabsichtigt verstehen. Sein eigenes Schweigen hilft ihm in solchen Fällen aber nicht weiter.

Unabhängig davon glaube ich, dass keiner von uns hier glaubt, ein Genie zu sein. Jeder neue Text ist neu zu bewerten, ungeachtet der Person, die ihn geschrieben hat. Ich kenne keinen Literaturschaffenden, der nur gute Texte geschrieben hat. Geschmack ist und bleibt subjektiv ebenso wie Kritik. Aber Argumente sollten schon noch zählen.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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18

Sunday, November 14th 2010, 11:09am

Quoted

Sie hat nur dann einen Sinn, wenn sie etwas bewegen kann.
Nein.

Kritik dient sehrwohl auch dazu, sich selber treu bleiben zu können (unter anderem).
Kritik muß/kann nicht nur aus dem grund geäussert werden, etwas am kritisierten zu ändern, sie dient dazu z.b.: gespräche aufzutun, oder, sich selbst als kritiker zu ändern;

in erster linie dient die kritik wohl als schaffung eines podests für gespräche; um unbekannte seiten an sachen zu durchleuchten, änderungen können ein effekt sein, muß es aber nicht unbedingt;
wo genau diese änderung sich niederschlägt ist auch nicht festgestellt; ob im text selber oder im bewußtsein einer der schreiber oder mitlesenden ist nebensächlich denke ich; schließlich ist der text den man kritisiert etwas, das zu ändern, nicht in der eigenverantwortung liegt/liegen darf;

kritik muß aber nicht zwangsläufig änderungen herbeiführen; sie kann/soll auch als selbstdarstellendes statement dienen (aber auch hier macht der ton die musik)
(auch davon kann der kritisierte etwas mitnehmen)

kritik kann auch dazu dienen, etwas am ort festzumachen;

deswegen ist das ausgehen davon, daß der autor hingeht und seinen text aufgrund einer kritik ändert genauso überheblich, wie, sich vor kritik völlig abzugrenzen;
die hoffnung, daß kritik etwas im autor auslöst ist hingegen erwünscht UND erhofft UND dringend notwendig als grundlage für gute und konstruktive kritik;
(ist aber per se nicht sinngebend für kritik)

und natürlich können streitgespräche nicht völlig ohne emotion auskommen, das wäre illusorisch und wahrscheinlich auch nicht wünschenswert;

argumente zählen nur dann, wenn sie (egal zu welchem grade) für beide seiten nachvollziehbar sind und ebenso formuliert werden;
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Raul

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19

Sunday, November 14th 2010, 4:18pm

Quoted

Kritik dient sehrwohl auch dazu, sich selber treu bleiben zu können (unter anderem).



Das verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Ich habe ja extra geschrieben, dass auch der bewegt werden kann, der Standpunkte hat. Ich sehe da keinen Widerspruch. Kritik kann einen bestätigen oder zum Nachdenken anregen. Aber Kritik bewegt immer jemanden, ganz gleich, ob jemand sich treu bleiben will nach der Kritik oder nicht. Wie sie bewegt, liegt bei der Person. Wenn sie einem aber am Arsch komplett vorbeigeht, warum will dieser Jemand sich dann überhaupt mitteilen? Aber ich sehe schon, dass mein Verständnis von Kritik hier von Erik nicht geteilt wird. Was sagen die anderen? Ich finde jede sachliche Kritik hilfreich. Und ich bleibe dabei: Kritik macht nur dann einen Sinn, wenn sie etwas und jemanden bewegt. Das geht nur mit Argumenten. Wenn ich lese oder merke, dass jemand sich Kritik gegenüber verweigert, weil er nur Standpunkte austauschen will, dann macht Kritik allerdings in der Tat keinen Sinn.

Hazel

Moderator

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20

Sunday, November 14th 2010, 6:54pm

Quoted

Sie hat nur dann einen Sinn, wenn sie etwas bewegen kann.

Nein.

Kritik dient sehrwohl auch dazu, sich selber treu bleiben zu können (unter anderem).
Kritik muß/kann nicht nur aus dem grund geäussert werden, etwas am kritisierten zu ändern, sie dient dazu z.b.: gespräche aufzutun, oder, sich selbst als kritiker zu ändern;


Na dann bewegt sie doch etwas :) Ich würde das eher als Ergänzung lesen, nicht als Widerspruch.

Was hätte denn Literatur oder Poesie noch für einen Stellenwert, wenn sie keine negative Kritik erfahren würde? Literatur ist für mich auch eine Art von spitzfindiger Wirklichkeits- und Zukunftswahrnehmung. Jedem von uns würden viele Autoren einfallen, die zu ihren Lebzeiten wegen ihr Gangart komplett missverstanden wurden und deren Texte keinerlei Anklang fanden, heute jedoch in einen literarischen Kanon wieder gefunden werden. Zu Schreiben heißt gleichzeitig immer, eine Aussage in den Raum zu stellen und Gedanken in Richtungen zu lenken, die logischerweise nicht von jedem nachempfunden oder befürwortet werden können. Wie oft hat man schon ein Buch gelesen, nichts damit anfangen können und nach zwei oder drei Jahren gehen einem bestimmte Lichter auf, die das Geschriebene in ein völlig anderes "Licht" tauchen. Kritik passiert schon automatisch im Kopf und insofern ist es jeder Text wert, dass man über ihn spricht oder zumindest nachdenkt.

Die jetzt angeknüpfte Frage: Soll man Kritik dann auch sichtbar machen? Bringt es überhaupt etwas, wenn man jemanden offenkundig befürwortet oder sein Missgefallen äußert? Am Ende steht da doch immer nur ein unbedeutendes Schulterklopfen, ein Streit oder Selbstzweifel (auf beiden Seiten). Natürlich. Es wäre doch, wie wenn wir aufhören würden, überhaupt miteinander zu reden, weil wir uns ja sowieso nichts mehr sagen könnten. Manchmal brauchen wir auch jemanden, der uns mal ordentlich durchschüttelt und wenn danach der Blick wieder Konturen annimmt, hat man eine Erfahrung mehr gesammelt. Jedes Mal wenn ich eine "vernichtende" Kritik bekomme, dann zwingt mich das kurzzeitig regelrecht in Knie. Wahrscheinlich kommt erstmal Trotz auf, ein Ärger, was dem anderen überhaupt einfällt, aus einer wahrscheinlichen Laune heraus einen persönlichen Eindruck so plump zu beurteilen. Was für eine Ahnung hat denn dieser Dieter Bohlen von meinem Leben? ^^
Letztendlich ist aber sogar das wichtig, weil man lernen muss, in welchem Spielraum man diskutieren sollte und muss.

Auf der anderen Seite sollte man seine Kritik sicher auch den Texten entsprechend gestalten. Wenn ich jemanden einen ersten Beitrag sehe, der mir in Form eines "pupertären" Liebesgedichts vorliegt, dann fange ich nicht damit an, dass ich die Reime oder die Rhythmik bemängel, die Sprache zerreiße und demjenigen klipp und klarr sage: "Dein Gedicht ist einen Dreck wert." Das hier ist ein öffentliches Forum, das auch sicherlich viele dazu nutzen, ihre Gefühle bewerten zu lassen. Und so begegne ich diesem Text dann auch. Ein "Hey, fahr doch einfach mal zu ihr und lad sie auf nen Kaffee ein" passt dann wohl eher als eine ernstgemeinte Textkritik. Kurz gesagt: Erstmal schauen, welchen Anspruch der Autor selbst an seinen Text hat. Das ist sicher eines der Hauptprobleme der Streitereien hier, weil es unglaublich selten gemacht wird.
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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