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1

Monday, September 22nd 2008, 9:43pm

Atemlos

Atemlos

Der Angelhaken zwischen den Rippen
raubt mir die Sprache und zerrt
unbarmherzig in Richtung Hafen.

Dort kramt der Regen
zaghaft im Wind: Die Sucht
nach Salz macht ihn stark.



22.9.08
Wir müssen nur wollen.

Strohpuppe

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2

Monday, September 22nd 2008, 9:52pm

hallo, Rabla

S1 kommt voll bei mir an und gefällt mir gut, so, wie sie ist
mit S2 hab ich jedoch meine Probleme. ich überlege grad, auf wen sich das "ihn" der dritten Zeile bezieht - auf den Wind oder auf den Regen? logischerweise müsste es der Wind sein, denn sonst würde der Regen wohl nicht zaghaft kramen - jedoch kann das schnell falsch bezogen werden.
das zaghafte Kramen kommt auch nicht so recht bei mir an. du stellst hierdurch einen starken Kontrast zu S1 her, was mich irritiert, aber wahrscheinlich sogar dein Ziel war ;)

liebe Grüße
ich
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3

Monday, September 22nd 2008, 10:45pm

Hallo Du. :)

Danke für die positive Reaktion, ich bin ja platt. Das war nur so ein hingeworfenes Dingsda, was für mich selbst noch etwas unfertig ist. :rolleyes:
Ja, das "ihn" bezieht sich auf den Wind. Mit dem "kramt" bin ich auch noch nicht so recht glücklich, aber meine Wortfindungsstörung hat sich gerade massiv in den Vordergrund gedrängt...

Wieder ans Basteln gehend,
rablabla
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Strohpuppe

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4

Monday, September 22nd 2008, 10:52pm

die Aktion mit kramt könnte man doch direkt so lassen, finde ich. das gibt dem Text seinen besonderen Reiz

grad fällt mir noch ein Ding auf, was mich im Moment ähnlich irritiert wie woher das andere :P ... Warum macht denn eine Sucht jemanden stark?

für "ihn" will mir leider grad absolut keine Alternative einfallen. "diesen" wäre zwar korrekt, hört sich aber absolut bescheuert an
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5

Monday, September 22nd 2008, 10:55pm

Ich überschlafe das nochmal. :rolleyes:

Die Sucht macht jemanden insofern stark, als dass er seine Droge unbedingt haben will und dafür dann (fast?) alles tut. Logisch genug? :D
Und mit der Überlegung zum "diesen" und "ihn" hast du leider absolut Recht. ^^
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Strohpuppe

Moderator

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6

Monday, September 22nd 2008, 10:59pm

Quoted

Die Sucht macht jemanden insofern stark, als dass er seine Droge unbedingt haben will und dafür dann (fast?) alles tut. Logisch genug?

aha, ok, das leuchtet ein. ein bisschen um die Ecke gedacht ;), aber gut ^^

Quoted

Ich überschlafe das nochmal.

dann bin ich mal gespannt auf morgen 8o wenn du was dran änderst, lass es mich wissen ;)
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7

Tuesday, September 23rd 2008, 1:01pm

Vorschlag:

"Atemlos

Der Angelhaken zwischen den Rippen
raubt mir die Sprache und zerrt
unbarmherzig in Richtung Hafen.

Dort kramt der Regen
vorsichtig im Wind: Dessen Sucht
nach Salz macht ihn stark."
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kleiner_goethe

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8

Tuesday, September 23rd 2008, 5:02pm

Hi ich hab verzweiflt nach Negativen in deinem Werk gesucht, um dir Objektiv Konstruktive Rückschlüsse zu überliefern..

An deinen Texten muss ich immer staunend der Wortgewalt und Bildmacht niederstrecken.. aber weg mit den elenden Loben:)

Die zweite neue Fassung ist frei von den ich oben genannten Tugenden, es ist etwas weniger spektakulär... ich würde dir empfehlen einen Abschnitt ganz zu werwerfen, nähmlich den zweiten

Dort kramt der Regen
vorsichtig im Wind: Dessen Sucht
nach Salz macht ihn stark."

Was ich sehe ist dieser Gedanke mit der implation der Sucht im Regen/Wasser durch Salz( Salz macht ihn stark= Eventuell weil aufgelöstes Salz Elektrizität leitet und die molekularstruktur des Wassers ändert, was symbolisch für stärke gellten soll?) Du solltest wie ich finde, den Ryhtmus von oben nicht verändern, gleich behalten. vill so:


Dort schliellt der Regen
vorsichtig im Wind:Von der Sucht
nach Salz bestärkt.

Da wo der Regen sinnlos fällt,
sachte sich dem Wind ergibt;
stärkt ihn die Sucht nach Salz.




Der Inhalt ist mir einleuchtend und garnicht so komplex wie er zu Anfangs einem womöglich erscheint.. ich bin überglücklich, das eine so talentierte junge Frau" diese Lyrik Welt (auch wenn sie klein ist) berreichert..

Gruss

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9

Tuesday, September 23rd 2008, 5:45pm

hallo rabenballade
ich gehe jetzt mal von der ersten version deines textes aus (gefällt mir nämlich besser ;D)

als ich dein gedicht das erste mal las hat es mir ehrlich gesagt nicht besonders zugesagt. die sprache schien mir irgendwie...unbeholven(nicht das adjektiv was ich grad such...aber du verstehst hoffentlich was ich mein) und die zeilen an sich wenig aussagend. Doch je länger ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto mehr muss ich meine anfängliche meinung revidieren.
der haken zwischen den rippen raubt die sprache...gut wenn er die lungenbläßchen aufschlitzt...aber dann doch eigentlich mehr den atem. natürlich möchte man als autor nur ungern die überschrift wiederholen, aber im moment erscheint mit anatomisch gesehn atemlos logischer als sprachlos. oder denke ich zu kompliziert?
grammatikalisch ist eigentlich nichts an der ersten strophe auszusetzen, dennoch fände ich ein kleines "mich" am ende der zweiten zeile hilfreich. sprachlich klingt es so in meinen ohren auch schöner.
das bild der zweiten strophe ist gleichermaßen bizarre und einfallsreich. man kramt in einer schublade, aber der regen im wind? und wenn der wind durch seine sucht erstarkt, warum kramt er dann nur zaghaft ? wenn man kramt, sucht man meistens irgendetwas....mh nein so komm ich auf keinen grünen zweig ^-^0
inhaltlich gibt mir das gedicht ein rätsel auf. ein schönes rätsel. das lyrich wird richtung hafen gezogen. hafen bedeutet für mich "nach hause kommen". vor allem da man ja am ufer zu angeln pflegt. das lyrich wird also durch irgendeine, ich nenn es jetzt mal macht, richtung hafen gezogen. aber es scheint kein erfreuliches heimkehren zu sein(unbarmherzig und naja...ein haken zwischen den rippen stelle ich mir jetzt auch nicht besonders angenehm vor). leider schaffe ich es nicht, eine verbindung zwischen der ersten und der zweiten strophe zu ziehen. im hafen angekommen "kramt der regen im wind" ôo. aus der sucht nach dem salz könnte man hinauslesen, dass er sich ins meer ergießen möchte, oder man bezieht es auf tränen...vll ist der regen ja auch nur eine metapher für eine person? ich tappe im dunkeln, wie du siehst xD

liebe grüße
nighty

P.S.: hab grad den kommi von kleiner goethe gelesen^-^ ER(xD) schreibt in einem komplett anderem stil (damit beziehe ich mich auch auf den rythmus, aber kann auch sehr gut sein das ich bei dieser annahme falsch liege, rythmus ist nicht so mein spezialgebiet xD) zudem lese ich einen etwas anderen inhalt heraus. auf grund dessen passt seine version der letzten strophe nicht so recht zu deinem werk ....so...jezz fühl ich mich ein wenig einmischerisch, aber nya ^-^
als ob Gefangenes sich drinnen rege,
das ein Entfernter groß zusammengreift.
(Rilke)

kleiner_goethe

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10

Tuesday, September 23rd 2008, 5:56pm

Oh ja weiss das sie in einem komplett andereN Still arbeitet, aber ich ging nicht auf das wie schreiben soll, sondern eher auf den Lese ryhtmus...

aber meine Mitteilung heisst, den zweiten Teil komplett neu machen..


Danke für deinen Senf, auch wenn der mir etwas zu sehr gewürzt schien:)

Gruss

EDIT:

ich finde deine Argumentation fad, da du dirket von meinem Stil sprichst, was einem eine falsche Interprätationraum lässt, ich will nicht näher eingehen, aber ich wollte nur einen Denkanstoss weitergeben (auch wenn dieser nur von mir kommt)und finde deinen Senf nicht nur scharf sondern auch zerstörerisch, weil er unkonstruktiv ist.. ich bin mir sicher ich kann einen Stil vom gleichen unterscheiden(diesen Geistigen Mächten bin ich mir, hoffe ich gewachsen)



Atemlos

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11

Wednesday, October 1st 2008, 9:35pm

Hallo kleiner_goethe, hallo Püppchen. :)

Die erste Version bleibt (nach nicht wirklich langem Nachdenken, ich geb's zu. :rolleyes: ) jetzt so stehen, wie sie da oben steht. Ich danke euch für eure Vorschläge und so. ^^

Kg, ich habe beim Schreiben nicht wirklich auf das Metrum oder so geachtet, eher darauf, dass sich der Text gut und flüssig lesen lässt. Und das tut er meiner Meinung nach. Auch wenn ich es ungern tue, muss ich anscheinend die zweite Strophe zumindest kurz erklären. Es ist nicht der Regen, der stark wird. Der Wind erstarkt durch seine Sucht nach Salz, weil er zum Einen am Hafen meistens sowieso besonders stark weht, zum Anderen will er unbedingt sein Salz haben, um seine Sucht zu befriedigen. :rolleyes:

Püppchen:

Quoted

der haken zwischen den rippen raubt die sprache...gut wenn er die lungenbläßchen aufschlitzt...aber dann doch eigentlich mehr den atem. natürlich möchte man als autor nur ungern die überschrift wiederholen, aber im moment erscheint mit anatomisch gesehn atemlos logischer als sprachlos. oder denke ich zu kompliziert?

Ja. :D
Nicht so wissenschaftlich an die Sache rangehen. ;) Die Überschrift ist übrigens erst lange nach dem Gedicht dazugestoßen. ^^

Ja, ich gebe zu, dass die Verbindung von der ersten und der zweiten Strophe vielleicht nicht ganz einfach ist. Aber auch auf den Dreh kommt man. Die Sicht des lyr. Ichs auf den Hafen ist in dem Fall sehr zwiegespalten: Einerseits das "Heimkehren", dass du schon angesprochen hast, andererseits lauert da immer noch etwas anderes.

Danke euch beiden nochmal,
rablabla :)
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laughing_lupa

nicht einzig

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12

Wednesday, October 1st 2008, 9:38pm

hmm...kük...

ich weiß ja net. das ding ist zweifellos genial (!), nur stört mich da etwas. die letzte zeile ist mir hier zu lasch. "stark" ist irgendwie zu wenig und unkonkret. fällt dir da nicht noch was bezeichnenderes ein?

begeistert: gruß, gruß!

lupa
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

kleiner_goethe

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13

Wednesday, October 1st 2008, 10:38pm

Kg, ich habe beim Schreiben nicht wirklich auf das Metrum oder so geachtet, eher darauf, dass sich der Text gut und flüssig lesen lässt. Und das tut er meiner Meinung nach. Auch wenn ich es ungern tue, muss ich anscheinend die zweite Strophe zumindest kurz erklären. Es ist nicht der Regen, der stark wird. Der Wind erstarkt durch seine Sucht nach Salz, weil er zum Einen am Hafen meistens sowieso besonders stark weht, zum Anderen will er unbedingt sein Salz haben, um seine Sucht zu befriedigen. :rolleyes:


Ich muss da nach "HAKEN".. du untergräbst da mein Verständnis..

Der Angelhaken zwischen den Rippen
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vorsichtig im Wind:Von der Sucht
nach Salz bestärkt.

°°°

Quoted

er Wind erstarkt durch seine Sucht nach Salz


danke für die ERklärung.. leider habe ich ja genau das geschrieben:)

Quoted

Von der Sucht
nach Salz bestärkt.


hmm:)


trotzdem liebe grüsse

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14

Saturday, October 4th 2008, 4:32pm

Tut mir Leid liebes Wölfchen, da muss ich dich enttäuschen. Das "stark" bleibt da. Ausnahmsweise habe ich hier einmal nicht nur auf mein Bauchgefühl gehört, sondern ein Wort fast bewusst gewählt. Aber ein großes Danke für das Ausrufezeichen hinter dem "genial", das ist mehr wert als jeder Käskuchen. ;)

goethchen, ich bezog mich auf diese Aussage von dir:

Quoted

Was ich sehe ist dieser Gedanke mit der implation der Sucht im Regen/Wasser durch Salz( Salz macht ihn stark= Eventuell weil aufgelöstes Salz Elektrizität leitet und die molekularstruktur des Wassers ändert, was symbolisch für stärke gellten soll?)



Gruß Gruß,
rablabla
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lyrikel

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15

Thursday, October 9th 2008, 9:51am

Hallo raba,

also ich finde die erste Version großartig und plädiere laut und deutlich dafür diese so zu belassen :D. In der zweiten Version fehlt der Pepp.

Die Sache mit dem salzigen Wind ist für mich als Küstenbewohner völlig einleuchtend. Der Wind treibt in seiner Sucht nach Salz immer zum Meer und erstarkt dort (auf komplizierte meterologische Bedingungen, die dazu führen, dass starke Stürme vorallem über dem Meer entstehen, will ich jetzt mal nicht eingehen. :P )

Für mich ergibt sich folgende Interpretation: das lyr. ich wird zurückgehalten durch den Haken, es will eigentlich weg, wird aber zurückgezerrt in Richtung Hafen. Ein eigentlich ganz klassisches Bild finde ich: Man steht im Hafen (oder Bahnhof, das ist beliebig) beobachtet Schiffe (oder Züge) und prompt meldet sich das Fernweh, man will weg, kann aber nicht. Entschuldige hier meine Banalität, das ist nur das Grundbild, dass zunächst durch Deine Zeilen in meinem Kopf entstanden ist.
Du hast dieses Bild hier sehr gekonnt variiert und sprachlich herrlich umgesetzt.

Wobei mir gerade auffällt, dass der Angelhaken ja auch darauf hinweisen kann, dass das lyr. ich eigentlich schon weg war, vielleicht gar nicht in diesen Hafen gehört. Ja das ist vielleicht sogar schlüssiger der Fisch der an Land erstickt, weil er da nicht hingehört.

Die zweite Str. ist dann eigentlich die Beschreibung des Hafens der Küste: fieser Nieselregen, der eigentlich nicht richtig regnet sonder nur irgendwie vom Himmel fällt und das auch gerne mal waagerecht, von daher finde ich "kramt" schon ganz passend. Und die Geschichte mit dem Wind hatten wir ja schon. Allerdings klingt es in der zweiten Str. gar nicht mehr so negativ ich weiß auch nicht für mich ist der salzsüchtige Wind ein positives Bild und ich habe den Eindruck, dass die Stärke des Windes hier vielleicht auf das lyr. ich übertragen werden kann, aber da bin ich mir nicht so sicher.

Alles in Allem scheint mir Dein Werkchen hier eine gelungene Symbiose zwischen Fernweh und Ankommen und spricht mich als bekennender Fischkopp :D sehr an.

liebe Grüße
lyrikel


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16

Thursday, October 9th 2008, 9:11pm

Dankeschön lyrikel. Von Fischkopp zu Fischkopp gesprochen, sozusagen. :D
Ja, deine vielen Interpretationen treffen ziemlich genau das, was ich mir so dachte. :) Irgendwie ist es einfach alles zusammen, dieses Salzwind-im-Hafen-Gefühl halt.

Ostseegruß,
rabla :)
Wir müssen nur wollen.

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