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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Wednesday, September 17th 2008, 12:57pm

auch nackt bin ich

komm und streife sanft mein Schweigen
ab wie dieses Kleid
das mich umhüllt beschützt und kühlt
den wilden Reigen in mir halt
los spür mich lass mich meine Lippen
endlich öffnen und entdecken
auch nackt bin ich
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

georg999

Professional

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2

Wednesday, September 17th 2008, 4:33pm

hallo, alexa,
meine selbstgestrickte Definition von "Kunst" (vordergründig für Gemälde und sonstige Bilder) geht so: wenn ich ein zweitesmal absichtlich und in Ruhe hinsehe, ist es für mich Kunst. Sehr ähnlich geht es mir bei deinem Gedicht. Es lässt nicht los, fasziniert mich. Daher ist es ...
Eine wesentliche Facette deines Kunstwerks ist die, dass es mich an ein Schachproblem erinnert. Auch solche sind Kunstwerke, und mir nicht fremd (als Löser, nicht als Komponist).
Nun, <auch nackt bin ich> löst sich nicht leichter als irgendein anderer Achtzüger, da nützt es mir wenig, dass ich noch jedem hinter die Schliche gekommen bin, wenn ich mir die Zeit nahm ...
da es nicht nur eine Lösung geben muss (da sieht man wie primitiv Schach ist im Vergleich mit höheren Künsten), ist es halt sauschwer. Halt. Halt?

Quoted

umhüllt beschützt und kühlt
den wilden Reigen in mir halt
. Da hat mans ... bei diesem "halt" muss ich schon passen.
Im wesentlichen ist es für mich klar, wie der thread aussieht. Zuerst muss das "Du" den Panzer durchdringen, dann wird es erfahren, was die geöffneten Lippen zu sagen haben.
lg georg

kleiner_goethe

Unregistered

3

Wednesday, September 17th 2008, 7:01pm

Hi ho

Gute Bilder mit wirklichen Gefühlen verknüpft,, was ich mit wirkliche Gefühle meine will ich dir anhand den Zeilen erklären:

komm und streife sanft mein Schweigen
ab wie dieses Kleid
das mich umhüllt beschützt und kühlt

Man könnte im ersten augenblick davon ausgehen, das es ein Panzer sei, was dan sofort wiedersprochen wird, wenn man das letzte WOrt liest, "Kühlt" ein Mantel kühlt für gewöhnlich nicht,, was kann es also sonst sein?, Eventuell ein Gefühl das innerlich unterdrückt geworden und nun unbedingt nach aussen dringen muss, kühl weil es erstarrt in einem und einem selbst lähmt?...
Aber warum soll dich den dein Schweigen dan SChützen? Kühle ist meistens eine Gefahr wenn man Nakt in der Kälte ist?, Das ist irgendwie zu mehrdeutig ( für mich jedenfalls etwas noch zu weit von meinem Wissen an Assosationen)


den wilden Reigen in mir halt
los spür mich lass mich meine Lippen
endlich öffnen und entdecken


Den wilden Reigen",, das deutet wieder zu einem ausgebrochenem Gefühl, das kann auch das SChützen" erklären, eventuell eine verbotene Liebe, welches deinen Standpunkt in deinem Umwelt zerstören könnte, wenn du es von dir gibst.. ,,

Also geht es um Liebe, verbotene Liebe?

ALso ich fasse zusammen, das L.I. ist in einer erstarrten Beziheung, sucht einen anderen der diese Mauer die schütze und gleichzeitig kühlt einen zerstörer. Doch es braucht diesen SCHutz, Zwiespaltigkeit breitet sich im L.I....

ein moderner Charakter mit ungebannter methapher...


DAnke für dieses Werk

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

4

Wednesday, September 17th 2008, 10:03pm

Hallo georg, hallo kleiner goethe

@georg

Quoted

Da hat mans ... bei diesem "halt" muss ich schon passen.

verstehe ich das richtig, dass du an der Halt - Stelle, nein, nicht an der Haltestelle :rolleyes: , stecken bleibst?
danke fürs lesen und das alles

@k.g.
auch dir danke ich für deine lieben Worte.

Quoted

ALso ich fasse zusammen, das L.I. ist in einer erstarrten Beziheung, sucht einen anderen der diese Mauer die schütze und gleichzeitig kühlt einen zerstörer. Doch es braucht diesen SCHutz, Zwiespaltigkeit breitet sich im L.I....

nein, keine erstarrte Beziehung und einen anderen sucht L.I. auch nicht. Eigentlich hat es mit einer zwischenmenschlichen Liebe nicht viel zu tun.
ich setze meine Worte schonmal Zeilenübergreifend und ändere damit die Aussage, vll. hilft dir das hier.

Vielen Dank fürs lesen und Gedanken machen
L.G.
Alexa
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5

Thursday, September 18th 2008, 10:59am

.

Hallo :) ,

ich habe einmal versucht, liebe Alexa, Deinen Text auf das
für mich Wesentliche zu reduzieren. Auch den Titel habe
ich versuchshalber geändert. Ich hoffe, Du nimmst es
nicht übel, aber Dein Gedicht beschäftigt mich.

Wie sich das Schweigen in dieser Sprache anhört,
das Kleid aussieht usw., darf sich das Publikum
gerne selbst erarbeiten.



los

komm und streife
ab mein Schweigen
mein Kleid das kühlt
den Reigen halt



Liebe Grüße :)
Katerchen

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

sim

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6

Thursday, September 18th 2008, 5:55pm

Hi Alexa,

eigentlich beschreibt das Gedicht für mich etwas Unmögliches: die Sehnsucht, in einem Du zu finden, was man sich selbst nicht geben kann.
Das lyrische Du muss nicht unbedingt ein Zweiter sein, es kann sich bei dem Gedicht auch um ein Selbstgespräch - genauer - um eine Aufforderung an sich selbst handeln. Auffällig ist die Nutzung des Imperativ.
Inhaltlich fordert dieser Imperativ einen Verzicht. "Auch nackt bin ich" stünde im Gegensatz zu "Kleider machen Leute". Wir sind es, die uns umhüllen, uns vielleicht auch durch Kleidung definieren, die neben dem Schutz vor Kälte auch Schutz durch Image bietet. Dieses "Auch nackt bin ich" taucht als Ergebnis der Imperative auf. Alle diese Forderungen sollen dieses Gefühl zurückgeben: Ich bin auch ohne meinen Schutz. Eine Erkenntnis, die nur aus uns selbst herauskommen kann, niemals durch einen anderen, so sehr der uns auch dabei helfen mag.

Soweit meine Gedanken.

Lieben Gruß
sim
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

Alexa

Blickdicht(erin)

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7

Friday, September 19th 2008, 12:56am

Hallo Katerchen, Hallo Sim

@Katerchen. Danke, dass du dich so mit dem Text beschäftigt hast. Ja, der Titel ist gut. Fügt sich sprachlich nahtlos an das komm- ein los komm(en-) und das wäre hier gar nicht verkehrt. Ich werd sehen.
Deine Kürzung macht das Ding hier allerdings noch hermetischer als es ohnehin schon ist. ;)
Trotzdem Danke dafür.
Sim: Den Schlüsselsatz- auch nackt bin ich- hast du in einer der Möglichkeiten interpretiert. Das Kleid ist eine Sache, bei der ich mir nicht sicher war, ob es funktioniert. Doch ich freue mich jetzt, dass hier jeder unter sein eigenes Kleid gesehen hat, denn das war mein Ansinnen

Quoted

eigentlich beschreibt das Gedicht für mich etwas Unmögliches: die Sehnsucht, in einem Du zu finden, was man sich selbst nicht geben kann.

Kannst du mir sagen, woraus du das liest?
Danke euch
Gruß
Alexa
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