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Lymielle

Moderator

Date of registration: Jan 31st 2007

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1

Sunday, August 31st 2008, 5:03pm

Die Nacht ist gekommen

- ein 10-Minuten-Gedicht
- inspiriert durch Inspiras "schaurig" -




Im Mantel einer dunklen Nacht
schlich leis’ die Angst in meinen Träumen
und pflückte von den Sternenbäumen
das Licht
und hat mich blind gemacht.

Die Nacht hat mir die Angst gebracht,
die sich mit dunklen Stoffen kleidet
und Träume mitleidlos zerschneidet.
Und ich
bin niemals aufgewacht.
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Strohpuppe

Moderator

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2

Sunday, August 31st 2008, 5:56pm

hallo Lymielle

rein vom Klang her spricht mich dein Gedicht sehr an, sowas zergeht in den Ohren :)
die Reime sind schön gesetzt und nehmen beim Lesen gut mit :)
fast liest es sich zu flüssig für ein trauriges Gedicht ... finde ich ;)

nur vom Inhalt her komm ich nicht ganz mit. obwohl, doch, du scheinst da nur was umgedreht zu haben ...

Quoted

Im Mantel einer dunklen Nacht
schlich leis’ die Angst in meinen Träumen

Quoted

Die Nacht hat mir die Angst gebracht,
die sich mit dunklen Stoffen kleidet


vertrackt. erst schleicht die Angst im Mantel der dunklen Nacht durch die Gegend, dann bringt der Mantel seinen Träger selbst mit sich und so weiter und blabla ... und dann zerschneidet die Angst, die in die Nacht gekleidet umherwandelt, auch noch die Träume durch, durch die sie läuft - bin noch nicht sicher, wie das alles klappen soll ^^ jedenfalls kann man sich das Gehirn daran verdrehen
metrisch ist alles sauber ;), hätte nur zwei kleine Sachen zu bemängeln

Quoted

schlich leis’ die Angst in meinen Träumen

dass du schreibst "in meinen Träumen", wirkt auf mich ein bisschen wie "reim dich oder ich fress dich" - rein nach Gefühl hätte ich eher ein "in meine Träume" erwartet

Quoted

und Träume mitleidslos zerschneidet.

da würde ich doch zugunsten der Lesbarkeit das s rausnehmen ^^
darf man nach Wörterbuch auch, es gibt beide Versionen

gefällt mir insgesamt aber ganz gut :)

Grüße
die Strohpuppe
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Lymielle

Moderator

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3

Sunday, August 31st 2008, 6:02pm

Hallo Strohpuppe,

ich weiß, dass ich hier ziemlich viel verdreht habe, aber vielleicht vereinbart sich diese Verwirrung ja mit dem Inhalt: ein Albtraum, in dem Du von Ecke zu Ecke rennst auf der Suche nach einem Fluchtweg usw.
Mein Gehirn kommt selbst nicht wirklich nach - aber ist es nicht so, dass der Albtraum sich selbst auffrisst, weil man vor Angst wach wird. Der Albtraum treibt den Träumenden zum Mord an seinem Traum, indem er aufwacht. :huh:

Das s in "mitleidslos" war gar nicht beabsichtigt - danke für den Hinweis.
Und mit dem in die Träume schleichen stimmt auch - aber hier musste ich mal den Reim erzwingen. So schlimm finde ichs gar nicht. ;)

Trotzdem Danke für die schnelle Rückmeldung und den scharfen Blick. :)

Liebe Grüße,
Lymielle
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Helmut Newton

Schneeflocke

Professional

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4

Sunday, August 31st 2008, 6:30pm

Hallo Lymielle,
dein Gedicht gefällt mir, ist klangvoll und fließt vor sich hin. Naja in einem Punkt muss ich Strohpuppe Recht geben:
wenn es um Alptraum geht, müsste das Gedicht nicht unbedingt so fließend wirken...
Und deiner letzten Zeile verstehe ich nicht ganz:

"bin niemals aufgewacht."

Wie könntest du das Gedicht schreiben, wenn du nicht aufgewacht bist? Oder du träumtest, du bist nicht aufgewacht?
Träumtest du also dass du einen Alptraum träumst? Diese Zeile wirkt auf mich etwas unlogisch...
Sonnst : gern gelesen.

Liebe Grüße
Schneeflocke

.
"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

Lymielle

Moderator

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5

Sunday, August 31st 2008, 6:42pm

Hallo Schneeflocke,

zur letzten Zeile muss ich sagen: muss ein Gedicht immer eine platte Logik verfolgen? Ja, ich schreibe in der Vergangenheit und die letzte Zeile widerspricht dem eigentlich. Aber vielleicht ist das Gedicht gar nicht eigentlich. ;) Nimm es einfach, wie es so steht.
Trotzdem danke, dass Du diese letzte Zeile angesprochen hast. Aber irgendwo ist sie Schlüssel und Fundament.

Es freut mich, dass es Dir dennoch gefällt.

Liebe Grüße,
Lymielle
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Helmut Newton

Schneeflocke

Professional

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6

Sunday, August 31st 2008, 7:25pm

Hallo Lymielle,
was die Logik betrifft, bin ich persönlich nicht so ganz überzeugt, dass Poesie unbedingt logisch klingen muss. ;)
Aber ich habe irgendwann in Laufe der Zeit in einigen Foren (und auch hier) erfahren, dass die Kritiker bei den Kommentaren manchmal gern auf die Logik pochen.
Besonders bei den Anfänger, die noch nicht so redegewandt sind ... :D
Und da habe ich mir einfach gedacht: die Regeln müssen doch für alle gleich gelten oder?
Ich selbst versuche seitdem die Unlogik aus meinen Gedichten konsequent zu verbannen.
Es hat auch Vorteile, denn es wird verstanden, was man genau ausdrücken möchte.

Quoted

Aber irgendwo ist sie Schlüssel und Fundament.

Ja, einverstanden. Aber wo?
Was wolltest du mit der letzten Zeile ausdrücken? Ich komme nicht dahinter. Es interessiert mich zunehmend, weil ich dein Gedicht wirklich mag.

Liebe Grüße
Schneeflocke

.
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Salvador Dalí

Lymielle

Moderator

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7

Sunday, August 31st 2008, 7:29pm

edit
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Helmut Newton

Schnuffel

Intermediate

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8

Sunday, August 31st 2008, 7:53pm

HalloLymielle,

ich fand' dein Gedicht sehr melancholisch, was mich in jeder Forum anspricht. Mich hat es etwas an Inspiras Werk erinnert, aber nicht zu viel.
Diese Metaphern fand ich sehr gelungen :

Quoted

und pflückte von den Sternenbäumen

Das Ende der ersten STrophe hat mich auch beeindruckt. Ich kann nur sagen Bravo!

Schnuffel
Wer anderen hilft
sich selbst du finden,
hat sich schon gefunden.


http://lub-lyrik.spacequadrat.de/news.php

Schneeflocke

Professional

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9

Sunday, August 31st 2008, 7:56pm

Hallo Lymielle,
diese u.a. Variante finde ich schlüssig, wirklich wunderschön und einfach nur poetisch klingend... :)
Aber das Wort "zerschneidet" passt jetzt nicht ganz.
Wie wäre es mit: "zerschmettert" ...

Quoted

Die Nacht hat mir die Angst gebracht,
die sich mit dunklen Stoffen kleidet
und Träume mitleidlos zerschneidet.
zu Scherben
die Narben auf der Seele hinterlassen.

Liebe Grüße
Schneeflocke

.
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Salvador Dalí

Lymielle

Moderator

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10

Sunday, August 31st 2008, 7:56pm

Hallo Schnuffel,

es freut mich zuhören, dass Dir mein Gedicht so sehr gefällt. Aber wie hat kirmesbollo gesagt - wenn man weiß warum, knutscht es sich gleich viel besser. ;)
Es ist immer hilfreich wenn man weiß, was das Gedicht so gut (oder auch schlecht) macht.

______________________

Hallo Schneeflocke,

ich werde es bei der jetzigen Fassung belassen - weil sie das gleiche meint. :)
Jedoch bin ich noch am überlegen, aus dem "niemals" in der letzten Zeile ein "nie mehr" zu machen. :rolleyes:

Liebe Grüße,
Lymielle
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Helmut Newton

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