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Rar

Strohpuppe

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

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Location: Gießen

Occupation: Student

1

Wednesday, August 27th 2008, 9:51pm

Rar

.

früh im Jahre waren wir Schwärmer
umgeben von Glühwürmchen
das Sommerwort von Mitternacht

bis grelle Lampen unsere Sprache verwirrten
und verschiedenfarbiges Licht unsere Welt betrübte
bis wir aneinander zerrten und in zwei Teile zerbrachen

im Winter sind wir verzweifelte Lärmer
jeder für sich ein unnahbarer Träumer
haben wir uns verloren

und sind bunt geworden
farbenfroh glühen wir
aneinander vorbei

.
15.8.08
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Lymielle

Moderator

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2

Thursday, August 28th 2008, 8:30pm

Hallo Strohpuppe,

rein was deine Formulierungen angeht, habe ich einen kleinen Makel anzubringen. Der Einstieg der ersten Zeile, "früh im Jahre", passt gar nicht in die restlichen leichten Formulierungen, die sich wie der erste Herbstwind durch die Zeilen ziehen.

Nach dem ersten Lesen will ich mich noch nicht an einer genauen Interpretation festmachen - aber auf den ersten Blick sehe ich ein paar, dass in der ersten Verliebtheit und Schwärmerei untergeht und sich überfluten lässt, doch als der Alltag ansteht und die wichtigen Hindernisse, die es zusammen zu bewältigen gilt, zeigt sich, dass sie doch nicht so gut zueinander passen, wie es anfangs schien. Um dann auf andere Weise glücklich zu werden, und zu erkennen, dass es besser ist.
Ob Du hier wirklich ein so typisches Thema angeschnitten hast oder nicht, muss ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Aber egal, welches Thema Du hier zu verarbeiten versucht hast - es ist Dir gelungen! Beim Lesen deines Textes ist die Stimmung dicht und klar.

Hier noch eine Stelle, die mir besonders zusagt:

früh im Jahre waren wir Schwärmer
[...]
im Winter sind wir verzweifelte Lärmer


Dieser versetzte Reim bringt das ganze in eine nahe Verbindung, die gerade durch den Zeitenwechsel verloren gehen könnte und gibt dem ganzen trotz der auseinandertreibenden Wendung ein rundes Bild, wie eine Erinnerung.

Mehr vielleicht ein anderes mal.

Liebe Grüße,
Lymielle
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Strohpuppe

Moderator

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3

Sunday, August 31st 2008, 7:12pm

hey Lymielle :)

deine Interpretation passt zum Text, auch wenn ich eigentlich etwas anderes im Sinn hatte. :) Das einzige, was man dazu noch anmerken könnte, ist, dass bei aller Erkenntnis, dass es dem einzelnen ohne den anderen besser geht, doch auch die Ernüchterung bleibt, dass man sich gegenseitig verloren hat, dass man das Glück eben nicht mehr teilen kann. So ist jeder für sich glücklich, und doch ein bisschen unglücklich, weil es ohne den anderen ist.

^^ Wieso passt denn "früh im jahre" nicht dazu? Erklär dich bitte ^^ :)

Quoted

wie eine Erinnerung.

So in etwa wars auch gedacht. ;)

danke dir für deinen Kommentar :)

Grüße
die Strohpuppe
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Lymielle

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4

Sunday, August 31st 2008, 7:25pm

Hallo Strohpuppe,

"früh im Jahre" hat einen sehr altmodischen Klang, der sowohl im "Jahre" steckt, als auch durch den Kontext im "früh". Eine Möglichkeit wäre es, das "e" am Ende des "Jahre(s)" weg zu lassen, doch dadurch klingt es wie abgebrochen. Als Alternative sehe ich "Im Frühjahr", was aber die Differenz zum "Winter" zu deutlich machen könnte... :rolleyes:

Liebe Grüße,
Lymielle
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

Strohpuppe

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5

Sunday, August 31st 2008, 8:05pm

im Frühjahr klingt mir ehrlich gesagt zu eckig, "früh im Jahre" finde ich hat was weicheres
ich werd mir mal überlegen, ob ich das e wegnehme, das hatte ich nämlich zwischendurch schon mal so und habs dann wieder hingeschrieben
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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