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Ciproflox

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1

Sunday, July 6th 2008, 3:24pm

Anatomische Studie am lebenden Objekt

Reiche mir den
Salzstreuer
und streue Licht
auf das freigelegte, nackte Herz,
es schüttelt sich,
aber sträubt sich nicht,
es freut sich,
erhellt es; erhält es
so doch mal Geschmack.
Überblick

Zitat von »King Lear«

Aus nichts kann nichts entstehen: sprich noch einmal

lila

Unregistered

2

Monday, July 7th 2008, 11:55am

mensch, die ide ind ich super :thumbup:
ich finde es bis auf eine zeile sehr gelungen.
erhellt es; erhält es
diese zeile finde ich zum lese furchtbar :D
ich würde mich an deiner stelle vielleicht an tao orientieren und die doppeldeutigkeit der lautzusammenreihung "erhellt es" vom leser entdecken lassen. bzw was mir gerade auffällt: ich fände es besser, wenn du "erhält es" nimmst, das liest sich besser mit der letzten zeile und die erhellung des herzens wird durch das streuen des lichts impliziert.
ansonsten muss ich sagen :]
lieben gruß nocheinmal lila

Date of registration: Dec 16th 2006

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Location: Neuseeland

Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

3

Monday, July 7th 2008, 9:19pm

Hey Cipro.
Ich mag das Teilchen hier auch sehr gerne. Das Salz-in-offene-Wunden-streuen-Bild erhält eine ganz neue Bedeutung.
Die vorletzte Zeile finde ich nach mehrmaligem Lesen gut so, wie sie ist, allerdings würde ich hier rummeckern wollen:

Quoted

es schüttelt sich,
aber sträubt sich nicht,

Diese beiden lesen sich einfach (für mich) total bescheuert. (Verzeih den Ausdruck ^^) Ich bin am überlegen, ob man das "aber" durch ein "und" ersetzen könnte, da schon das den Lesefluss erheblich verbessern würde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es zu viel an der Aussage ändert... :huh:

Ansonsten finde ich den Titel viel zu lang... (Aber das ist seeeeeeehr subjektiv, glaube ich.) :whistling:

Tschuldigung fürs Gemecker,
rablabla :)
Wir müssen nur wollen.

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Location: Europa

Occupation: Werkzeugmacher

4

Tuesday, July 8th 2008, 11:32am

RE: Anatomische Studie am lebenden Objekt

Reiche mir den
Salzstreuer
und streue Licht
auf das freigelegte, nackte Herz,
es schüttelt sich,
aber sträubt sich nicht,
es freut sich,
erhellt es; erhält es
so doch mal Geschmack.
xxXxxXxxXxx xX

XxXx
Xxx
xXxX
xxXxXxXxX
xXxX
xxXxX
xXx
xXx xXx
xXxxX

hallo Cipro

da sah ich mich sofort beim Kaninchenschlachten, obwohl ich das jetzt schon über zwanzig Jahre nicht mehr gemacht habe. ein aktives freigelegtes Herz lässt immer innehalten. zwar glaube ich nicht, dass Streusalz eine Reaktion auslösen würde, aber selbstverständlich lief mir, beim lesen, gleichzeitig auch die metaphorische Ebene mit, und gerade diese Verquickung zwischen Metaphorik und nackter Anatomie manövriert mir deine Schreibe über das gefährliche Riff des Trivialen in die ruhige Bucht des Gefallens. schön gemacht. insbesondere die Aufforderung "streue Licht" gefällt mir sehr, leitet sie doch gelungener Weise die angesprochene Verquickung ein.
wunderbar auch die klangliche Wiederholung "erhellt es" / "erhält es" mit der Zäsur dazwischen: schöner lässt bumpernder Herzschlag wohl kaum onomatopoetisch aufhorchen. bravo!

zwei, drei Kleinigkeiten hätte ich vielleicht anders gemacht:
- das "und" aus der Lichtstreuzeile würde sich gleich nach dem "Salzstreuer" vielleicht besser machen. dann dürfte die überaus gelungene Aufforderung "streue Licht" ohne Bindewort und mit Hebung zu Beginn, alleine prangen. ausserdem wäre es eine grammatikalische Konkordanz zur ersten Zeile, wo du auch nicht nach "Reiche mir" herunterbrichst auf "den Salzstreuer". mein Vorschlag also:
Reiche mir den
Salzstreuer und
streue Licht


- nach "Herz" würde ich einen Punkt setzen oder einen Gedankenstrich. das Komma erscheint mir zu wenig pausierend und orthographisch zweifelhaft.

- in der letzten Zeile würde ich das "doch" streichen. es würde zur Verdichtung gereichen und ausserdem würde es die anfängliche, auffordernde Betonung aus den Zeilen 1, 2, 3(?) auf der ersten Silbe wieder aufnehmen.

ansonsten bleibt mir nur, mich für die Präsentation zu bedanken.

Gruß
Alcedo

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