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Saadi

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1

Sunday, June 29th 2008, 12:31am

Endspiel im Bett

Endspiel im Bett

Die Sonne scheint, die Brummer kreisen um die Lampen
Und schlagen sich die Köpfe an den Fensterscheiben ein
´S ist Sonntag, ich darf heute nicht schon wieder schlampen
mein Ordnungssinn befiehlt mir, ich soll fleißig sein.

Die Küche ist versaut, die Kumpels haben sehr gesoffen
und gefressen. Der Klaus hat uns den tollen Trick gezeigt,
wie man mit Eiern Bilder malt. Er hat den Schrank getroffen.
Ich hör in mich hinein, doch meine innre Putzfrau schweigt.

An meinem Schreibtisch sitzt schon lange ein Finanzbeamter
und mahnt mich böse, dass ich endlich meine Steuer mach.
Vom Kirchturm rufts nach Bürgerfleiß und ein verdammter
Priester läutet seine Glocken. - Mensch, ich bin doch wach.

Ich gähne, schäl mich aus den schweißgetränkten Daunen
und ärger mich, dass einer schon vor mir im Leben steht.
Der Harlekin des Unterleibs ist immer wieder zum Erstaunen.
Ich hätt ihn Freitag mal gebraucht, heut kommt er zu spät.

Ich stelle mich ans Klo und geb ihm die gewohnten Formen.
Die Zähne sind noch frisch aus dem vergangnen Jahr.
Die Borsten im Gesicht entsprechen grob den Normen,
die Weiber deutlich auf Distanz zu halten. Die Gefahr war

groß, denn Stine wollt zum Kaffee gerne mich besuchen.
Die hätt mir meine Fenster klar geputzt, wie Frauen sind.
Sie backt bei so was oft in meinem Herd Zitronenkuchen.
Ich mag ihn nicht und auch die Scheiben lieb ich blind.

Der Kaffee macht mich munter, ich muss den Abend planen
Da fällt mir wieder meine bundesdeutsche Fahne wieder ein.
Heut gibt es ja im Fernsehen Spanier gegen die Germanen.
Ich schau das Spiel im Bett und lass die Ordnung sein.
Ich schau demnächst mal wieder rein

Luna

Professional

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Location: NRW

2

Sunday, August 3rd 2008, 1:39pm

Hallo Saadi

Ein Junggeselle, wie er leibt und lebt. bzw..wie wir Frauen ihn uns vorstellen.

Dein Gedicht ist dir gelungen. Du hast meiner Vorstellung entsprochen..und auch deine Sprache gefällt mir.

Das finde ich ist ein punktgenauer Treffer:

Quoted

groß, denn Stine wollt zum Kaffee gerne mich besuchen.
Die hätt mir meine Fenster klar geputzt, wie Frauen sind.
Sie backt bei so was oft in meinem Herd Zitronenkuchen.
Ich mag ihn nicht und auch die Scheiben lieb ich blind.


Gerne gelesen

Luna
Ich glaube an Wunder

Saadi

Master

Date of registration: Nov 23rd 2005

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Location: Bakonyszücs Ungarn

3

Sunday, August 10th 2008, 10:05am

Danke Luna.

Man schreibt eben am Besten über Erlebtes.

Liebe Grüße
Sadi
Ich schau demnächst mal wieder rein

Date of registration: Sep 14th 2003

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Location: München

Occupation: Germanistik-Student

4

Saturday, August 16th 2008, 9:48pm

Gefällt mir auch sehr gut. Vor allem der Anfang, in dem du so super
dieses Gefühl des "Untergehen unter den eigenen Klamotten" beschreibst,
die man einfach nur mal in die Wäsche schmeissen sollte und alles wär
erledigt, aber wozu man sich auf diese unerklärliche Art nich zwingen kann.
Ich denke, dass kann man wirklich nur in so einer Sprache, wie du sie
benutzt hast, in Worte fassen. Leider tue ich mir bei dieser "lockeren" Sprache
meist sehr schwer. Umsomehr gefällt mir dein Umgang damit ;-)
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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