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Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

1

Thursday, June 12th 2008, 9:52am

Mummelputz

sie wartet
bewegungslos
wie damals
als sie kamen
und über ihr der Himmel brannte
feuerrot
das karierte Hemd
hält immer noch
Aschereste
Erinnerung
in Fetzen
der Hut
der von Onkel Sam
ist dunkler jetzt
fast schwarz
das Gesicht
gezeichnet
ist kaum noch zu erkennen
im hohen Gras
hinter der ausgebrannten Kirche
wartet sie
wie damals
bewegungslos
auf die weißen Krähen
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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Perry

Lyrisches Licht

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2

Sunday, June 15th 2008, 2:35pm

Hallo Alexa,
scheint sich um eine Kriegserinnerung zu handeln.
Brennender Himmel und Onkel Sam könnten Hinweise auf die amerikanischen Bombenangriffe auf deutsche Städte im 2. Weltkrieg sein.
Die kurzen Zeilen passen gut zu den wie an einer Schnur aufgereihten Flugzeugen am Himmel und der Kurzatmigkeit der Angst.
LG
Perry

Alexa

Blickdicht(erin)

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3

Monday, June 16th 2008, 9:36am

Hallo Perry

Quoted

scheint sich um eine Kriegserinnerung zu handeln.


Ich weiß nicht, ob ich das Krieg nennen kann. Auf keinen Fall ein Krieg im eigentlichen Sinn. Vielleicht ein unsinniger Kampf gegen etwas, dass anders ist.

Da hab' ich anscheinend etwas vermurkst. :(
vielen Dank für die Rückmeldung. Ich werde den Text nochmal überdenken müssen.

L.G.
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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georg999

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4

Friday, August 22nd 2008, 8:04pm

hallo Alexa,

dass dieses Gedicht sprachlich hinhaut, wundert ja niemand. Und lyrisch-synfonisch beeindruckt.

Seinen eigenen, vielleicht alexa-typischen Reiz gewinnt es zusätzlich aus der üppigen Interpretationsbandbreite. Immerhin habe ich durchschaut, wie die Szenerie aufgebaut ist. Die Vogelscheuche (Mummelputz ... Mumpitz) hält standhaft Wacht, angetan mit russgescwärztem Zylinder und ascheergrauten Klamotten, hält Wacht unweit der ausgebrannten Kirche des ausgebrannten Dorfs ... statt beliebtem Gemüse gibts nur mehr hohes Gras ...
eindrucksvoll der Paradigmenwechsel ... was einst das Beiläufigste im Dorfe war, die zusammengestoppelte Vogelscheuche ... ist nun angesichts der entvölkerten Brandruinen das Beständigste geworden.

Sind die weißen Krähen die grau-weißlichen Ascheflocken, herübergeweht vielleicht aus der Kirchenruine, zu Asche zerfallene, zerflatterte Gebetbücher und Heiligenbildchen? Aus den weißen Krähen jedenfalls bin ich nicht recht schlau geworden ...

lg georg

Schneeflocke

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5

Friday, August 22nd 2008, 10:08pm

Hallo Alexa,
eine Vogelscheuche ... und ein schöner Vergleich für die Wachsamkeit und die Beständigkeit.
Das was ich lese, gefällt mir. Ich finde das Gedicht sehr gelungen.
Gern gelesen!

Liebe Grüße
Schneeflocke

.
"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

Alexa

Blickdicht(erin)

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6

Monday, August 25th 2008, 9:20am

Hallo Schneeflocke, Hallo georg 999

"Mummelputz" ist einer meiner Lieblingstexte, der eigentlich für den Gedichte -wettbewerb zum Thema Rassismus an den Start gehen sollte. Leider habe ich es zeitlich nicht geschafft, weil er mir hier und da noch Probleme machte. Eure Antworten zeigen mir jetzt, dass ich sie anscheinend bis heute noch nicht zufriedenstellend ausmerzen konnte.
Beständigkeit war hier eigentlich nicht von mir intendiert, aber man kann es durchaus daraus lesen. So gesehen öffnet sich sogar eine ganz neue Perspektive, der ich bisher gar keine Beachtung schenkte.
Georg, du bist nah dran weil du auch den Titel einbeziehst. Die Lösung für die weißen Krähen liegt nämlich u. A. dort. Leider gehst du da nicht tiefer. Ich weiß, ein Text sollte nicht zu geheimnisvoll sein, aber hier war es mir wichtig nicht allzu offensichtlich zu werden.

Nun ja, ein Rätsel sollte das hier auch nicht werden und ich werde mich wohl oder übel an eine Änderung begeben müssen. time to kill it
Danke an euch
Gruß von Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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lila

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7

Friday, August 29th 2008, 5:04pm

In die Ablage verschoben, da der Text vom Autor edtiert wurde und nun keine Diskussionsgrundlage mehr besteht.
lila / Moderatorin

Lymielle

Moderator

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8

Wednesday, September 3rd 2008, 11:26am

Auf Wunsch der Autorin aus der Ablage in die Lyrikrubrik "Nachdenkliches und Philosophisches" verschoben.

Lymielle / Moderatorin
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

georg999

Professional

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9

Wednesday, September 3rd 2008, 11:32am

bravo, alexa, dass der text reincarniert wurde.
obwohl ich es nur teilweise kapiert habe ... so viel ist mir klar - das gedicht hat was drauf

Ich würde nach den Hinweisen, Rassismus und so weiter ...

jetzt sagen ... die weißen Krähen sind die Clansmen mit ihren weißen Bettlaken. Und die scarecrow schwärzt in Alabama vor sich hin... Atoka County...

Lymielle

Moderator

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10

Wednesday, September 3rd 2008, 7:44pm

Hallo georg,

wenn Du einem Beitrag von Dir, der noch nicht beantwortet wurde, noch etwas hinzufügen möchtest, benutze bitte die entsprechende Editier-Funktion.
Ich habe deine beiden aufeinanderfolgenden Beiträge zu einem zusammen gefügt.

Mit freundlichen Grüßen,
Lymielle / Moderatorin
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Helmut Newton

georg999

Professional

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11

Wednesday, September 3rd 2008, 7:48pm

liebe Lymielle, danke ...
war Mattscheibe...
danke fürs verständnis für den an seinem eigenen morbus leidenden Professor ... wie hieß er doch nur? Dr.Salzreimer?

Alexa

Blickdicht(erin)

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12

Wednesday, September 3rd 2008, 10:55pm

Danke georg, dass du dir nochmal Gedanken gemacht hast. Und ja, du hast es raus.
Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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