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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Monday, May 12th 2008, 8:53pm

Rahmenfarbe

Im Rahmen bleiben Träume Bilder,
bleiben nur ein Küstenstrich,
an dem ein weißes Fischerboot
sich still die Wunden leckt.

Im Rahmen bleiben Träume Bilder,
bleiben nur ein leeres Meer,
über dem sich buntgeblättert
der Himmel fallen lässt.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

2

Tuesday, May 13th 2008, 1:05pm

Hach, liebe Alexa, was freut es mich, endlich mal wieder eine unkommentiere Perle entdecken zu dürfen!

In der Erinnerung an diese Zeilen bleibt etwas Bewegendes, Leichtes.
Fast wie Wind (den ich mag) fühlt es sich an, und nimmt mich dahin mit,
wo deine Worte aus dem Rahmen fallen, und sich unversehrte Fischerboote zum Mondfischen sammeln.
Schön, wie eindringlich hier die Wiederholung der ersten Zeile seine Wirkung entfalten kann.
Sie vermittelt mir den Eindruck, als ginge es weiter, als wäre ich allein der Jenige, der dieses Weiter in den Händen tragen
und für sich mitnehmen kann.

Du verführst mich mit diesem Gedicht dazu, nach Farben zu greifen...
nicht einmal das "buntgeblättert" bräuchte ich dazu,
doch darauf verzichten will ich nicht - nicht in diesem Text, denn
das ist ein zauberhaftes Wortgebilde :)


mit begeisterten Grüssen

Kali
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Odradek

Master

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

3

Tuesday, May 13th 2008, 2:51pm

Oh ja =) , da hat Kali ja etwas Wunder-Schönes aufgetan!!

Ich kann ihr in allen Punkten nur recht geben, Alexa:
Sowohl von Deinen Bildern her, die Du beschwörts und dem Leser auferstehen lässt, als auch vom Sprachlich-Klanglichen ist das eine stimmige, runde und berührende Sache.
Meine Lieblingsstelle ist das weiße Fischerboot, / [das] sich still die Wunden leckt.
:thumbup:

Quoted

Sie vermittelt mir den Eindruck, als ginge es weiter, als wäre ich allein der Jenige, der dieses Weiter in den Händen tragen
und für sich mitnehmen kann.
Genau dieses Gefühl stellt sich bei mir auch ein. Und was kann ein Gedicht mehr und Besseres wollen, als den Leser weiter empfinden und dichten zu lassen?!!


- - - - - - - - - -


Nicht als Kritik, sondern nur als Gedankenherumspielerei zum Ausloten des Raumes - einige gedankliche Fragen an die Grundidee des Gedichtes, an die jeweils erste Zeile der Strophen:
Wenn die Träume [nur] im Rahmen blieben, dann bleiben sie nur Bilder ... werden nicht lebendig? Nicht bewegt?
Können Träume per se überhaupt im Rahmen bleiben - oder sprengt der TRAUM nicht immer den Rahmen unserer gefassten (und formulierten) Bilder?
Ist es ein Aufruf, die Träume nicht einzurahmen, sondern lebendig sich entfalten und austoben zu lassen?
Oder ist es eher eine schlichte, neutrale Beschreibung eines Vorgangs: wie eben aus Träumen Bilder werden können. Bilder muss es ja auch geben ... und es ist wert, sie zu betrachten/zu lesen.
(Dies sind keine Fragen, die Beantwortung verlangen.)
Da steckt vielese drin ...

Du lässt uns in Deinen Bildern weiterträumen, Alexa.
Mit Spannung und großer Freude werden wir auch betrachten, zu welchen Farben und Pinseln daraufhin dann Kali greift. ;)


Gruß,
Odra.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Alexa

Blickdicht(erin)

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Location: von draußen vom Walde...

4

Wednesday, May 14th 2008, 4:32pm

hallo Kali, hallo Odra


Danke Kali, es freut mich sehr, dass ich dir eine leichte farbige Brise in deinen Tag wehen durfte.
ich habe lange mit mir gerungen die erste Zeile zu wiederholen. Ebenso lang mit dem Fischerboot und dem Wort - buntgeblättert-.
Umso mehr freut es mich, dass es ankommt, und ich mein Schiffchen nicht in den Sand gesetzt habe.

Odra, auch dir gilt mein Dank

Quoted

Oder ist es eher eine schlichte, neutrale Beschreibung eines Vorgangs: wie eben aus Träumen Bilder werden können.
- indem man sie einrahmt-
Odra es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Intensität du manche Texte atmest.
Nämlich gerade diese Frage, sie war nicht Ursprung, aber ein Gedankengang, den ich leider im Text nicht wiederholen konnte ohne den Inhalt in eine andere Richtung zu lenken. Eine spontane Variante in der Satzstellung war aber mal irgendwann:
Im Rahmen bleiben
träume Bilder!

Aber nein, das war nicht die Grundidee und auch wenn deine Fragen keiner Antwort bedürfen- mir ging es um: die Träume nicht einzurahmen, sondern lebendig sich entfalten und austoben zu lassen
wird im Text, hoffe ich, auch ersichtlich.

Quoted

Können Träume per se überhaupt im Rahmen bleiben - oder sprengt der TRAUM nicht immer den Rahmen unserer gefassten (und formulierten) Bilder?

schön, wenn dich mein Text darüber nachdenken lässt- und nein, ich denke nicht, dass Träume immer den Rahmen sprengen. Eher sprengen wir den Traum, wenn wir ständig denken, er würde womöglich den Rahmen sprengen. ;)

Vielen Dank an Euch
Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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