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Date of registration: Dec 16th 2006

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Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

1

Thursday, May 8th 2008, 9:07pm

Rufmord

Rufmord

Steif gefroren
wirft ein Wasser
Blasen in die laue
Luft.


Was macht die Dichtkunst?
höhnen sie.

Meine Antwort quält
sich leise zwischen die Spiegel.
Sie brennt
unter meinen Nägeln
und presst ihre Finger
durch mein Haar.


Und langsam schmilzt die Sonne
vom Himmel.
Tropfenweise streicht ihr Licht
durchs Wasser.
Und singt.





7.5.08
Wir müssen nur wollen.

Alexa

Blickdicht(erin)

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2

Thursday, May 8th 2008, 10:58pm

Hallo Raba

weißt du- ich bin jetzt bereits zum vierten Mal hier. Dein Text fasziniert mich. Leider komme ich deiner Intention nicht auf die Schliche. ;(
Wenn ich dieses gefrorene Wasser das Blasen wirft mal einordnen könnte, gings vll. leichter.Einerseits kann es mineralwasser sein ( con gas) anderseits kann es aber auch ein eingefrorener See sein und die Sonne taut ihn langsam auf.
ich hoffe du verrätst später mal was du damit ausdrücken wolltest.
Aber ich bleibe dran und werde noch einige Male wiederkommen. Eines kann ich dir aber schon sagen- mir gefällt es sehr gut. Vor allem das hier:

Quoted

Und langsam schmilzt die Sonne
von Himmel.
Tropfenweise streicht ihr Licht
durchs Wasser.
Und singt.

das schmelzen der Sonne so musikalisch zu beschreiben ist echt schön.

Gruß
Alexa, die jetzt erstmal ihre Gedanken wieder einsammeln muss.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Odradek

Master

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3

Friday, May 9th 2008, 1:37am

Raba =) =) - einmal wieder ein ganz starker Text von Dir!

Stark in der Intensität des Gefühls, der Wucht der Aussage.
Und stark in der gelungenen Machart, deiner sicheren Handwerkskunst.

Dabei weiß ich nicht einmal, ob ich Dein Gedicht mag - - - weil es zwischen den lyrischen Polen "Abstraktion/Verdichtung/Allgemeingültigkeit" und "Privatheit/eigenes Betroffensein" allem Anschein nach stark in die zweite Richtung tendiert.

Ich sträube mich deswegen selbst dagegen, will es eigentlich nicht so mögen - - - aber ich kann nicht anders: Ich find's herrlich!! =)


Was das Bild der Eingangsstrophe angeht, dachte ich auf Anhieb an das eine Bild, das dann auch Alexa anführt: der gefrorene See, der langsam auftaut und dann Eingeschlossenes freigibt.
Aber ehrlich gesagt habe ich nicht allzu lange nach einem physisch-"realen" Verständnis dieser Strophe gesucht.
Der Inhalt kommt mir so oder so sehr vertraut und verständlich vor, die Atmosphäre ist passend genau die, die sich zwischen dem "Höhnen" und "Quälen" der folgenden Strophen aufspannt.

Die zweite Strophe ist die Schaltstelle, die dem Leser verrät, um was es sich eigentlich dreht.

Die dritte Strophe war für mich das "Zentrum", mit dem ich mich am meisten beschäftigt habe.
"Meine Antwort quält
sich leise zwischen die Spiegel."

Das ist ein seltsames, hermetisches (= unverständliches) ... aber sehr schönes Bild!
Mit dem folgenden habe ich anfangs etwas gehadert und musste es drei-, viermal lesen, bis es "flutschte":
Die "Nägel" und die "Finger" sind sich [als Begriffe] sooo nah - - und dann doch wieder nicht, da sie zu verschiedenen Händen gehören.
MEINE Nägel - aber IHRE (= der Antwort) Finger.

Das ist irritierend ... dann aber doch nicht störend. :)
Die "körperlich spürbaren" Bilder, die dabei entstehen, sind sehr gut nachvollziehbar.
Für mich.

Tja, und dann die letzte Strophe ...
natürlich ist das ein wunderschöne "synästhetische" Beschreibung für die [heilsame] Wirkung der Sonne ... ...


UND PLÖTZLICH VERSTEHE ICH DIE ERSTE STROPHE!!!! =)
UND DEN BOGENSCHLAG ZUR LETZTEN!!! =)


Dadurch, dass die letzte Strophe genau das ist, was eigentlich [unterschwellig mit-]thematisiert wird: Das Funktionieren von Lyrik. Das poetische Erfassen der Welt.
- dadurch, dass das, WAS gemeint ist in dem, WIE es gesagt wird, ausgedrückt wird (= die letzte Strophe ist genau das: "poetisch" funktionierende Lyrik ;) ), dadurch schmilzt der zuvor gefrorene See und gibt seine "Luft" frei - nun nicht mehr schmierig blasenschlagend, sondern frei streifend und schweifend.

Und genau das Gegenteil wird ja in Str. 1 beschrieben.
Also dreht es sich dort um "festgefrorene" Gedanken, die [noch] nicht ins Gedicht strömen wollen ... die Inspiration stockt, ist festgefroren: Schreibblockade.

- - - - "Was macht die Dichtkunst?", höhnen sie ... :rolleyes:


Ich hoffe, meine etwas übersprudelnden Gedanken werden verständlich.
Aber DU wirst es schon verstehen, Raba - - denn Du hast das ja schließlich geschrieben! :P

Ist vllt. letzendlich sogar die schmerzliche Provokation des Höhnens daran schuld, dass da etwas auftaut und in Fluss kommt? :rolleyes:

Wer weiß ...


Vieles denke ich da herum dideldum ...


Ergötzte Grüße,
Odra. ;)


PS: Der Titel!!
.. den finde ich dann doch ein bißchen zu "mörderisch", nicht wahr? ;)
Das ist jetzt nicht gerade "Rufmord", was da beschrieben ist (auch wenn es sich vllt so angefühlt hat) - da sollte man mit Sicherheit einen passenderen Begriff finden.
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Alexa

Blickdicht(erin)

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4

Friday, May 9th 2008, 9:38am

Hallo Raba, Hallo Odra

Odra hat mal wieder eine Nachtschicht eingelegt :D und das ist echt guuut so. Denn jetzt kann ich mir die erste Strophe erklären. Gedankenblasen. :thumbsup:
was mich etwas irritierte war gerade die Verbindung von erster und letzter Strophe.
Odra erklärt das so:

Quoted

dadurch schmilzt der zuvor gefrorene See

da aber in deinem Gedicht steht:

Quoted

Und langsam schmilzt die Sonne
von Himmel.

war ich mir total unsicher, ob denn nun die Sonne schmilzt, was ich hier mit einem Sonnenuntergang / Sonne verschwinden ( also eher einem negativen Gefühl) assoziiert habe oder aber durch die heißen Tropfen der geschmolzenen Sonne dann doch der gefrorene See auftaut. ?(
Egal, mir ist jetzt einiges deutlicher geworden, und ich finde dein Gedicht jetzt noch faszinierender als gestern. Einfach Klasse.
ich hoffe du hast nicht dagegen, wenn ich es zu meinen Perlen lege, damit ich es nicht aus den Augen verliere?

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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5

Friday, May 9th 2008, 11:19am

Mensch, da bin ich ja baff. 8o
Odras Nachtschicht finde ich auch klasse, Alexa. ^^

Aaaaaalso, die erste Strophe und das Bild mit dem gefrorenen Wasser. Alexa du wirst lachen, aber es stammt tatsächlich schlicht und einfach aus einer Flasche Mineralwasser, die irgendjemand auf meinen Tisch gestellt hatte und die geradezu danach schrie, in irgendwas verarbeitet zu werden. :)
Im Nachhinein ist es etwas schwierig, die Zeilen genau so zu lesen, mit der Wasserflasche halt.
Das hier

Quoted

der gefrorene See, der langsam auftaut und dann Eingeschlossenes freigibt.

sagt dann schon das aus, was ich mir dachte. Ideen, die praktisch herausgeschleudert werden und die nur gefangen werden müssen.

Quoted

Ich hoffe, meine etwas übersprudelnden Gedanken werden verständlich.
Aber DU wirst es schon verstehen, Raba - - denn Du hast das ja schließlich geschrieben! :P

*hust* Ähhhh... Ja. :D
Nein, ich habe schon verstanden, was du da geschrieben hast Odra und ich danke danke danke für deinen wunderbaren Kommentar. :)
Und Alexa, klar kannst du das Dingens zu deinen Perlen legen, freut mich. ^^

Okay, zum Titel... :S
Den hat die lachende Wölfin ausgesucht diesmal, da mir (wieder mal :rolleyes: ) keiner einfiel. Und mir ist auch bis heute kein besserer eingefallen, aber ich kaue noch dran herum, versprochen! ^^

Lieben Gruß,
raba
Wir müssen nur wollen.

farion

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6

Sunday, May 25th 2008, 3:32pm

Heho ...hallöle,

ich war von dem Text anfangs sehr irritiert, konnte mir aber mit der Zeit auch ein verrücktes Bild darauf basteln.
In dem steht eine Gruppe unterhaltungsüchtiger Touris in der kalten Öde rum und fragen, ob die blöde Dichterei sich endlich mal wieder zeigt.
Bis ein großer Geysir aus dem Boden sprudelt ... ;)

Quoted

Und langsam schmilzt die Sonne
von Himmel.

warum steht hier "von" anstatt "vom" Himmel?

Quoted

Okay, zum Titel... :S
Den hat die lachende Wölfin ausgesucht diesmal, da mir (wieder mal :rolleyes: ) keiner einfiel. Und mir ist auch bis heute kein besserer eingefallen, aber ich kaue noch dran herum, versprochen


Darf ich?
durstquell :rolleyes:

liebe Grüße
Farion
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

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7

Wednesday, May 28th 2008, 10:06pm

Nächste Titelidee: "Wortwasser" :S

Quoted

warum steht hier "von" anstatt "vom" Himmel?

*hust*
DAS hast du dir ausgedacht... :rolleyes:

Danke danke du Keks für deine Geysirvorstellung. :) Ich hab' so ein Teil in Mini auch schonmal gesehen und finde das Bild irgendwie sehr passend. Und es ist spektakulärer als so eine blöde Wasserflasche. :D

raba
Wir müssen nur wollen.

farion

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8

Thursday, May 29th 2008, 12:00pm

Quoted

Nächste Titelidee: "Wortwasser"

ich fürchte dass ist es auch noch nicht ganz :S
"Quelloffen " ? :rolleyes:
Omnipräsenter Orthodoxer Orthografie Oligarch

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9

Sunday, June 8th 2008, 1:36pm

Nicht direkt... :S
Ich habe allerdings auch nichts bessere zu bieten. :(
Wir müssen nur wollen.

Inspira

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10

Sunday, June 8th 2008, 1:41pm

Hi Raba,

ich bin auch ganz bezaubert von Deinem Gedicht.
Hier inhaltlich nur diese Anmerkungen:
ich fände im letzten Abschnitt: Tropfenweise streicht SIE ihr Licht besser.
Und zum Titel: wie wäre es mit "Wortstrahl"

Liebe Grüße, Inspira

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