Von den friedlichen Inseln
Weit vor der Küste der großen Lande
lagen die friedlichen Inseln in Reihen,
weiß-glänzend, voll Muscheln ihre Strande,
in hügligen Hügeln Feldfrüchte gedeihen.
Ruhe und Frieden regierten die Festen
fruchtbarer Erde im unendlichen Nass.
Warmmilde Winde wehten von Westen,
bis Inselvolks Glück schürte Meervolkes Hass.
Nicht nur unter Menschen schleicht der Neid,
auch in den Tiefen des Meeres gibt es ihn.
Landvolks Ruhm und Reichtum wuchs mit der Zeit,
Meervolk war nicht so begünstigt von Schicksalsgöttin.
So bliesen Meerkönigs Hörner Kampfgesang,
Meerweiber tanzten in vielen Reihen.
Ihre Musik hoch in die Lüfte drang
und der Himmel ließ Wolken gedeihen.
Tiefe Schwärze mordete das Tageslicht,
der Wind blähte sich auf zum Orkan.
Wasser peitschte den Fischern ins Gesicht,
eine riesige Welle formte sich dann.
Einem Legenden-erzählten Seemonster gleich
fraß sie sich auf die Inselchen zu.
Dann enterte die See das Menschenreich
und verwüstete alles im Nu.
Wie ein Pirat plündert ein Handelsschiff,
raubte das Meer die Eiländer aus.
Hinterließ nichts weiter als ein Felsenriff,
es überlebte nicht die kleinste Maus.
Tief unten in Meerkönigs Algenstadt
betrachtete das Meervolk seine Beute.
Sein Neid verblasste, seine Habgier wurd` satt,
so herrschte lange Zeit Ruhe – bis heute.