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Sarisand

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Occupation: Studentin (Ägyptologie/Ur- und Frühgeschichte) und MAMA ;)

1

Wednesday, April 2nd 2008, 5:13pm

Erkenntnis

Erkenntnis

Oh, ich fühl’ mich wie ein Faden:
aufgeribbelt, dünn und schwach.
Innen bin ich wie von Maden
ausgefressen, leer und brach.

Stechend schneidet durch die Brust
klingengleich die Einsamkeit.
Ruhe wandelt sich in Frust,
Glücksgefühle wecken Neid.

Nur das Selbst als Dauergast,
das macht mich noch egophob!
Meine Chance hab ich verpasst,
als die Zweisamkeit zerstob.

Was da einst mein Leben war,
ist wie Kerzenwachs verronnen.
Trüb stellt sich die Zukunft dar,
ist mit Ängsten dicht durchsponnen.

25.09.07
( Beitrag geändert am 03.04.0
8 )

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Location: Mekori

Occupation: Buchhändler

2

Wednesday, April 2nd 2008, 8:14pm

Sehr gut!

Aber: Ich würde in der letzten Strophe den ersten Vers leicht verändern. Das "von dem" ersetzen mit "davon" oder was anderem. Bin noch unschlüssig was, aber mal sehn. :love:
"Ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelheinzchen stieß."

Wolke

Master

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3

Wednesday, April 2nd 2008, 8:23pm

Hallo Sarisand,

ich muss sagen, dein Gedicht gefällt mir ausgesprochen gut. Nur die letzten beiden Zeilen passend irgendwie für mich gar nicht ins Bilde, lassen sich auch nicht so schön flüssig lesen wie die anderen. Dieses "Gerede" vom Tod wirkt mir ein bisschen zu zynisch und unpassend.

Irgendwie bekomm ich bei deinem Gedicht richtig Lust, es einmal ganz laut vorzulesen...

Gelungen,

Wolke
Nimm die Dinge und schmeiß sie an die Wand,
aus den Resten bauen wir ein Haus.

Sarisand

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4

Wednesday, April 2nd 2008, 8:43pm

Hallo Gideon und Wolke,
danke für Eure Kommentare, freut mich, dass Euch das Gedicht gefällt! =)

Die letzte Strophe scheint offenbar der Knackpunkt zu sein! Deine Kritik Wolke scheint mir einleuchtend. Überlege grade wie ich die letzte Strophe umschreiben könnte! :S ...

Vielleicht:

Was da einst mein Leben war,
ist wie Kerzenwachs verflossen.
Trüb stellt sich die Zukunft dar,
Glück und Freude weggeschlossen
. ?(

LG Sarisand

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5

Wednesday, April 2nd 2008, 9:16pm

liest sich nun besser und flüssiger. Gute Lösung.
"Ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelheinzchen stieß."

Wolke

Master

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6

Wednesday, April 2nd 2008, 9:21pm

Eigentlich ganz gut,....

...und nun das große aaaaaaaaaaaber: Mir klingt der Reim verflossen - weggeschlossen irgendwie zu erzwungen vor...

Sorry.
Nimm die Dinge und schmeiß sie an die Wand,
aus den Resten bauen wir ein Haus.

Sarisand

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7

Wednesday, April 2nd 2008, 9:40pm

Hallo Wolke,
bin auch noch nicht ganz zufrieden :S ...ich feile noch dran! ...

Was da einst mein Leben war,
ist wie Kerzenwachs verronnen.
Trüb stellt sich die Zukunft dar,
ist mit Ängsten dicht durchsponnen
.

mmmh, das gefällt mir schon etwas besser.

Wolke

Master

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8

Thursday, April 3rd 2008, 3:41pm

seh ich auch so, dass mit den ängsten passt wundervoll zum rest des textes. echt super bitte änder es so, gefällt mir genial :)
Nimm die Dinge und schmeiß sie an die Wand,
aus den Resten bauen wir ein Haus.

Klee

Trainee

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9

Thursday, April 3rd 2008, 5:01pm

Hallo Sarisand!

Mir gefällt das Gedicht ausgesprochen gut außer der letzten Strophe. Meiner Meinung nach passt sie gar nicht dazu und deine neue Variante ist unvergleichbar besser, besonders der Vergleich zwischen verspieltem Leben und verronnenem Kerzwachs :thumbup:

"Brach" ist ein tolles klischeefreies Wort um den inneren Zustand des lyrischen Ichs zu beschreiben. Kannst gleich patentieren lassen ;) Dazu noch klingengleiche Einsamkeit, diesen Ruhe - Frust Übergang, ....echt wunderbar!

Quoted


Nur das Selbst zum Dauergast,

das macht mich noch egofob!

Das finde ich einfach genial! AbeR



Quoted


Hatte meine Chance verpasst

als die Zweisamkeit zerstob.

Da hinkt was metrisch meiner Meinung nach. Was sagst du zu "Ich hatte die Chance verpasst" oder "Meine Chance hab ich verpasst". Da brauchst du auch nicht, dichterische Gewalt gegen die arme Syntax anzuwenden;)

Das ist nur ein kleiner Vorschlag. Sonst alles andere finde ich 100% gut getroffen!

Liebe Grüße, Klee

Sarisand

Professional

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10

Thursday, April 3rd 2008, 6:29pm

Hallo Wolke,
danke für deinen Kommentar zu meiner letzten Strophenvariante. :) Ich habe die letzte Strophe im Beitrag nun geändert.

Hallo Klee,
vielen Dank für deine Lobesworte, es freut mich, dass dir das Gedicht so sehr zusagt! :O Deine Zustimmung zur neuen Varainte der letzten Strophe hat mich in der Entscheidung bestärkt, die Strophe nun zu ändern. :)

Deinen Verbesserungsvorschlag:

Quoted

Was sagst du zu "Ich hatte die Chance verpasst" oder "Meine Chance hab ich verpasst".
habe ich gerne angenommen und die betreffende Zeile ebenfalls geändert!

Liebe Grüße
Sarisand

Hinrich

Intermediate

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11

Thursday, April 3rd 2008, 11:03pm

Erkenntnis (Späte Erkenntnis ?)

Liebe Eva,

Dein Gedicht erzählt etwas über die
Schattenseiten steilen Aufstiegts auf
der Karriereleiter, eines Menschen,
dem alles in den Schoß zu fallen schien.

Erfolgreich sein heißt Opfer bringen -
Wo bleiben da die Ideale ?

Ernste Gedanken - mahnende Worte,
gut in Szene gesetzt.

Ich habe mir erlaubt, Deinen Text ein
wenig zu bearbeiten (Metrik u. Reim).
Dem Sinn nach, wenn ich ihn denn richtig
erfasst habe, müsste es passen.

Liebe Grüße
Hinrich


Erkenntnis (späte Erkenntnis)

Oh, ich fühl’ mich wie ein Faden: 8
aufgeribbelt, dünn und spröd. 7
Innen bin ich wie von Maden 8
ausgefressen, leer und blöd. 7

Stechend meine Brust durchschneidet 8
klingengleich die Einsamkeit. 7
Mangels Glücksgefühlen leidet 8
Ruhe, wandelt sich in Streit. 7

Nur das Selbst als Gast geduldet, 8
das macht mir mein Ego krank ! 7
Habe ich 's allein verschuldet, 8
als die Zweisamkeit zersprang ? 7

Leider kann ich es nicht retten, 8
was da einst mein Leben war. 7
Werde altern und verfetten, 8
zahle Vater Tod in bar. 7


Sarisand - 25.9.2007
(überarbeitet)
© whp

Sarisand

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12

Friday, April 4th 2008, 11:54am

Interessant...

Hallo Hinrich,
dein Kommentar zeigt mir mal wieder, wie vielfältig die Interpretationsmöglichkeiten eines Werkes sein können. :)

Quoted

Dein Gedicht erzählt etwas über die
Schattenseiten steilen Aufstiegts auf
der Karriereleiter, eines Menschen,
dem alles in den Schoß zu fallen schien.
Einen solchen Menschen darzustellen, war eigentlich nicht meine Intention. Mit einem kritischen Blick auf meine Zeilen kann ich deinen Eindruck aber gut nachvollziehen! ;)
Die Einsamkeit und Leere des lyrischen Ichs habe ich mehr auf eine gescheiterte Beziehung (Hinweis: Zweisamkeit) und eine anschließende Ziellosigkeit/Antriebslosigkeit zurückführen wollen. Das lyrische Ich hat seinen "Sinn des Leben" verloren und fragt sich, wo es in Zukunft stehen wird. Wie man merkt, gehört diese Person offenkundig nicht zum Kreis der Optimisten! :D

Quoted

Ich habe mir erlaubt, Deinen Text ein
wenig zu bearbeiten (Metrik u. Reim).
Dem Sinn nach, wenn ich ihn denn richtig
erfasst habe, müsste es passen.
Deinen Versuch, meine Worte deiner Interpretation nach etwas umzuformen, finde ich interessant und habe ich gern gelesen. :) Er ist in mancher Hinsicht inspirierend und zeigt mir, wie intensiv du dich mit meinem Text auseinandergesetzt hast! :thumbup:

Vielen lieben Dank für deinen Beitrag!
Gruß Sarisand =)

Hinrich

Intermediate

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Occupation: Berufung

13

Friday, April 4th 2008, 6:10pm

ERKENNTNIS

Liebe Eva,

Den Bruch der Zweisamkeit habe ich schon so verstanden,
wie Du ihn in Deinem Gedicht verstanden wissen willst.
Wenn ich die Frage aufwerfe, wo die Ideale bleiben, so
meine ich damit auch eine glückliche "Zweisamkeit".

Quoted

Nur das Selbst als Gast geduldet,
das macht mir mein Ego krank !
Habe ich 's allein verschuldet,
als die Zweisamkeit zersprang ?

Diese Strophe trifft da eine eindeutige Aussage.
und Vers 1 u. 2 der letzten Strophe wird
das noch einmal resignierend unterstrichen

Quoted

Leider kann ich es nicht retten,
was da einst mein Leben war.

Dein Gedicht wird mich noch eine Weile beschäftigen.

Liebe Grüße
Hinrich
© whp

Sarisand

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14

Friday, April 4th 2008, 6:44pm

Hallo Hinrich,

Quoted

Den Bruch der Zweisamkeit habe ich schon so verstanden,
wie Du ihn in Deinem Gedicht verstanden wissen willst.
Wenn ich die Frage aufwerfe, wo die Ideale bleiben, so
meine ich damit auch eine glückliche "Zweisamkeit".
Dass du die gescheiterte "Zweisamkeit" erkannt hast, ist mir bewusst. :) In deinen Worten schien es mir nur so, als sei dies (nur) ein kleiner Teilaspekt des gescheiterten Lebens, wohingegen ich die zerfallene Beziehung eher vordergründig sehe.
Aber da Gedichtintention und -interpretation immer etwas variieren können, möchte ich mich hüten, dir oder auch andere Lesern, eine Deutung non plus ultra aufzudrängen! :D

Quoted

Dein Gedicht wird mich noch eine Weile beschäftigen.
Das freut mich :O !

Gruß Sarisand

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