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Date of registration: Feb 7th 2006

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

1

Wednesday, March 12th 2008, 6:29pm

Silberblick

Wenn ich meinen Blick wie einen Stein, der nicht springt, in den Spiegel werfe, versinkt er dort, wo es schwer fällt, mich zu treffen, und lässt mich Sehen neu erfinden.
Abgetaucht ist mein Augenmaß, ich taste lauschend, schmecke blind und atme Formen Farbe ein. Linien bilden meine Lippen, Laute ziehn sie malend nach.
Es kinderspielt mein Glasgesicht presst sich in kalte Hände.
Doch jedesmal, wenn ich versuche, meinen Blick versteinern zu lassen, spüre ich, dass er immer noch zu leicht ist und genau dahin zurückfedert, wo ich gerade stehe.
Dann schiele ich ein wenig mein Spiegelbild an und entdecke wie weit der Raum zwischen zwei Augenaufschlägen sein kann.
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Lymielle

Moderator

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2

Wednesday, March 12th 2008, 6:34pm

Hallo Kaleidoskop,

Du baust hier durch deine sonderbare Wortwahl eine wirklich ergreifende Stimmung auf. Du verwendest hier wirklich sehr schöne Bilder und der Titel harmoniert mit dem Text.

Quoted

Es kinderspielt mein Glasgesicht

Hier eine Stelle die mir wegen des "kinderspielt" besonders gut gefällt. Das Wort ist hier in passendem Zusammenhang eingesetzt.
Dieser Text ist durch und durch dicht, lässt keine Lücken und die Stimmung bleibt auch nach dem Lesen in der Luft.

Ich möchte fast sagen, dass mir deine prosaisch angehauchten Texte besser gefallen als deine Gedichte. ;)

Vielen Dank hier für!

PS: Ja, auch das hier schafft es in meine Perlentaucherliste. ;)

Liebe Grüße,
Lymielle
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

3

Wednesday, March 12th 2008, 7:07pm

hallo liebe Lymielle,

diesmal antworte ich auf die Schnelle...
die Farben sind noch nicht ganz getrocknet, und auch ich bin den Bildern ganz sonderbar nah - wahrscheinlich hat sich dieses Sichselbstnahsein auf meine Sprache abgefärbt

Es gelingt mir eher selten, dass ich so eins mit einem Text bin, und wenn, dann sind es auch für mich diese prosaischen. Darin kann ich ein Loslösen von statischen Sprachkonstruktionen finden, hin zu den Vorstellungen, die lange im Inneren schlummern und in Richtung Puls wachsen. Zu den Worten dafür gelange ich mehr tastend, als mit dem Kopf voran.

Deine Lieblingsstelle war übrigens der Dreh-und Angelpunkt während des Schreibens - die Schweissperlen stehn mir immernoch auf der Stirn, und ich habe langelange gezögert, dieses ´kinderspielt´ frei zu lassen. Mein Mut ist mit deiner hellen Begeisterung reich belohnt worden :) + es kann gut sein, dass du mich letztendlich auch noch damit infizierst...

mit liebem Gruss aus der lyr.Virologie
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El Niño

Registriert

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4

Friday, March 14th 2008, 1:31pm

Mir gefällt deine Art zu schreiben. Dieser Teil gefällt mir am besten:

Quoted

Wenn ich meinen Blick wie einen Stein, der nicht springt, in den
Spiegel werfe, versinkt er dort, wo es schwer fällt, mich zu treffen,
und lässt mich Sehen neu erfinden.

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

5

Friday, March 14th 2008, 4:35pm

hallo El Nino,

danke für deine Worte.

Mir gefällt dein minimalistisch gehaltener Kommentar. So bleibt mir wenigstens diesmal das unglaublich zeitaufwändige Antworten erspart y)

...Weniger ist mir manchmal doch zu wenig

machs gut

Kali
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Pseudonym

Lyrisches Licht

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Location: milchstraße

6

Friday, March 14th 2008, 4:46pm

wider spruch wörtlich:
wieder und wieder
sprichst du dir und mir von
einem unteilbaren jenseits
deiner entrückten pupillen
die pianoschwarz
an klingen in den saiten
von einem flügel
blicke auf sich ziehen
der von finger spitzen
gestimmt wurde
und fangen augen blicke ein
weil sie nicht beeinflußen
sie jagen ohne zu jagen
spiegel die
du niemanden blicken
lässt und sagst
ja und nein in einem
atem zug.

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