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Date of registration: Jan 8th 2008

Posts: 9 wcf.user.activityPoints: 60

1

Saturday, January 19th 2008, 11:59pm

Stille

Stille

Schokolade?
Lächerlich!
Warum den sauren Geschmack der Welt,
kurzzeitig mit etwas Süßem überdecken.
Jeden Morgen wachst du auf,
eine Zitrone zwischen den Zähnen.

Poesie?
Nimmermehr!
Zertrete die Brille,
sehe die wahre Welt,
Cocktail aus Scheisse und Schmerz.
Kein Ort für schöne Gedanken.

Musik?
Ich bin taub!
Dirigiere Beethovens Neunte,
quäle das Klavier mit blutigen Händen,
ein letzter Walzer mit meinem Schatten,
aus dem Fenster mit dem Plattenspieler.

Heroin?
Her damit!
Ein Schuss und ich bin frei.
Heldentod,
gestorben für nichts.
Hätte ich nur den Mut.

Liebe?
Nur ein Ideal!
Freude, Enttäuschung, Zweifel,
Hoffnung, Ernüchterung, Schmerz.
Immerwährender Kreislauf,
alles umsonst.

Leben?
Veto!
Isolationshaft ohne Gitterstäbe,
jeden Tag fickt dich ein großer Mann.
Sie singen „Pull The Trigger“,
I do so.

Stille?
Stille!

Kreuz.Ass

Trainee

Date of registration: Jan 9th 2008

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Occupation: Schüler XD

2

Sunday, January 20th 2008, 1:13am

Hey Fire
Ich finde dein Gedicht sehr schön.
Vorallem die Strophe wo die Poesi erwähnt wird finde ich grandios.

Hab allerdings ein Paar Fragen an dich:

1.Meiner Meinung nach ist die Strophe mit der Schokolade etwas merkwürdig.Würde dort nicht ein Gefühl/Lebenseinstellung hinmüssen?Ka beispielsweise Freude oder Lust?
2.Ich wür zudem noch vorschlagen Die Strophemit Heroin ans Ende des Gedichtes zu schreibn.
Schrödingers cat is dead - Schrödingers cat is not dead.

Spammposts sind möglichlkeiten Leuten schnell seine Meinung mitzuteilen.

Das ist Magie! -Keine Regelfickerei!

Date of registration: Jan 8th 2008

Posts: 9 wcf.user.activityPoints: 60

3

Sunday, January 20th 2008, 11:29am

Das mit der Schokolade und dem sauren Geschmack der Welt wollte ich seid langem mal verwenden. Vielleicht hab ichs hier einfach reingeperesst obwohls nicht wirklich passend ist. Hab die Strophe deswegen auch an den Anfang gestellt, da sie mittendrin noch konfuser gewirkt hätte.

Was die Heroin Strophe angeht deckt sie sich ja ziemlich mit der letzten Strophe... doch auf Grund dessen, dass das lyrische Ich erst bei der Lebens-Strophe entflieht und bei der Heroin-Strophe noch nicht den Mut hatte, hab ich die Heroin Strophe vorgezogen.

überlege jetzt die erste Strophe dann gänzlich zu streichen, und vielleicht wie du vorgeschlagen hast eine Freuden-Strophe einzuschieben

danke erstmal für die Reaktion!

Date of registration: Jan 8th 2008

Posts: 9 wcf.user.activityPoints: 60

4

Monday, January 21st 2008, 8:18pm

hab es jetzt noch mal überarbeitet:

Freude?
Lächerlich!
Warum den sauren Geschmack der Welt,
kurzzeitig mit etwas Süßem überdecken.
Jeden Morgen wachst du auf,
eine Zitrone zwischen den Zähnen.

Poesie?
Nimmermehr!
Zertrete die Brille,
sehe die wahre Welt,
Cocktail aus Scheisse und Schmerz.
Kein Ort für schöne Gedanken.

Musik?
Ich bin taub!
Dirigiere Beethovens Neunte,
quäle das Klavier mit blutigen Händen,
ein letzter Walzer mit meinem Schatten,
aus dem Fenster mit dem Plattenspieler.

Heroin?
Her damit!
Ein Schuss und ich bin frei.
Heldentod,
gestorben für nichts.
Hätte ich nur den Mut.

Liebe?
Immer das Gleiche!
Stürme verjagen die Sonne,
Hagel prasselt auf dein Herz.
Die Zahnräder rotieren,
alles umsonst.

Leben?
Veto!
Isolationshaft ohne Gitterstäbe,
jeden Tag fickt dich ein großer Mann.
Sie singen „Pull The Trigger“,
Zu Befehl!

Stille?
Stille!

Date of registration: Jan 8th 2006

Posts: 589 wcf.user.activityPoints: 3,185

Location: Faithland- Niedersachsen

5

Thursday, January 24th 2008, 2:22pm

Ich persönlich finde das mit der Schokolade ansprechender und es passt viel besser rein. Also lass die Schokolade verdammt xD
Anonsten wirklich gut gelungen, wollte dir in dem Sinne nur Feedback geben, dass ich es persönlich grandios mit der Schoki find. :)
Weil Schoki soll ja das Glücksgefühl anregen und auch der Geschmack passt hier sehr gut rein.

Liebste Grüße

Faithlight
~Glaubenslicht~

lyrikel

Professional

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Location: Mecklenburg-Vorpommern

Occupation: Biologin

6

Thursday, January 24th 2008, 2:56pm

Wow, was für ein erdrückendes aber auch beeindruckendes Werk.

Also ich fand das mit der Schokolade auch super, ehrlich, ich sehe keinen Grund das zu ändern.
die "Zitrone zwischen den Zähnen" bildet dazu einen wunderbaren Kontrast. und ergibt so ein schönes Bild .

Quoted

ein letzter Walzer mit meinem Schatten
diese Zeile finde ich unglaublich. Das lyr. Ich als Schatten seiner selbst im Tanz dem eigenen Sein. Vielleicht ein Konflikt zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, in Bezug auf die Heroin-Strophe: zwischen Vernunft und Sucht?

Zu der Stellung, der Heroin-Strophe? Vielleicht ergibt es Sinn sie mit der Liebe-Strophe zu tauschen und als vorletzte Strophe einzuschieben, sie würde dann mit der letzten Strophe eine Einheit bilden.

Übrigens die geänderte Liebe-Strophe ist großartig, gefällt mir besser als die Aufzählungen.

Ein wirklich bedrückendes Gedicht, was bringt jemanden zu so einer Weltsicht? Für das lyr. Ich scheint es nichts Positives in der Welt mehr zu geben, außer dem endgültigen Rausch, denn das scheint hier das einzige, dass nicht in Frage gestellt wird: Heroin. Das macht mich skeptisch.
Aber alles in Allem gefällt es mir wirklich gut und ich will sagen: "Ja so ist es, alles ist Scheiße"!
Darum sollte ich mir jetzt schnell Schokolade besorgen und etwas hoffnungsvolles Lesen. :D

Gruß
lyrikel


laughing_lupa

nicht einzig

Date of registration: Jun 18th 2007

Posts: 318 wcf.user.activityPoints: 1,895

Location: dazwischen

Occupation: fragmentarier

7

Thursday, January 24th 2008, 10:14pm

hallo feuer da drin!

da hast du uns ja einen kurzen eindruck von dem in dir lodernden feuer gegeben. und ein gelungener! :thumbup:

ich stimme in allen punkten dem blutteufelchen zu (*danke der vorrednerin*^^)

die schokolade ist perfekt, die geänderte strophe zur liebe ebenso. und auch ich stoße mich am heroin. nicht, weil ich ein problem mit so einem thema in gedichten allgemein habe, sondern, weil es hier nicht passt. du brauchst keine rauschmittel zu thematisieren, um die bittere ernsthaftigkeit der lage zu transportieren. das hat sonst was ungewollt verzweifeltes, was nicht zur souveränität der anderen (ich würde behaupten: meisterlichen ;) ) strophen passt.

kannst ja mal drüber sinnieren.

gruß, gruß!

lalupinchen
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

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