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Ka-Mai

Trainee

Date of registration: Oct 21st 2008

Posts: 27 wcf.user.activityPoints: 160

Location: In Ostrock..ähm..moment das hieß anders..

Occupation: Narr

81

Monday, October 27th 2008, 4:27pm

Wenn ich nun felsenfest behaupten würde, Alles ist eine Illusion und existiert gar nicht, ist deine Argumentation null und nichtig.




Interessante These... Denn das was wir als "Wahr" ansehen, als "wirklich" ist letztlich nur das Ergebnis unserer Sinne, ein Ergebnis dessen was wir wahrzunehmen im Stand sind. Denn in Infrarot sieht die WElt shon wieder ganz anders aus. Nur als kleines Beispiel.



Georg. Der Grund warum ich auf mein bestimmten Post immer und immer hinweise, ist definitiv NICHT, weil ich wünsche dass dieser darin geäußerte Standpunkt, oder die enthaltenen Thesen als Non-Plus-Ultra angesehen werden. Wenn du das denkst, das ist Schwachsinn. Warum sollte ich dann, würde ich so denken, beständig darauf aufmerksam machen, dass noch niemand etwas davon aufgegriffen und verarbeitet hat?



Ganz nebenbei sei erwähnt, die Art zu schreiben komt nicht von dem was man äußerlich ist - ob Student, promoviert, oder alter sabbernder Idiot - die Art zu schreiben kommt aus unserem Inneren. Ergo mir ist egal wer oder was du bist, oder wann auch immer du was auch immer getan hast. Ich "verlange" lediglich, dass du deine ... "Denkweise" einigen Schreibern hier gegenüber von deinem hohen Ross absteigen lässt!
Das beinhaltet vor allem, dass du Phrasen im Optimalfall maximal nur denkst. Als da wäre zum Beispiel, dass einige meiner hier getätigten Äußerungen dem Bild, was du von mir zu haben vorgibst, an Intelligenz, Intellekt, oder was auch immer, nicht wirklich herankämen. (Einzelne Beispiele finde ich leider gerade nicht. Da ich momentan auch nicht alle Zeit der Welt habe.)

Wir sind letzten Endes hier um Meinungen auszutauschen, und nicht um andere zu missionieren.
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose...!




Marienkäferchen machen die Sterne!






! Nur wer spinnt erkennt Zusammenhänge !

Nachtwind

Trainee

Date of registration: Dec 28th 2008

Posts: 9 wcf.user.activityPoints: 55

Location: Walhalla

Occupation: Schüler und freier Schriftsteller

82

Tuesday, December 30th 2008, 3:22am

Ich bin gläubiger Agnostiker. Aber ich glaube an keinen personifizierten Gott, wie Jahwe und ähnliche Gestalten. Da könnte ich - bei allem Respekt - auch an ein Spaghetti Monster glauben, dass irgendwo im Zentrum der Galaxis ( die eine Seifenblase ist ) die Spaghetti-Schicksalsfäden zieht und unsere Handlungen von oben herab bestimmt. Nein, es gibt zuviele Dinge die dagegen sprechen, als dass die Ratio, welche mir von der Natur geschenkt wurde, es zuliese, dass ich an einen personifizierten Gott glaube oder je... so dogmatisch auf die Wahrheit des Glaubens bestehe wie etwa die katholische Kirche. ( noch heute bedienen sie sich rege des Exorzismus ) Vor kurzem sah ich das Interview eines Priesters der Kirche, der meinte "vergessen wir die philosophische Aufklärung". Dies ist in keinster Weise akzeptabel. Da höre ich lieber einem Philosophen zu. Wie der Thread-Ersteller glaube ich auch an einen Sinn des Lebens. Es ist für mich zweifelhaft, nur aufgrund einer atheistischen Glaubenshaltung den Sinn zu bestreiten. Ist es nicht logischer - und vernünftiger - zu erst auf den Sinn zu schließen, als das Leben als Zufallsprodukt und Unsinn abzutun? In meinem jungen Leben bin ich vielen Menschen begegnet die nicht mehr glauben. ( Nihilismus? ) Leider. Es bedrückt mich. Andere Menschen wiederum sind fast blind durch ihren Glauben, sie stellen wenig in Frage, trauen es sich teilweise nicht mal. Beides führt wohl immer irgendwie zu Problemen.

Ich glaube an einen Kreislauf des Lebens. Auch halte ich es für möglich, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, jedoch maße ich mir nicht an zu formulieren, wie dieses aussähe. Da fehlt mir das Fundament und nur auf einen dogmatischen Glauben will ich mich auch nicht stützen. Folglich muss ich Agnostiker sein. Aber, einer der gläubig ist. Und ich bin zutiefst gläubig. Mein Glaube bezieht sich aber auf die Wissenschaft und in Ansätzen metaphysische/philosophische Denkmodelle. Ich glaube an den Kosmos, an die Natur, an die Unendlichkeit der Dinge. Das ist ein äußerst beruhigender Gedanke. Manchmal bete ich auch, in Situationen, wenn ich scheinbar nichts anderes mehr habe, woran ich mich klammern kann. So, vielleicht versteht ihr nun besser meine Ansichten.

P.S: Ich mag den Taoismus.

freundlichst,
Nachtwind
"Wozu Socken? Sie bringen nur Löcher!"
Albert Einstein

Binat

Trainee

Date of registration: Jul 18th 2005

Posts: 63 wcf.user.activityPoints: 360

Location: Hessen

83

Wednesday, February 25th 2009, 10:03pm

Quoted

Wenn ich nun felsenfest behaupten würde, Alles ist eine Illusion und existiert gar nicht, ist deine Argumentation null und nichtig. ;)
Du kannst mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. :)
Diese Aussage erscheint mir albern. Es gibt ja mehrer Arten des Zweifelns. Aber kein ernsthafter Philosoph ist dieser Meinung. Dann bin ich doch lieber Determinierd und schreibe nur des Schreibenswillen hier gerade diesen Beitrag. Aber zum Glück fühle ich mich nicht so.

Martin Buber hat für mich eine interessante - für mich neue Theorie - aufgestellt. Die des Ichs. Bzw. die der Ich-Beziehung. Er unterscheidet ganz klar Ich-Es und Ich-Du. Desweiteren sagt er, dass wenn man von Ich redet immer Ich-Es oder Ich-Du meine. Er geht von einer verpflichtenden Beziehungstheorie aus.
So bedeutet Ich-Es nicht viel mehr, als eine Beziehungslosigkeit. Die Beziehung reicht gerade mal bis zum "Es!". Jedem Es folgt ein Es. Eine Verkettung von Tatsachen und Dingen, die einem im Alltag unterschwellig begegnen. Das sind also Dinge, wie zum Beispiel Bäume beim Waldspaziergang oder Menschen beim Einkaufen, die einfach da sind, die einen aber erstmal nicht interessieren - zu denen man keinerlei Beziehung hat. Ebenso sind Erfahrungen für ihn eine Ich-Es Beziehung. Denn die Welt hat nichts von deinen Erfahrung. Sie erscheint ihm statisch. Du lernst - okay! Du handelst - okay! Aber die Welt hat nichts von alle dem.
Der erste Schritt seiner Ich-Du Argumentation ist eine Aufteilung davon, die zwar ein wenig widersprüchlich mit dem letzt Genannten einher geht, aber verstehbar ist.

1. Ich-Du -> Die Welt der Natur. Das können einfache Gegenstände sein, die einem etwas bedeutet. Zu denen man eine konkret definierte Beziehung hast.
2. Ich-Du -> Die Welt der Menschen. Das sind Lebensgefährten, Freunde etc etc. Diese Ebene ist wohl am einfachsten zu verstehen
3. Ich-Du -> Die Welt der geistigen Wesenheiten. Das sind zumindest soweit personifizierte "Götter" (in seinem Fall ein Gott), die man beispielsweise durch ein Gebet erreicht. Die Ich-Gott-Beziehung ist zu weilen eine deutlich innigere als die zu einem Menschen, besonders da ein Gebet (im Grundgedanken) der Anfang einer Erkenntnisreihe ist. Ergo du baust eine Beziehung zu dem Gott auf in dem du mit ihm sprichst und erhälst dafür eine Erkenntnis.

Das ist alles ein wenig pragmatisch erklärt. Zu diesem Thema empfehle ich auch ein Gedicht von Ernst Jandl "Ich und Du".

Mir scheint es manchmal in solchen Threads das theoritischen Hintergrundwissen nur bedingt bis gar nicht vorliegt. Und ebenso fundamental Gegenargumente gesucht werden, wie man seiner sich selbst zu gestellten Opposition vorwirft zu argumentieren. ;)

Ich empfehle an dieser Stelle weiterhin sich ein wenig mit den Anfängen des Mittelalters genauer außeinander zu setzen und ein wenig Thomas von Aquin zu behandeln. Achja und ein kleiner Gegenpol zu diesem Feuerbachs Theorien.
Es gibt desweiteren ja immer so Spezialisten, die sich ganz gerne mal auf die Bibel berufen. Einer der ersten Dinge, die man im Umgang mit der Bibel lernt ist die Tatsache, dass sie kein Geschichtsbuch - allerhöchstens ein Geschichtenbuch ist. Was aber durchaus in einem Forum für lyrischem Interesse vorausgesetzt werden kann ;)
PS: Nichts gegen das Spaghetti-Monster!
PPS: Gegen einen Gottesdeterminismus spricht anbei eine Stelle in der Bibel ganz konkret. Ich find sie nur nicht mehr. Da steht sinngebend: "Sützte dich nicht auf deinen Glauben, denn dieser ist zu schwach um dich zu tragen." Irgendwas im AT mit Spinnennetz im Zusammenhang mit der Mensch-Gott-Vertrauenssache.
Binats Werkesammlung - Nicht alles im Leben braucht einen schlauen Spruch.

Im Delirium der Extremitäten
Nachtschwärmerei

Date of registration: Feb 26th 2010

Posts: 50 wcf.user.activityPoints: 365

Location: Dort, wo Goethe "Wanderers Nachtlied" schrieb

84

Sunday, March 14th 2010, 11:29am

Hallo Mitdenker,

die Frage nach der Existenz eines übergeordneten alles wissenden Wesens, haben sich schon viele Menschen gestellt.
Die exakte Antwort darauf ist nie gefunden worden. Es bleibt nach meiner Überzeugung also eine reine Glaubensangelegenheit.
Wer die Verantwortung für sein eigenes Tun oder Unterlassen einem Gott zuschieben möchte, kann es tun, damit
erklärt er sich aber selbst für unmündig.
Gott oder Natur, der alte Streit der Kreationisten und Evolutionisten wird wohl nie begraben werden.
Ich bevorzuge die Evolutionisten, weil ich glaube, dass ihre Theorie die schlüssigste und am besten untermauerte ist.
Auch deshalb, weil sie im Gegensatz zu den Kreationisten niemand ihre Überzeugung aufgezwungen haben.
Wer will denn schon Predigern glauben, die nach dem Motto "Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein"
verfahren.
Wenn es nach denen ginge, müssten wir heute noch glauben, die Erde sei eine Scheibe usw.
Das Grundproblem liegt doch beim Menschen selbst.
Ich glaube, dass die Menschen mit all ihren angeborenen Freiheiten und Fähigkeiten in einer evolutionären Sackgasse stecken.
Einerseits mit erstaunlichen Fähigkeiten ausgestattet, die aber widersinnigerweise gegen sich selbst angewendet werden.
Auf dem Weg zu einer höheren Gesamtgesellschaft muss die Menschheit ihre religiöse Verbohrtheit und vor allem
ihre allgegenwärtige Aggressionsbereitschaft und Mordlust überwinden.
Überall ist sie zu sehen. In Familien, in Altenheimen, in Straßenbahnen, in Betrieben, in Kirchen, in Stadien, einfach überall.
Von Anfang an hat die lebendig gewordene Natur die Tendenz gezeigt andere mit Gewalt zu vereinnahmen oder zu beseitigen.
Von der ersten Zelle über den Dino und den Neandertaler bis zu uns.
Da es immer nur um Machtausübung geht, ist der Glaube des einzelnen unbedeutend.
Ob Fideisten, Pantheisten, Atheisten oder Agnostiker, wenn sie stark genug sind, werden sie ihre Macht mißbrauchen.


viele Grüße
Benjamin
(C) Benjamin Spitz

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